Epilepsie oder Dissoziationen

Katrin @, Friday, 22.02.2008, 19:26 (vor 6754 Tagen)

Hallo liebe Leidesgenossen und liebe Ratgeber,

seit 3 Wochen nehme auch ich Keppra, nachdem ich ca. 2 Monate ein Antidepressivum (Citalopram 10 mg) und Lamotrigin 100 mg genommen habe. Seit 1996 habe ich "Zustände" (so nenne ich mein Leiden), habe mir auch nie so den Kopf gemacht darum gemacht, da ich mich immer irgendwie wieder in die Realität holen konnte. Nur seit 06/2007 wurde es immer schlimmer, mit Ohnmachtsanfällen, wusste nicht wie ich an den Ort gekommen bin... und somit wurde ich im Krankenhaus durchgecheckt. Die Ärzte können mir nicht 100 %ig sagen, ob ich nun Epilepsie habe oder doch eine dissoziative Störung habe. Ich schiebe vieles auf meine Kindheit und mein Verhältnis zu meinem Vater. Werde jetzt parallel eine Verhaltenstherapie machen, da Keppra keine gerade lapidare Nebenwirkungen hat und das Leben sehr einschränken.
Jetzt mal eine Frage an Euch: Habt ihr denn Erfahrungen gemacht, wo die Ärzte nicht genau sagen konnten, was ihr habt. Habt ihr psychische Leiden (Depressionen etc.)?

Ich freue mich auf Eure Antworten!
Vielen Dank!

Re: Epilepsie oder Dissoziationen

Anton @, Friday, 22.02.2008, 21:12 (vor 6754 Tagen) @ Katrin

Hallo Kathrin,
ich bin schon lange an Epilepsie erkrankt. Die Medikamente, die Anfälle und die Einschränkungen, denen man ausgesetzt ist, können auch in die Depression führen. So habe ich das erleben müssen.
Nur ist den Ärzten damals ein entscheidender Fehler unterlaufen. Immer wenn ich gar nicht mehr konnte, meistens sind das die Medikamente gewesen, die mich in diesen Zustand versetzt haben, wurde ich in eine psychosomatische Klinik geschickt.
Heute sage ich, das war Blödsinn. Denn wie sollen die Depressionen weggehen, wenn die Symtome, die sie zuvor verursachst haben, nicht abgestellt worden sind?
Du gehörst aus meiner Sicht in die Hände eines erfahrenen Epileptologen, das kann ein Neurologe sein, der im Besitz eines Epilepsie-Zertifikats ist, das ist eine Zusatzausbildung für Epilepsie. Mehr noch wäre dir geholfen, wenn Du einen Termin bekommen könntest in einer der Epilepsie-Ambulanzen, diese sind zu finden in den zahlreichen Epilepsie-Zentren Deutschlands.
Ich finde, wenn die Auslöser für Deine Zustände abgestellt worden sind, dann ist eine psychotherapeutische Behandlung angesagt.
Ich wünsche dir baldige Besserung und alles Gute auf ganzer Breite.
Herzliche Grüße
Anton

Re: Re: Epilepsie oder Dissoziationen

Katrin @, Saturday, 23.02.2008, 00:41 (vor 6754 Tagen) @ Anton

[Hallo Anton!
Vielen Dank für Deine Nachricht bzw. Antwort.
Mich würde interessieren, wie alt Du bist und wie lange Du schon unter Epilepsie leidest. Was hast Du für Erfahrungen mit Medikamenten gemacht und inwiefern hat es Dich im Alltagsleben beeinflusst?
Ich habe bereits vor 8 Jahren eine Psychologische Therapie gemacht, aber die hat mir nicht wirklich weiter geholfen. Jetzt weiß ich wieder mehr, was mein Krankheitsbild angeht und werde eine Verhaltenstherapie machen, sofern ich denn einen Platz bekomme.
1996 hab ich einen etwas schweren Fahrradunfall gehabt, wo ich mit den Kopf auf die Windschutzscheibe getroffen bin. Von daher könnte ja auch die Epilepsie kommen, aber so richtig will ich das noch nicht wahr haben. Ich glaube eher daran, dass ich eine dissoziative Störung habe, was mir die Ärzte auch eingeräumt haben. Wenn ich trotz des Keppra weiterhin diese „Zustände“ bekomme, dann hab ich wohl keine Epilepsie. Bisher hab ich noch nichts gemerkt. Wie oft hast Du denn die Anfälle z.B. im Monat gehabt?
Ohne Medikamente hab ich sie beispielsweise ca. 6x im Monat gehabt. Diese kann man aber mit den typischen epileptischen Anfällen nicht vergleichen.
Ich wünsche ein schönes und erholsames Wochenende!!!
Viele Grüße von Katrin

