Keppra bei geistiger Behinderung

Simone @, Sunday, 24.02.2008, 18:16 (vor 6752 Tagen)

Hallo,
meine geistig behinderte Schwester leidet seit ihrer Geburt an Epilepsie. Sie bekam bis zu ihrem 30.Lebensjahr Mylepsinum. Im vergangenen Juli musste sie aufgrund einer Lungenentzündung ins Krankenhaus wo man uns sagte, dass es besser wäre sie auf ein neues Medikament einzustellen. Seitdem bekommt sie Keppra. Gestartet sind wir mit je 1500 g morgens und abends. Seit 4 Wochen sind wir bei 1000 g morgens und 1250 g abends.
Das Problem das uns verzweifeln läßt ist, dass sie seither enorme Stimmungsschwankungen hat und auch kaum eine Nacht durchschläft. Am schlimmsten sind die plötzlichen Wutanfälle und die Aggressivität die ohne erkennbaren Grund von einer Sekunde zur anderen auftritt. Sie kann sich dann teilweise über mehrere Stunden kaum abreagieren.
Unsere Ärztin überlegt jetzt Keppra langsam wieder abzusetzen und Lamictal zu nehmen.
Könnt Ihr uns hierzu irgendwelche Tipps geben? Hat jemand Erfahrungen mit so einer Umstellung? Und kennt vielleicht jemand einen guten Neurologen der auch Erfahrung hat mit geistig Behinderten Epilepsiepatienten? Ich danke Euch für jeden Tipp!
Simone

Re: Keppra bei geistiger Behinderung

Anton @, Sunday, 24.02.2008, 20:45 (vor 6752 Tagen) @ Simone

Hallo Simone,
dass Du dich so intensiv um Deine Schwester sorgst, ist recht beachtlich und zu würdigen. Die Erscheinungen, die zur Zeit Deiner Schwester und Euch das Leben schwer machen, sind die Nebenwirkungen von Keppra, die in der Einschleichphase besonders drastisch auftreten können und dann wieder etwas zurückgehen, ganz allerdings nicht immer, das kann ich aus Erfahrung sagen.
Im Falle Deiner Schwester kommen für das Anfallsleiden nur Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat oder Epileptologen, die fast nur in den Epilepsie-Ambulanzen zu finden sind, in Frage. Diese Mediziner machen keinen Unterschied zwischen geistig intakten Patienten und Kranken mit eingeschränkter Geisteskraft. D. h., jeder Arzt, der sich auf dem Gebiet der Epilepsie auskennt, behandelt auch Deine Schwester.
Ich hoffe, dass sich die Nebenwirkungen bald legen. Ich wünsche Deiner Schwester gute Besserung und dir die Kraft, sich noch lange für sie einzusetzen und Euch beiden alles Gute.
Herzliche Grüße
Anton

Re: Keppra bei geistiger Behinderung

Marion44 @, Tuesday, 26.02.2008, 03:25 (vor 6751 Tagen) @ Simone

[zitat=Simone]Hallo,
meine geistig behinderte Schwester leidet seit ihrer Geburt an Epilepsie. Sie bekam bis zu ihrem 30.Lebensjahr Mylepsinum. Im vergangenen Juli musste sie aufgrund einer Lungenentzündung ins Krankenhaus wo man uns sagte, dass es besser wäre sie auf ein neues Medikament einzustellen. Seitdem bekommt sie Keppra. Gestartet sind wir mit je 1500 g morgens und abends. Seit 4 Wochen sind wir bei 1000 g morgens und 1250 g abends.
Das Problem das uns verzweifeln läßt ist, dass sie seither enorme Stimmungsschwankungen hat und auch kaum eine Nacht durchschläft. Am schlimmsten sind die plötzlichen Wutanfälle und die Aggressivität die ohne erkennbaren Grund von einer Sekunde zur anderen auftritt. Sie kann sich dann teilweise über mehrere Stunden kaum abreagieren.
Unsere Ärztin überlegt jetzt Keppra langsam wieder abzusetzen und Lamictal zu nehmen.
Könnt Ihr uns hierzu irgendwelche Tipps geben? Hat jemand Erfahrungen mit so einer Umstellung? Und kennt vielleicht jemand einen guten Neurologen der auch Erfahrung hat mit geistig Behinderten Epilepsiepatienten? Ich danke Euch für jeden Tipp!
Simone[/zitat]


Hallo Simone, ich habe dir eine private mail geschickt. Achte darauf, falls sie im Spam landet :-)

Re: Keppra bei geistiger Behinderung

Marion44 @, Tuesday, 26.02.2008, 03:46 (vor 6751 Tagen) @ Simone

Schade Simone,

leider ist die an Dich geschickte mail soeben zurück gekommen. Die Adresse scheint also nicht zu stimmen.
Dann schreibe ich hier nur mal kurz, dass ich empfehlen würde, dich an Bethel zu wenden. Dort haben sie sowohl Erfahrung mit Menschen mit Epi als auch mit geistiger Behinderung plus Epi. Falls du im süddeutschen Raum wohnst, wäre Kehl-Kork eine geeignete Adresse.

In manchen großen Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung arbeiten konziliarisch Ärzte. Die haben dann dort auch eine entsprechende Erfahrung und haben sonst eine eigene Praxis oder arbeiten in einer Klinik.

So war es jedenfalls dort, wo ich lange gearbeitet habe.

Alles Gute dir und Deiner Schwester!
Marion

Re: Keppra bei geistiger Behinderung

Ralf @, Wednesday, 27.02.2008, 14:08 (vor 6749 Tagen) @ Simone

Hallo,
ich bin seit Jahren in Jena in Behandlung und habe mit Lamictal gute Erfahrungen. Mit den Stimmungsschwankungen und den Schlafstörungen, die habe ich leider auch. Ich nehme diese aber in Kauf.

Tschüß und alles Gute
Ralf