Mein Junge

Gaby Grobauer @, Tuesday, 19.02.2008, 16:36 (vor 6757 Tagen)

Hallo,
seit heute genau vor einer Woche wissen wir, dass unser Sohn (17 Jahre und mitten in einer Ausbildung zum Dachtechniker) an Epilepsie erkrant ist. Aus dem nichts, und gottseidank zuhause in seinem Zimmer, hatte er plötzlich einen sehr schlimmen Krampfanfall mit anschließender Bewusstlosigkeit. Das ganze hat ca. 2 min. gedauert. Er wurde dann vom Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert, wo er am nächsten Morgen einen erneuten Anfall bekam, den er aber noch ankündigen konnte. Es wurde dann im Laufe der Woche nach EEG, Kernspinn, Liquor test etc. eine fokale Epilepsie ohne genaueren Grund diagnostiziert. Und jetzt ist er ersteinmal seinen Job los, der Arzt hat dies sofort untersagt, darf seinen Führerschein ersteinmal nicht machen und ist völlig verunsichert, wie wir als Eltern und seine Geschwister auch. Es gibt in der gesamten Familie keine bekannte Erkrankung dieser Art.
Benjamin hat nun ein Medikament namens Keppra, wovon er täglich zweimal je 1000 mg einnehmen muss und die ihn ganz schön "zudröhnen" wie er es nennt. Zudem hat er öfter am Tag Schluck-Probleme.- Entweder kann er gar nicht schlucken oder es folgt ein wahrer Schluckanfall. Auch diese Auren hat er manchmal, die aber zu keinem weiteren Anfall führen sondern dann wieder aufhören. Da wir erst am 03.03.08 einen Termin bei einem Neurologen (der uns von einer Bekannten mit Epilepsie empfohlen wurde) haben und der Hausarzt zwar die Medikation weiterverschreibt, aber keine so große Erfahrung bei Epilepsie hat, wende ich mich an dieses Forum.
Ich als Mutter versuche meinem Sohn Kraft und Mut zu geben, ihn aufzubauen indem ich immer wieder sage, dass Epilepsie gut behandelbar ist, dass er keine Angst vor der Zukunft haben soll und jede Veränderung im Leben ja auch positiv sein kann, aber abends im Bett, wenn er kichernd mit seiner Freundin in seinem Zimmer liegt, bin ich völlig verzweifelt. Vielleicht gibt es ja in diesem Forum auch Patienten in seiner Altersgruppe, mit denen er sich evtl austauschen könnte.
Die Frage ist ganz einfach: Was machen wir jetzt?

Für alle AW's schon jetzt vielen Dank!
Liebe Grüße
Gaby

Re: Mein Junge

Severin @, Tuesday, 19.02.2008, 17:13 (vor 6757 Tagen) @ Gaby Grobauer

[zitat=Gaby Grobauer]
Ich als Mutter versuche meinem Sohn Kraft und Mut zu geben, ihn aufzubauen indem ich immer wieder sage, dass Epilepsie gut behandelbar ist, dass er keine Angst vor der Zukunft haben soll und jede Veränderung im Leben ja auch positiv sein kann, aber abends im Bett, wenn er kichernd mit seiner Freundin in seinem Zimmer liegt, bin ich völlig verzweifelt. Vielleicht gibt es ja in diesem Forum auch Patienten in seiner Altersgruppe, mit denen er sich evtl austauschen könnte.
Die Frage ist ganz einfach: Was machen wir jetzt?
[/zitat]

hallo

Für mich als sohn währe das genügend. bin 22 (und bis jetzt noch kein diagnostifizierter epileptiker (der neurologe an den ich weiterempfolen wurde ist zur zeit in den Ferien.) Ich habe mir ziemlich lange einen Kopf gemacht was wenn Epilepsie diagnostifiziert wird usw. Irgendwann bin ich dann mal auf MS gestossen und da habe ich dann richtig angst gekriegt (weil ich nie einen Richtigen Epileptischen anfall wie dein sohn erlebt habe) und Epilepsie erschien schon wieder ziemlich freundlich. Nunja vielmehr als ich könnt ihr wohl auch nicht machen... Abwarten. Aber du scheinst das schon ziemlich gut zu machen, viel mehr als deinen Sohn zu stüzen kannst du garnicht machen. Und wieso bist du verzweifelt wenn er abends mit der Freundin im bett liegt und kichert =?
Immerhin ist ihm das lachen nicht vergangen und die freundin lenkt ihn vielleicht einwenig von seinen problemen ab.. ist doch schön. Ich bin auch froh das ich meine Freundin habe. Wobei ich bis jetzt noch gelasener bin als sie. ^-^'Wenn du magst kannst du deinem sohn versuchen etwas zum lesen zu geben zum thema. Aber auch hier manchmal ist wissen belastender als unwissenheit.

