Ich leide seit 2006 unter dieser Form von Anfällen. 2007 hatte ich zwei im Abstand von nur drei Monaten.
Seit meine Eltern von meinen Anfällen wissen werde ich jeden Tag von ihnen angerufen und mit Fragen wie geht es dir auch gut, trinkst du auch keinen Alkohol, hast du dich schon auch nach einem neuen Job umgesehen, schläfst du genügend.... Das geht mir alles ziemlich... Nach jedem Anruf bin ich immer auf 180ig.So war es auch vor fünf Tagen, da sind wir zu meinen Eltern gefahren, da war ich total angespannt. Wegen den blöden Fragen wieder.
Bei meinen Eltern war es mir total komisch und ich war total abwesend.Ich hatte die selben Erscheinungen wie bei den anderen Anfällen. Mein Freund hat mich dann ins Bett gebracht und ich habe sofort geschlafen, danach war wieder alles normal und ich könnt mich nur in Fetzen daran erinnern,was alles war. Nun meine Fragen, wie kann ich meinen Eltern gegenübertreten ohne sie zu verletzen und wie "erkenne" ich , wenn ich vor einem Anfall stehe. Wer kann mir weiterhelfen? Wäre echt dankbar, weil ich total verzweifelt bin. Bettina
Re: Komplex fokale Epilepsie
Roland
, Thursday, 03.01.2008, 19:57 (vor 6804 Tagen) @
Bettina
Hallo Bettina
Dieses hört sich bestimmt so an wie bei deinen Eltern.
Das was du so schreibst erinnert mich an meine Tochter.
Ich glaube, dass du die Schwelle zu einem Anfall fast überschritten hättest, wenn du dich nicht hingelegt hättest. Frag dich doch mal selbst. Hättest du dich hingelegt wenn keiner dagewesen wäre?
Unsere Tochter war auch manchmal etwas genervt von unseren Fragen. Das kleine Problem war nur, dass bei einigen Aufräumaktionen auch mal Tabletten aufgetaucht sind, die sie also nicht genommen haben kann. Auch am Wochenende wurde ganz gerne mal bis morgens durchgemacht, man kann dann ja dann tagsüber schlafen. Nur in der Woche muss man morgens zur Schule oder zur Ausbildung. Also von Schlafrhythmus kann man da nun wirklich nicht reden. Auch sollte man nicht einfach andere Tabletten nehmen, die sich mit anderen Tabletten nicht vertragen, oder Alkohol trinken und Sachen machen, die man bei Epilepsie nicht machen sollten. Überlege doch mal selber, ob sich deine Eltern nicht doch zurecht Sorgen machen.
Unsere Tochter würde wahrscheinlich noch leben, wenn sie alles befolgt hätte, was der Neurologe und wir ihr gesagt haben.
Also nicht alles immer so eng sehen.
Gruß Roland
Re: Komplex fokale Epilepsie
Max
, Friday, 04.01.2008, 14:06 (vor 6803 Tagen) @
Bettina
Hallo Bettina,
dass deine Eltern sich um Dich Sorgen machen, finde ich toll. Haben Sie vielleicht Angst um Dich? Versuche doch die ganze Problematik in einem offenen Gespräch zu klären. Deine Eltern haben bestimmt Verständnis und werden sich dann bestimmt an Eure "Abmachungen" dann halten. Die Beziehung wird dann mit Sicherheit wider lockerer.
Betreffs deiner "Vorahnung" bei Anfällen hast du die Antwort bereits Dir selber gegeben. Du hast selber beschrieben was geschieht wenn sich ein "Anfall" ankündigt.
Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut für ein offenes Gespräch. Ebenso, dass Du die Wahrnehmungen richtig wahrnimmst wenn wieder ein Schub kommt
LG Max
Re: Komplex fokale Epilepsie
Bettina
, Friday, 04.01.2008, 16:40 (vor 6803 Tagen) @
Bettina
Hallo Max, danke für ihre Antwort. Natürlich weis ich, dass sich meine Eltern Sorgen machen und bin ihnem auch sehr dankbar, dass sie immer für mich da sind. Aber ich (31 Jahre), habe immer das Gefühl noch ein Kleinkind zu sein. Mein Freund ist ziemlich verärgert über meine Eltern,da diese täglichen Anrufe immer mit den gleichen Fragen meiner Eltern im Vordergrund stehen. Es gibt bei meinen Eltern immer nur dieses Thema, ich bin ehrlich froh, das sie fast 200 km weit entfernt wohnen, sonst würden sie täglich vor der Tür stehen, vielleicht bin ich auch sehr empfindlich geworden, weil ich mit der neuen Situation, dass ich Epilepsie habe nicht richtig klar komme. Es ist momentan halt nicht einfach für mich. ich hoffe natürlich, dass es zu keien weiteren Anfällen kommt.
Re: Re: Komplex fokale Epilepsie
Bettina
, Friday, 04.01.2008, 16:48 (vor 6803 Tagen) @
Bettina
[Hallo Roland,
natürlich ist mir klar, dass sie meine Eltern Sorgen machen. Aber momentan gibt es bei ihnen kein anders Thema und das ist ziemlich belastend für mich, weil ich mich noch nicht so richtig an den Gedanken gewöhnt habe, dass ich Epilepsie habe.
Ich befolge natürlich alle Anweisungen von meinem Arzt, aber im Alltag ist dies oft nicht einfach.
Das mit dem Schlafen, hat mir aber schon einmal geholfen einen Anfall zu vermeiden.
