Dipl. Sozialpädagogin

Nadine @, Sunday, 13.01.2008, 18:42 (vor 6794 Tagen)

Hallo,

vor 3 Jahren ist meine Epilepsie diagnostiziert worden. Im September 2006 hatte ich meinen letzten Anfall, der durch; davon bin ich überzeugt; Streß und Mobbing an meiner Arbeit verursacht wurde. Ansonsten bin ich sehr gut medikamentös eingestellt. Nun meine Frage: Ich arbeite in einer heilpädagogischen Einrichtung, in der Autofahrten mit Bewohnern (Arzttermine, Stadtgänge usw.) auf der Tagesordnung stehen. Ist es gerechtfertigt ohne ärztliches Attest mir das Autofahren vom Arbeitgeber aus zu verbieten? Wenn ja, könnte ich nach ca. 2 jähriger Anfallsfreiheit wieder fahren? Dazu muß ich noch sagen, daß ich privat auch fahre und einen Führerschein besitze!!!

Re: Dipl. Sozialpädagogin

hardy @, Monday, 14.01.2008, 09:13 (vor 6794 Tagen) @ Nadine

hallo nadin du darfst nicht mit dem auto fahren,nicht privat und schon gar nicht für den arbeitgeber.du musst glaube ich 3 jahre anfallsfrei sein um wieder auto zu fahren.
sollte beim autofahren irgendetwas passieren trägst du die alleinschuld.ich glaube man muss den führerschein sogar abgeben

Re: Dipl. Sozialpädagogin

Jonny1303 @, Monday, 14.01.2008, 10:16 (vor 6794 Tagen) @ Nadine

Hallo Nadine,

"glauben" tzzz, tzzz, tzzz...

nachfolgend verlinkte Leitlinie:
http://www.epilepsie-netz.de/155/Epilepsie-Ratgeber/Fuehrerschein.htm
hat quasi den Charakter "Empfehlung mit Nachdruck", sie ist somit für die Erteilung einer Fahrerlaubnis verbindlich.
Abhängig von Deiner Form der Epilepsie gibt es also ein Verbot zum Autofahren bis zu zwei Jahren (schlafgebunden: drei Jahre), dies teilt Dir Dein Neurologe, schon um sich selbst abzusichern, explizit mit.

Soweit zur rechtlichen Seite.

Deinen Arbeitgeber kann ich aber sehr gut verstehen, wenn er Dir ein Fahrverbot auferlegt - das ist sein gutes Recht und dient hier dem Schutz der Dir anvertrauten Personen.
Darüber hinaus würde ich mir als Epi immer die Frage stellen, ob ich es verantworten kann, ggf. bei einem Unfall andere Menschen zu töten, von Dir allein möchte ich hier nicht reden.

Alles Gute und zuckende Grüße

jürgen

p.s.:Laß das Auto stehen, iss besser so!

Re: Dipl. Sozialpädagogin

angelajanine @, Tuesday, 15.01.2008, 12:54 (vor 6792 Tagen) @ Nadine

Ich habe meinen FS jetzt schon vor c.a. 20 Jahren abgeben müssen. Ich war damals sauer und dachte wieso ich so dämlich und ehrlich gewesen bin, es angegeben zu haben. Doch es ist schon ok so. Glaub mir, es geht auch ohne.

Als ich noch fahren durfte, hatte ich einmal kurz vor einer Autobahnabfahrt die Ankündigung eines Anfalls. Der kam zwar zum Glück nicht durch, aber ich mag gar nicht mehr daran denken, was passiert wäre, wenn er durchgekommen wäre oder ich bei dem Tempo in dem ich die Ausfahrt dann in Panik genommen habe es zu einem Unfall gekommen wäre, wo ich vielleicht noch andere Unschuldige mit herein gezogen hätte.

Und bisher bin ich auch ohne Führerschein immer von A nach B gekommen ;-)

Re: Re: Dipl. Sozialpädagogin

Christian @, Wednesday, 16.01.2008, 14:46 (vor 6791 Tagen) @ Nadine

Dazu einmal eine kleine Geschichte, die ich einmal von einem Taxifahrer zu hören bekommen habe.

Der hatte mir erzählt, nach dem ich mit diesem ins Gespräch gekommen war, über meine Epilspsie, dass er einen Kollegen habe, der auch Epileptiker wäre und einen Anfall gehabt hatte, während einer fahrt. Dieser Kollege ist während dieses Anfalls in eine Bushaltestelle gefahren und die Kollegen haben ihn gedeckt und sein "einziges Glück" bestand darin, dass er keine Gäste hatte und dass in der Bushaltestelle keiner stand.

Nun stelle sich mal einer vor, an dieser Bushaltestelle (das war eine am Hauptbahnhof) wären Menschen gestanden und was dann passiert gewesen wäre und wie viele verletzte es gegeben hätte?

Eine andere Geschichte ist die von einer ehemaligen Schulkameradin, die ebenfalls eine "schwächere" art der Epilepsie hat und die ich einmal wieder getroffen hatte. Ich wusste bis Dato nicht, dass sie Epilepsie hatte und auch nicht, dass sie einen Führerschein gemacht hatte.

Als sie mir das erzählte, sagte ich ihr einfach nur Stumpf, dass sie einen Knall hat und sie sich mal überlegen sollte was passiert, wenn sie einen Anfall hinterm Steuer bekommt. Sie hatte allerdings nichts besseres zu tun als damit anzugeben, wie sie ihren Neurologen davon nichts erzählt hatte, dass sie einen Führerschein hat.

Ich persönlich würde auch gerne einen machen wollen, aber ich könnte es niemals mit meinem Gewissen vereinbaren, mich hinter ein Steuer zu setzen und zu wissen, dass die Gefahr besteht, einen Anfall zu bekommen und damit anderes leben zu gefährden. Selbst wenn ich Anfallsfrei wäre, würde ich persönlich niemals auf die Idee kommen, einen Führerschein zu machen, weil selbst hier die Gefahr eines Rückfalls zu groß wäre.

Ich habe selber schon genug Probleme damit, mit dieser Krankheit ein geregeltes Leben hinzubekommen und dann noch die Gefahr einzugehen, jemand anderen das Leben kaputt zu machen, wäre mir einfach viel zu groß.

Aber scheinbar denken einfach viel zu viele Menschen immer noch nur an sich selbst und nicht daran was sie anderen damit antun könnten und sich selber, denn die Schuld die sie sich damit aufbürden würde, würde ihnen niemand abnehmen.