Anordnung einer amtsärztlichen Untersuchung

Daniel @, Monday, 25.02.2008, 12:38 (vor 6751 Tagen)

Hey allerseits, ich hab mal ne Frage zur amtsärztlichen Untersuchung. Mir ist folgendes passiert. Ich habe eine Zeit lang ein Antidepressiva genommen, dass stark Krampfauslösend ist, habe mir an Weihnachten den Arm ausgekugelt, und von meinem Hausarzt nen Schmerzmittel gespritzt bekommen. Daraufhin bekam ich nen Anfall (Den ersten in meinem Leben (26J.). Nach nen paar Tagen in der Neurologie, und keinerlei Anzeichen in EEGs usw. wurde ich auf alles mögliche Untersucht. Die haben mir sogar unterstellt, es könnte nen Enzugsanfall gewesen sein..ich hab noch nie in meinem Leben Drogen genommen, ich trinke nichtmal Alkohol. Jedenfalls hat ein Niedergelassener Neurologe vermutet, dass die Kombination aus diesem starken Schmerzmittel und das AD der Auslöser war. Ich habe es jetzt abgesetzt. Der Punkt ist der: Meine Eltern haben mich gleich bei der Polizei angezeigt, worauf ich nen Brief bekommen habe, dass ich zur Untersuchung muss, weil "...bekannt geworden ist, dass ich unter Epilepsie leide.". Hab ich die Pflicht dem Amtsarzt von dem Anfall zu erzählen ? Ich fahre aus lauter Angst schon freiwillig kein Auto, will mir aber den FS nicht abnehmen lassen. Hat jemand so ne Untersuchung schonmal über sich ergehen lassen müssen ?
Gruß -Daniel

Re: Anordnung einer amtsärztlichen Untersuchung

tine @, Monday, 25.02.2008, 13:05 (vor 6751 Tagen) @ Daniel

hi
mein Mann muste schon mehr mals zu einer amtärztlichen untersuchung und der musste seine unterlagen vom arzt mitbringen und einen bogen ausfuhlen wo alles möglich von eigenen Krankheiten bis krankheiten der familie die fast alles von einen wissen ich denke schon das du das angeben musst hab aber keine erfahrung in dem bereich weil er sein ganzes leben schon epilepie hat.die untersuchung war bei ihn immer rest allgemein (horen sehen , kurzen körperlichen check over) und nicht würglich auf die epilepsie ab gestimmt.

Re: Anordnung einer amtsärztlichen Untersuchung

Anton @, Monday, 25.02.2008, 21:11 (vor 6751 Tagen) @ Daniel

Hallo Daniel,
wenn Eltern ihre Kinder bei der Polizei anzeigen, ist das ein Zeichen von Hilflosigkeit. Wenn Du über lange Zeit ein Antidepressivum genommen hast, müßte dem doch etwas Fürchterliches vorausgegangen sein, welches dich in die Depression gebracht haben könnte. Die Theorie mit dem Abusus ist so wie Du alles schilderst, reine Spekulation des Neurologen.
Warum solltest Du dem Amtsarzt von dem Anfall nichts erzählen. Ein Anfall ist noch keine Epilepsie, und selbst eine Epilepsie führt nicht dazu, dass man zum Amtsarzt bestellt wird. Wenn Du dir nichts zu Schulden kommen lassen hast, brauchst Du vor dem Amtsarzt überhaupt keine Angst zu haben. Sollte dem nicht so sein, auch nicht. Diese Untersuchung beim Amtsarzt dürfte für dich kein Problem sein. Der Arzt will sich nur ein Bild von dir machen, ob Du alleine zurecht kommst, wie Du Dein Leben meisterst will er wissen, was Du so machst, privat und beruflich, welche Interessen Du hast, ob Du Dein Zimmer oder Deine Wohnung bewirtschaften kannst. So wie Du hier schreibst, scheinst Du ja ein vernünftiger Mensch zu sein, der sich vor einem Besuch dort nicht zu fürchten hat. Am besten ziehst Du dir ordentliche Sachen an, sagst nur etwas, wenn Du gefragt wirst, gibst ordentliche Antworten und sagst, dass es dir bis auf diesen einen Anfall ganz gut geht. Davor drücken geht allerdings nicht, sonst wirst Du vorgeführt.
Wenn jetzt Dein Hauptproblem die Epilepsie sein sollte, gehörst Du danach zu einem Facharzt für Epilepsie. Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück beim Doktor.
Herzliche Grüße
Anton

Re: Anordnung einer amtsärztlichen Untersuchung

Brigitta @, Monday, 25.02.2008, 23:33 (vor 6751 Tagen) @ Daniel

Hallöchen,

so wie ich das verstehen müßen die das melden, daß du einen Anfall oder was auch immer das war hattest und dadurch evtl. nicht geeignet bist zum Fahrzeugführen.

