vor 14 Tagen habe ich durch einen Neurologenwechsel auch ein neues Medikament verschrieben bekommen. Bis dahin nahm ich schon viele Jahre Timonil 400 retard. Mein neues Mittel heißt jetzt Carbabeta 400 retard. Nur seitdem ich es nehme, jucke ich mir nachts die Arme blutig. Den Hang zum Jucken hatte ich auch früher, nur nicht so extrem. Ich komme nicht mehr zum Schlafen, liege die Nacht wach und kratze und kratze. Hier meine Frage:
Kann der Wechsel etwas damit zu tun haben? Hat auch ein anderer schon ähnliche Erfahrung gemacht? Und welches ist das Mittel mit den wenigsten Nebenwirkungen?
Re: Medikamentenumstellung
olli
, Sunday, 30.12.2007, 18:03 (vor 6808 Tagen) @
schwedt, petra
Hallo Petra,
hatte vor vielen Jahren einmal das Medikament Phenhydan. Dadurch hatte ich auch Juckreiz, Hautausschlag und oft wurde mir so schwindlig, bin wie ein Betrunkener gegangen. Waren alles Nebenwirkungen des Medikaments bzw. des Wirkstoffes, bis es endlich abgeschafft wurde.
Frag mal deinen Arzt ob es noch ein anderes Medikament mit dem selben Wirkstoff gibt.
Habe damals in Bethel auch darauf bestanden, wieder ein Medikament mit dem selben Wirkstoff wie Liskantin (hatte man abgebaut) zubekommen, weil das die GM Anfälle unterdrückt hat.
Besprech das mal mit deinen Neurologen
Gruß olli
Re: Medikamentenumstellung
Frau
, Sunday, 30.12.2007, 22:03 (vor 6808 Tagen) @
schwedt, petra
Hallo,
ich denk auch eine Nebenwirkung.
Aber sag warst du mit deiner alten Medikation zufrieden.Oder warum hast du einer Umstellung zugestimmt.
Gruss F.
Re: Re: Medikamentenumstellung
schwedt, petra
, Wednesday, 02.01.2008, 13:08 (vor 6805 Tagen) @
schwedt, petra
Hallo,
ja ich war mit meinem alten Medikament sehr zufrieden, hatte auch bis zur Umstellung immer sehr gute Blutwerte, nur der Arzt sagte mir, Timonil dürfte der laut Kasse nicht mehr verschreiben und in den neuen Tabletten wäre das selbe drin. dann habe ich noch in der Apotheke gefragt, ob ich nicht den Mehrbetrag selbst dazu bezahlen könnte. Darauf sagte mir die Apothekerin, dass ginge nicht mehr, die Kasse würde in solch einem Fall dann noch nicht mal den geringeren Betrag annehmen und im Übrigen wäre das neue Präparat auch die selbe Rezeptur. Weil ich das auch glaubte, habe ich die vielen kleinen Veränderungen bei mir, auch nicht aufs Medikament geschoben. Nachdem ich mich jetzt ausführlich mit Carbabeta beschäftigt habe, weiß ich auch, dass der Arzt mir dieses Mittel gar nicht hätte verschreiben dürfen, da zu meinem Krankheitsbild Absencen gehören und dieses Mittel fördert und verstärkt diese und Carbabeta sollte solchen Patienten nicht verabreicht werden. Also wieder mal einen unfähigen Neurologen erwischt. Bin jetzt wieder auf der Sucht nach einem kompetenten Arzt. Hab am Montag einen Termin.
Petra
Re: Re: Re: Medikamentenumstellung
Torsten
, Thursday, 03.01.2008, 19:25 (vor 6804 Tagen) @
schwedt, petra
Hallo,
Du bist nicht an einen unfähigen Neurolgen geraten sondern tatsächlich an ein unfähiges Gesundheitssystem. Die Kasse zahlt Timonil wirklich nicht mehr. Verschreibt der Arzt es Dir trotzdem, zahlt er es aus eigener Tasche.
Traurig aber wahr.
Timonil
"Leben mit Epilepsie"
, Saturday, 05.01.2008, 07:33 (vor 6803 Tagen) @
schwedt, petra
Hallo Petra,
du kannst dir Timonil verschreiben lassen.
Nur heißt es dann CARBAMAZIPIN DESITIN !!!!!!!!!!!!
Timonil ist ja Carbamazipin von Desitin.
Desitin bietet somit sein eigenes 100% identisches Arzneimittel auf einer 2. Verkaufsschiene billiger an, sodaß dein Arzt es ohne Bedenken verschreiben kann.
Nach der neuen und auch der vorherigen Gesundheitsreform sind Ärzte dazu verpfichtet worden wirtschaftlich zu verschreiben. Das heißt aus dem unteren Drittel des Preissegmentes sollen Sie verschreiben (meist Generika) ansonsten können Sie wegen Unwirtschaftlichkeit sogar in Regress genommen werden.
Einen Haken hat das Ganze noch !!
Da mit der neuen Gesundheitsreform nun auch Krankenkassen mit Pharmafirmen (Generika) Rabattverträge ausgehandelt haben, soll nun die Apotheke je nach Krankenkasse ein anderes Arzneimittel an den Patienten abgeben.
Hierzu hat die Apotheke ein Softwareprogramm und schaut nun :
Carbamazipin --- welche Krankenkasse --- dann dieses oder jenes Generika
Auf dem Rezept muß nun "Carbamazipin Desitin" stehen und unbedingt "AUT IDEM" angekreuzt sein !!
Da Carbabeta von Betapharm sogar teurer ist als Carbamazepin Desitin (Timonil)
kann dein Arzt ohne Bedenken dir Carbamazepin Desitin verschreiben. Unter wirtschaftlichen und gesundheitlichen Gesichtspunkten ist dies für dich und Ihn besser.
Carbabeta von Betapharm 200 St 400mg retard = 42,80
Carbamazipin von Desitin 200 St 400mg retard = 37.85 (Timonil)
laut gelber Liste (1.1.08)
Gelbe Liste ist wie die rote Liste für Ärzte
http://www.gelbe-liste.de/01_start/indexpe.html
Es heißt zwar Generika sind identisch mit den Orginalarzneimittel dies muß aber nicht stimmen.
Es geht hier um den Begriff Bioäquivalenz/Bioverfügbarkeit
Sogar bei Generika muss eine Bioäquivalenzstudie die therapeutische Austauschbarkeit garantieren.
Ein generisches Medikament ist dann bioäquivalent, wenn in klinischen Vergleichsstudien nachgewiesen wurde, dass es mit dem Originalpräparat therapeutisch austauschbar ist. Dieses Verfahren garantiert, dass nicht nur der gleiche Wirkstoff verwendet wird, sondern dass generische Medikamente auch tatsächlich die gleiche Wirkung zeigen.
Bei einem Generikum kann die Richtlinie angewendet werden, dass die Wirkstoffmenge sowie die maximal erzielbare Konzentration im Blut bei Genereika zwischen 80 % und 125 % des Originalpräparates liegen muss.
Wobei hier zu erwähnen ist, dass die Konzentration von plus/minus 20 Prozent für Antiepileptika zu groß gewählt ist . Für einen Epilepsiepatienten kann dies u. U. riskant sein. Man muss sich immer vor Augen halten, dass die Bioverfügbarkeit bei jedem Menschen anders ist. (lt. Dr. Wolf, Bethel, aus Ärzteblatt)
liebe Grüße
Ragnar