Naja euch auf jedenfall alles gute und viel Kraft.

lg Severin

Re: Mein Junge

Anne @, Wednesday, 20.02.2008, 07:59 (vor 6757 Tagen) @ Gaby Grobauer

[zitat=Gaby Grobauer]Hallo,
seit heute genau vor einer Woche wissen wir, dass unser Sohn (17 Jahre und mitten in einer Ausbildung zum Dachtechniker) an Epilepsie erkrant ist. Aus dem nichts, und gottseidank zuhause in seinem Zimmer, hatte er plötzlich einen sehr schlimmen Krampfanfall mit anschließender Bewusstlosigkeit. Das ganze hat ca. 2 min. gedauert. Er wurde dann vom Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert, wo er am nächsten Morgen einen erneuten Anfall bekam, den er aber noch ankündigen konnte. Es wurde dann im Laufe der Woche nach EEG, Kernspinn, Liquor test etc. eine fokale Epilepsie ohne genaueren Grund diagnostiziert. Und jetzt ist er ersteinmal seinen Job los, der Arzt hat dies sofort untersagt, darf seinen Führerschein ersteinmal nicht machen und ist völlig verunsichert, wie wir als Eltern und seine Geschwister auch. Es gibt in der gesamten Familie keine bekannte Erkrankung dieser Art.
Benjamin hat nun ein Medikament namens Keppra, wovon er täglich zweimal je 1000 mg einnehmen muss und die ihn ganz schön "zudröhnen" wie er es nennt. Zudem hat er öfter am Tag Schluck-Probleme.- Entweder kann er gar nicht schlucken oder es folgt ein wahrer Schluckanfall. Auch diese Auren hat er manchmal, die aber zu keinem weiteren Anfall führen sondern dann wieder aufhören. Da wir erst am 03.03.08 einen Termin bei einem Neurologen (der uns von einer Bekannten mit Epilepsie empfohlen wurde) haben und der Hausarzt zwar die Medikation weiterverschreibt, aber keine so große Erfahrung bei Epilepsie hat, wende ich mich an dieses Forum.
Ich als Mutter versuche meinem Sohn Kraft und Mut zu geben, ihn aufzubauen indem ich immer wieder sage, dass Epilepsie gut behandelbar ist, dass er keine Angst vor der Zukunft haben soll und jede Veränderung im Leben ja auch positiv sein kann, aber abends im Bett, wenn er kichernd mit seiner Freundin in seinem Zimmer liegt, bin ich völlig verzweifelt. Vielleicht gibt es ja in diesem Forum auch Patienten in seiner Altersgruppe, mit denen er sich evtl austauschen könnte.
Die Frage ist ganz einfach: Was machen wir jetzt?

