Re: Epilepsiechirurgie

Andreas Völcker ⌂ @, Wednesday, 27.02.2008, 17:58 (vor 6749 Tagen) @ Stefan

Hallo,
meine Frau war dort vor ca. sechs Monaten und hat sich dort ein Teil des Frontallappens links entfernen lassen. Dieser Teil war stark mit Narbengewebe durchsetzt und galt als Hauptauslöser der Anfälle. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie pro Tag einen Anfall und in der Woche ca. zwei grandmal Anfälle.
Die OP wurde in Bielefeld (Bethel) nicht empfohlen wegen Lebensgefahr und / oder starker Gefahr der Schädigung des Sprachzentrums und anderer Zentren. Ausserdem hätte die OP dort mit lokaler Betäubung stattfinden müssen, was ebenfalls nicht ganz ungefährlich gewesen währe. In Bonn war man sich dieser Gefahr bewußt und konnte uns beruhigen. Dort ist die Ausstattung und die Fortbildung bedeutend weiter entwickelt. Dort wurde bei einer ersten OP erst kontacktleiterbahnen eingepflanzt um den Herd zu lokalisieren und zu einem späteren Zeitpunkt wurden Teile des Gehirns entfernt und auch die Leiterbahnen.
Heute ist sie zwar nicht anfallsfrei, aber bei ca. einem Anfall innerhal zwei Monaten kann man von einer Besserung reden.
Was schwer ist und war, das sich durch die Neubildung und Erholung des Gehirns in den ersten Monaten (bis heute)Phantomschzmerzen und Gefühle entwickeln können. Daher sollte man auch im nachhinein mit den Ärzten kontakt halten. Ansonsten kann ich Bonn sehr empfehlen.
Gruß Andreas


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