Re: Re: Re: Epilepsie oder Dissoziationen

Anton @, Saturday, 23.02.2008, 08:35 (vor 6754 Tagen) @ Katrin

Hallo Katrin,
bei Dissoziationen kann viel dahinterstecken. Was Du an Erlebnissen in Deinem Leben außer diesen Fahrradunfall gehabt hast, weißt Du ja. Vielleicht lohnt es sich, da ein wenig zurückzublicken. Es kann auch eine Erfahrung sein, die schon sehr lange zurückliegt.
Bevor ich lange Zeit Keppra oder andere Antikonvulsiva schluckte, würde ich auf jeden Fall noch eine ausführliche MRT-Aufnahme und ein Langzeit-EEG gemacht haben wollen. Wenn mir dann Epileptologen bestätigten, dass eine Epilepsie vorliegt, müsste über die "richtige" Medikation verhandelt werden, nicht nur verordnen lassen, sondern erst verhandeln. Denn diese Bewußtseinsaussetzer müssen nicht in jedem Fall eine Epilepsie sein.
Ich nehme stark an, dass es durch den Fahrradunfall zur Narbenbildung gekommen ist, die die Anfälle auslösen.
Ich wünsche gute Besserung und alles Gute.
Viele Grüße
Anton

Re: Epilepsie oder Dissoziationen

varinia @, Monday, 25.02.2008, 17:21 (vor 6751 Tagen) @ Katrin

Hallo Katrin,

als ich Deinen Bericht gelesen habe,wurde ich hellhörig.Denn mir geht es ähnlich.Leide auch seit längerem unter Anfällen/Zuständen, die epilepsie-ähnlich, aber nicht identisch ablaufen. Habe sämtliche Untersuchungen durch-eine Epilepsie konnte weder festgestellt, noch ausgeschlossen werden!!!deswegen kamen auch dissoziative Anfälle in Betracht. Würde mich gerne mit Dir austauschen. Meld Dich doch mal per Email (Oben auf meinen Namen klicken). Fände ich super. Bis dahin,
Gruß Varinia

Re: Epilepsie oder Dissoziationen

Edith ⌂ @, Friday, 29.02.2008, 17:53 (vor 6747 Tagen) @ Katrin

[zitat=Katrin]Hallo liebe Leidesgenossen und liebe Ratgeber,

seit 3 Wochen nehme auch ich Keppra, nachdem ich ca. 2 Monate ein Antidepressivum (Citalopram 10 mg) und Lamotrigin 100 mg genommen habe. Seit 1996 habe ich "Zustände" (so nenne ich mein Leiden), habe mir auch nie so den Kopf gemacht darum gemacht, da ich mich immer irgendwie wieder in die Realität holen konnte. Nur seit 06/2007 wurde es immer schlimmer, mit Ohnmachtsanfällen, wusste nicht wie ich an den Ort gekommen bin... und somit wurde ich im Krankenhaus durchgecheckt. Die Ärzte können mir nicht 100 %ig sagen, ob ich nun Epilepsie habe oder doch eine dissoziative Störung habe. Ich schiebe vieles auf meine Kindheit und mein Verhältnis zu meinem Vater. Werde jetzt parallel eine Verhaltenstherapie machen, da Keppra keine gerade lapidare Nebenwirkungen hat und das Leben sehr einschränken.
Jetzt mal eine Frage an Euch: Habt ihr denn Erfahrungen gemacht, wo die Ärzte nicht genau sagen konnten, was ihr habt. Habt ihr psychische Leiden (Depressionen etc.)?

Ich freue mich auf Eure Antworten!
Vielen Dank!
Hallo Katrin, jetzt habe ich wohl meinen ganzen Beitrag in die Homepage geschrieben. Aber ich schreibe nicht alles nochmal hier rein.Nur so viel: Auch ich habe diese dissoziativen Anfälle und habe schon sehr viele Erfahrungen gemacht. Jetzt erst habe ich eine Ärztin gefunden, nach 13 Jahren, die darüber mehr bescheid weiß. Das kann man von den meisten Neurologen nicht behaupten, die möchten sich nicht mit der Psyche des Menschen auseinandersetzen. Gruß Edith. Melde dich ruhig.
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