Für alle AW's schon jetzt vielen Dank!
Liebe Grüße
Gaby[/zitat]
Hallo Gaby
Bitte bewahrt erstmal Ruhe, auch wenn es sehr schwer fällt! Es kann sich dem Alter auch eventuell um eine Jungendepi handel die auch wieder verschwinden kann! Keppra ist mir bekannt hab ich selber komme gut damit klar! mich wundert es nur das man mit einer so hohen Dosis anfängt!
in der Regel fängt man mit einer kleinen Dosis an und steigert sie dann bei bedarf! Denn grade am Anfang muß der Körper sich erst an die Medikamente gewöhnen! Vorallem muß auch regelmäßig Blutkontrollen gemacht werden , die kann der Hausaurzt machen!
Das Dein Sohn in dem Beruf zumindestens vorerst nicht weitermachen kann ist schon klar; es besteht "ABSTURTZGEFAHR" und das soll doch nicht auch noch passieren, auch der Führerschein darf nicht gemacht werden oder zur Zeit ist das Fahrverbot vom Arzt ausgesprochen dies sollte man dringend einhalten!
Denn man bringt nicht nur sich sondern auch andere in Gefahr!
Ich schicke euch mal ein paar Adressen:
http://www.epilepsie.de/
http://www.bethel.de/bethel_de/menschen_in_bethel/index.php
http://www.forschungsnachrichten.de/de_M1/Modernstes-Epilepsie-Zentrum-im-Uniklinikum-Erlangen.htm
Hier findest Du Rat und Hilfe ebenfalls kann Dir auch einen Arzt oder Klinik in deiner Nähe nennen, um die Ursache heruas zu finden was mit deinem Sohn passiert ist!
Hat er unter umständen Probleme auf der Arbeit, Berufsschule?
Oder hatte er vielleicht einen Arbeitsunfall hier reicht manchmal auch nur das man sich heftigs den Kopf angestoßen hat!
Noch ein solltest Du wissen: Epilepsie ist nicht erblich das kann jeder bekommen. Z:B: durch starke Aufregung, Schock bei Unfall, oder auch extreme ungewohnte Belastung, auch bei Impfungen sollte man vorsichtig sein falls eine Impfung in den Letzten Wochen war geht dem nach ob vielleicht da das Problem zu suchen ist.
Ich hoffe das alles wieder gut wird, wenn du möchtest kannst Du mich gerne auch per Mail anschreiben!
Alles Gute
Gruß Anne

Re: Mein Junge

angie @, Thursday, 21.02.2008, 20:31 (vor 6755 Tagen) @ Gaby Grobauer

[zitat=Gaby Grobauer]Hallo,
seit heute genau vor einer Woche wissen wir, dass unser Sohn (17 Jahre und mitten in einer Ausbildung zum Dachtechniker) an Epilepsie erkrant ist. Aus dem nichts, und gottseidank zuhause in seinem Zimmer, hatte er plötzlich einen sehr schlimmen Krampfanfall mit anschließender Bewusstlosigkeit. Das ganze hat ca. 2 min. gedauert. Er wurde dann vom Notarzt ins Krankenhaus eingeliefert, wo er am nächsten Morgen einen erneuten Anfall bekam, den er aber noch ankündigen konnte. Es wurde dann im Laufe der Woche nach EEG, Kernspinn, Liquor test etc. eine fokale Epilepsie ohne genaueren Grund diagnostiziert. Und jetzt ist er ersteinmal seinen Job los, der Arzt hat dies sofort untersagt, darf seinen Führerschein ersteinmal nicht machen und ist völlig verunsichert, wie wir als Eltern und seine Geschwister auch. Es gibt in der gesamten Familie keine bekannte Erkrankung dieser Art.
Benjamin hat nun ein Medikament namens Keppra, wovon er täglich zweimal je 1000 mg einnehmen muss und die ihn ganz schön "zudröhnen" wie er es nennt. Zudem hat er öfter am Tag Schluck-Probleme.- Entweder kann er gar nicht schlucken oder es folgt ein wahrer Schluckanfall. Auch diese Auren hat er manchmal, die aber zu keinem weiteren Anfall führen sondern dann wieder aufhören. Da wir erst am 03.03.08 einen Termin bei einem Neurologen (der uns von einer Bekannten mit Epilepsie empfohlen wurde) haben und der Hausarzt zwar die Medikation weiterverschreibt, aber keine so große Erfahrung bei Epilepsie hat, wende ich mich an dieses Forum.
Ich als Mutter versuche meinem Sohn Kraft und Mut zu geben, ihn aufzubauen indem ich immer wieder sage, dass Epilepsie gut behandelbar ist, dass er keine Angst vor der Zukunft haben soll und jede Veränderung im Leben ja auch positiv sein kann, aber abends im Bett, wenn er kichernd mit seiner Freundin in seinem Zimmer liegt, bin ich völlig verzweifelt. Vielleicht gibt es ja in diesem Forum auch Patienten in seiner Altersgruppe, mit denen er sich evtl austauschen könnte.
Die Frage ist ganz einfach: Was machen wir jetzt?

Für alle AW's schon jetzt vielen Dank!
Liebe Grüße
Gaby[/zitat]

Hallo Gaby

Ich finde es sehr gut das du deinen Sohn so stützt . Ich bin 16 Jahre und man kann mit der Krankheit sehr gut leben.Man kann eigentlich alles machen und das es ihm momentan so zugedröhnt vorkommt ist normal der Körper muss sich erst an die Medis gewöhnen.

Wünsche euch viel glück

Angie