Re: medikation ja- nein?

Julia Höhe @, Tuesday, 25.12.2007, 21:02 (vor 6813 Tagen) @ Thomas

[zitat=Thomas]Hallo ihr,

Ich bin 23 Jahre alt und hatte vergangenen Samstag morgen nach zwei Stunden Schlaf einen Anfall der sich allerdings auf starkes zucken beschränkte. Jedoch war das Zucken stark genug um mich zu Boden zu zwingen. Anschließend hatte ich feinmotorische Probleme, (Banane aus der Hand gefallen...) und bin schlussendlich auch in die Notaufnahme gegangen.
Vor einigen Jahren erlitt ich einige Male nach nächtlichem Computerspielen und viel Koffein zufuhr ähnliche, jedoch schwächere Zuckungen, die ich für Kreislaufschwächen hielt und einfach ausschlief.
Ab Montag habe ich mich dann stationär behandeln lassen, und nach dem ersten EEG war die Diagnose Juvenile myoklonische Epilepsie. Ein zweites EEG erhärtete/bestätigte den Verdacht und mir wurde eine Medikative Behandlung nahegelegt.

Nun frage ich mich ob dies sinnvoll währe, da ich noch keine wirklich "schlimmen" Anfälle erlitten habe, und diese auch immer nur nach starkem Schlafentzug. Wenn meine Krankheit also genau so weiterverliefe, käme ich ganz gut ohne zurecht!
Ich möchte einfach gerne die nächst Zeit abwarten und sehen was passiert, denn ich bin beruflich gerade in einer entscheidenden Phase und möchte a) nicht unnötig Medis nehmen, brauche aber b) auch eine gewisse Absicherung.

Hat jemand von euch einen ähnlichen Krankheitsverlauf gehabt? Und wie hat es sich dann entwickelt? Hab ihr sonstigen Rat pro oder Kontra Medis?

Vielen Dank um vorraus und Liebe Grüsse,
Thomas[/zitat]

Hallo Thomas,
deine Frage lässt sich leider nicht allgemein beantworten. Ich versuchs trotzdem.

Du schreibst du hast kleinere Anfälle.
Im Prinzip hast du Recht. Wenn es bei kleinen Anfällen bleibt, z. B. 3 mal im Monat muss man sich wirklich überlegen ob man Tableten nimmt.

Doch leider gibt es auch die Mögichkeit dass aus den kleinen Anfällen größere werden. Und größere Anfälle sind oftmals sehr viel schwieriger zu behandeln als die Kleinen. Da sprech ich aus Erfahrung.
(Bin jetzt schon 24 Jahre selbst betroffen. Meine Anfallsarten gehen jedoch von fokalen Anfällen bis zum Grand mal Status epilepticus)!!!
Daher kann es sinnvoll sein vorbeugend Medis zu nehmen, dass eben diese großen Anfälle vermieden werden.
Große Anfälle gehen oftmals mit einem Klinikaufenthalt einher. Daher ist die Gefahr beruflich auszufallen mit Großen Anfällen auch größer.
Umso früher die Richtige Behandlung beginnt um so besser.

Eine Prognose, was auf deine Epi-Form zutrifft kann und will ich nicht stellen, da ich keine Ärztin bin.
An deiner Stelle wurde ich mit dem Arzt auf alle Fälle darüber sprechen. Wenn mir dieser dann sagt, dass die Gefahr von großen Anfällen besteht wurd ich Medis nehmen. Eben um große Anfälle und dadurch berufliche Ausfallzeiten zu verhindern.
Die Entscheidung musst am Ende jedoch du allein, für dich treffen.

So ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.
Noch frohe Weihnachten.
Gruß Julia Höhe


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