Ich nehme auch Antidepressiva aber deswegen darf ich fahren.

Mir wurde früher mein Führerschein weggenommen auch durch einen Anfall (hab ein Auto gestreift) und (blöder weise) sinnvoller Weise das angegeben.
Mußte dann Jahr drauf mein Führerschein abgeben. Letztes Jahr hab ich es nun wieder NEU machen müßen.
Mußte allerdings vorhin ein Gutachten machen lassen, was natürlich auch schweine Geld gekostet hat.
Mir wurde von den Neurologen gesagt, die hätten mich damals garnet machen lassen dürfen. Aber gut.

Muß allerdings jährlich einen Attest abgeben, daß ich zur Untersuchung geh und ich keine Anfälle hab usw.

Das mit deine Eltern versteh ich nicht ganz, find ich aber schon hart von dene.
Hast du mit den Streit bzw. wissen sie nicht von deinen Depris?

Der Auslöser kann natürlich auch durch das Schmerzmittel und der AD gewesen sein, das ist denk ich mal die sinnvollste Erklärung.

Wenn du nichts "angestellt" hast (Unfall oder so) dann denk ich nicht daß sie dir den Führerschein wegnehmen, haben sie ja keinen Grund.
Was sie sagen können du sollst jetzt eine Weile nicht fahren!
Aber angeben würde ich es schon vor alle das mit dem AD!
Die schicken dich ja nicht umsonst zu dem Arzt.
Wenn du die Wahrheit sagst kann das der Arzt auch das bestäztigen was du erzählst.
Allerdings wenn du was verschweigst oder falsches erzählst dann wird das schwierig für ihn und wenn du Pech hast bekommst du keinen Erlaubnis weiter zu fahren oder sogar Führerschein weggenommen.

Aber die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Ich würde es angeben obwohl ich damals den Führerschein abgeben mußte, hinterher war das die einzig vernünftige Entscheidung. Was noch möglich gewesen wäre daß ich den Führerschein behalt und net fahr aber wußte es damals net daß es auch geht, wurde mir letztes Jahr beim Führerschein machen gesagt.

LG

Brigitta


PS: falls du noch Fragen hast kannst dich auch gerne privat bei mir melden.


Re: Anordnung einer amtsärztlichen Untersuchung

Zeckolino @, Thursday, 06.03.2008, 12:15 (vor 6741 Tagen) @ Daniel

[zitat=Brigitta]Hallöchen,

so wie ich das verstehen müßen die das melden, daß du einen Anfall oder was auch immer das war hattest und dadurch evtl. nicht geeignet bist zum Fahrzeugführen.

Ich nehme auch Antidepressiva aber deswegen darf ich fahren.

Mir wurde früher mein Führerschein weggenommen auch durch einen Anfall (hab ein Auto gestreift) und (blöder weise) sinnvoller Weise das angegeben.
Mußte dann Jahr drauf mein Führerschein abgeben. Letztes Jahr hab ich es nun wieder NEU machen müßen.
Mußte allerdings vorhin ein Gutachten machen lassen, was natürlich auch schweine Geld gekostet hat.
Mir wurde von den Neurologen gesagt, die hätten mich damals garnet machen lassen dürfen. Aber gut.

Muß allerdings jährlich einen Attest abgeben, daß ich zur Untersuchung geh und ich keine Anfälle hab usw.

Das mit deine Eltern versteh ich nicht ganz, find ich aber schon hart von dene.
Hast du mit den Streit bzw. wissen sie nicht von deinen Depris?

Der Auslöser kann natürlich auch durch das Schmerzmittel und der AD gewesen sein, das ist denk ich mal die sinnvollste Erklärung.

Wenn du nichts "angestellt" hast (Unfall oder so) dann denk ich nicht daß sie dir den Führerschein wegnehmen, haben sie ja keinen Grund.
Was sie sagen können du sollst jetzt eine Weile nicht fahren!
Aber angeben würde ich es schon vor alle das mit dem AD!
Die schicken dich ja nicht umsonst zu dem Arzt.
Wenn du die Wahrheit sagst kann das der Arzt auch das bestäztigen was du erzählst.
Allerdings wenn du was verschweigst oder falsches erzählst dann wird das schwierig für ihn und wenn du Pech hast bekommst du keinen Erlaubnis weiter zu fahren oder sogar Führerschein weggenommen.