Bettina
Re: Komplex fokale Epilepsie
Max
, Friday, 04.01.2008, 18:10 (vor 6803 Tagen) @
Bettina
Hallo Bettina,
so wie es aussieht mußt Du deinen Eltern klarmachen, dass Sie Dich endlich loslassen sollen. Ebenso muß Ihnen klar sein, dass Du dein eigenes Leben führst. Es muß Ihnen klar sein, dass Du einen Lebenspartner hast. Deine Krankheit ist nicht einfach. Ebenso möchtest Du Dein Leben mit deinem Lebenspartner erleben und nicht mit den Eltern. Mit meinen Eltern hatte ich das gleiche Problem. Bis ich den Mut hatte mit Ihnen Klartext zu reden. Lass Dich nicht klein kriegen. Dein Lebenspartner steht dann mit Sicherheit zu Dir. Sonst bekommst Du mit Sicherheit keine Ruhe.
Ich wünsche Dir viel Mut und Glück.
LG
Max
Re: Komplex fokale Epilepsie
Danny
, Friday, 04.01.2008, 20:24 (vor 6803 Tagen) @
Bettina
Hi Bettina,
ich habe auch komplex-partiale Anfälle, und es geht mir auch auf die Nerven, wenn ich mich da durch meine Eltern (bzw. meine Mutter) kontrolliert fühle. Ich denke oft, sie sorgt sich an den falschen Stellen, also in ganz anderen Situationen, als wo ich die Anfälle für problematisch halte. Aber es fällt mir auch auf, dass ich besser damit umgehen kann, wenn mich gute Freunde auf den Umgang mit Medikamenten etc. ansprechen. Vielleicht hat man das bei Eltern so drin, "Hast du auch deine Hausaufgaben gemacht?" 
Vielleicht werden Eltern nie erwachsen...
Danny
Re: Komplex fokale Epilepsie
Anne
, Saturday, 05.01.2008, 07:02 (vor 6803 Tagen) @
Bettina
[zitat=Bettina] Ich leide seit 2006 unter dieser Form von Anfällen. 2007 hatte ich zwei im Abstand von nur drei Monaten.
Seit meine Eltern von meinen Anfällen wissen werde ich jeden Tag von ihnen angerufen und mit Fragen wie geht es dir auch gut, trinkst du auch keinen Alkohol, hast du dich schon auch nach einem neuen Job umgesehen, schläfst du genügend.... Das geht mir alles ziemlich... Nach jedem Anruf bin ich immer auf 180ig.So war es auch vor fünf Tagen, da sind wir zu meinen Eltern gefahren, da war ich total angespannt. Wegen den blöden Fragen wieder.
Bei meinen Eltern war es mir total komisch und ich war total abwesend.Ich hatte die selben Erscheinungen wie bei den anderen Anfällen. Mein Freund hat mich dann ins Bett gebracht und ich habe sofort geschlafen, danach war wieder alles normal und ich könnt mich nur in Fetzen daran erinnern,was alles war. Nun meine Fragen, wie kann ich meinen Eltern gegenübertreten ohne sie zu verletzen und wie "erkenne" ich , wenn ich vor einem Anfall stehe. Wer kann mir weiterhelfen? Wäre echt dankbar, weil ich total verzweifelt bin. Bettina[/zitat]
Hallo Bettina
Zum Teil verstehe ich Dich und gebe auch den anderen Schreibern recht!
Es kann zum Teil sehr lästig sein wenn man nur noch das Thema Epi hört!
Aber man muß sich jetzt mal an einen Tisch setzen und dieses Thema aller Freundschaft abklären das Für und Wider. Aber ich hab habe nur eine ganz andere Seite kennengelernt: ich stand mit 12 Jahren alleine ohne einen Rückhalt da und bei bekam wenn ich nur sagte ich fühle mich nicht wohl zur Antwort von meiner Mutter :" stell dich nicht so an mit deinem Scheiß!!!" was meinst Du wie das währe wenn Deine Eltern gar kein Interesse an Dich hätten? Ich bin heute 53 Jahre und vor einigen Jahre mußte ich mich noch mal mit meiner Mutter auseinandersetzen weil ich was wissen mußte für´s Versorgungsamt was meinst Du was ich da für eine Antwort erhalten habe?
"Ich hab mich mit dem Scheiß nie befasst"!!!
Selbst in meinem Alter hat es mich fast umgehauen, trotz das ich mit einer solchen Reaktion gerechnet hatte.
Ich weiß nicht ob Dir diese Art lieber währe? Also sucht zusammen eine Lösung denn jetzt müßen alle zusammen aufeinander zugehen auch Dein Lebenspartner! Ich wohne seiht meinem 15 Lebensjahr fast 500 km von meiner Heimat weg, aber ich habe alle Brücken zu meiner Familie abgebrochen da ja eh kein Interesse an mich da ist!
Aber es ist nun mal so das die Kinder für die Eltern immer "DAS" Kind bleibt... (lächel).
Versucht es mit einer ehrlichen Aussprache und mach Ihnen klar das Du die Ängste verstehst und das Du Dankbar bist über die Aufmerksamkeit aber das es Dir nun zuviel wird.Fangt mit einem Mittelweg an z.B. das nur alle 2 Tage angerufen werden soll, aber wenn Dir etwas schlechter geht sag Ihnen das auch ehrlich, und dann die Anrufe auf einmal in der Woche verringert so alle 3 wochen einen Tag weniger bis IHr nur einen Tag in der Woche habt.
Das währe doch eine gute Sache oder?
Ich wünsche Dir viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft
Gruß
Anne