Aber die Entscheidung kann dir keiner abnehmen. Ich würde es angeben obwohl ich damals den Führerschein abgeben mußte, hinterher war das die einzig vernünftige Entscheidung. Was noch möglich gewesen wäre daß ich den Führerschein behalt und net fahr aber wußte es damals net daß es auch geht, wurde mir letztes Jahr beim Führerschein machen gesagt.

LG

Brigitta


PS: falls du noch Fragen hast kannst dich auch gerne privat bei mir melden.


[/zitat]
Hallo.
So wie es sich liest hattest Du wohl einen GM. Da Du jetzt zum Amtsarzt musst, empfehle ich Dir von vornherein die Karten auf den Tisch zu legen. Der Arzt bekommt das sowieso mitgeteilt und wenn er im nachhinein mitbekommt dass Du Ihn belogen hast wird er Dir das Leben sehr schwer machen ! Ich hatte vor einigen Jahren aufgrund falscher Medikation (auch Depries) einen GM am Steuer meines PS Boliden erlitten, Gott sei Dank ohne Personenschaden, dafür aber einen irre hohen Sachschaden (kanpp 28000€). Hätte ich mein anderes Auto genommen wäre ich sicherlich nicht heile davon gekommen. Zu mir gekommen bin ich erst Stunden später im Krankenhaus, wusste von gar nichts und musste dann von den Ärzten ruhiggestellt werden (Durchdreher). (Die hatten mir alles berichtet und die ganze Zeit nicht kapiert, das ich geistig überhaupt nicht auf der Erde war. ich habe zwar mit denen geredet, wusste allerdings nix davon. Ich bin da durch die Gänge gegangen und kam dann irgendwie wieder zu mir. Hä? Wo bin ich? Was ist los?)
Zuhause angekommen habe ich mir die Schäden angeschaut, schließlich war es nur ein paar Meter vor meiner Haustür passiert. Ich war kurz vorher auf der Autobahn auf dem Weg nachhause !!!! Deswegen auch der Durchdreher im KKH. Ein paar Tage später erhielt ich diverse Post, darunter war auch die Aufforderung zum Nachweis der FAhrtauglichkeit. Panik stieg auf,denn ein Kfz´ler ohne Führerschein taugt nix. Meine Psychologin hat mich sofort anders eingestellt und ein Gutachten erstellt. Mit dem Gutachten musste ich dann noch zum Amtsarzt, aber der konnte dann nichts weiter feststellen. Es lag übrigens meine komplette Akte bei ihm auf dem Tisch, quasi mein ganzes Leben ausgebreitet, was allerdings auch nicht gerade einfach war. Dabei war auch der GM von 1 Woche vor dem katastrophalen GM, bei dem mich der Notarzt noch nicht mal mit ins KKH genommen hat. Die hatten das irgendwie anders eingestuft die Blödmänner und hätten da schon weit schlimmeres verhindern können. Ich war da aber auch relativ schnell wieder beisammen und wusste wo ich war.
Fakt ist: Ich darf weiterhin am Strassenverkehr teilnehmen und nehme täglich 900mg Timox ein. Seitdem ist nie wieder etwas aufgetreten, toi toi toi und im Sommerurlaub gehe ich auch Apnoetauchen. In den ersten Jahren immer mit der Panik im NAcken dass ich dabei untenbleibe, aber mir geht es dank der neuen Einstellung recht gut und ich genieße die Stille unter Wasser.
Wenn ich jetzt merke das irgendwas nicht mit mir stimmt setze ich mich sofort hin oder halte an, da ich die Angst vor einem erneuten GM nicht verloren habe und wahrscheinlich auch nie los werde. Meine Wahrnehmungsfähigkeiten sind seitdem immens ausgebaut und auf höchste Stufe gestellt. Die Angst ist immer dabei, und das ist auch gut so.
Leg die Karten auf den Tisch und mach Dir nicht ein schlechtes Gewissen.
Mit den Eltern ist schon krass !! Meine haben da zum Glück anders reagiert und mich unterstützt, allerdings waren sie auch ein wenig hilflos am Anfang. Blut ist dicker als Wasser :-)
Viel Glück und alles Gute !!!
Zecko