Wer kann mir helfen?

nici @, Wednesday, 05.03.2008, 10:28 (vor 6743 Tagen)

Hallo,ich heiße Nici und bin 27 Jahre! Vielleicht kann mir jemand von euch ein paar Tips geben, wie ich mit meinen täglichen Angstzuständen umgehen kann!Vielleicht erzähl ich euch erst mal von mir: Als ich 11 war hatte ich meinen ersten Anfall, kurz danach einen zweiten und dritten. Ich wurde dann auf Medis eingestellt. Danach war ich 13 Jahre Anfallsfrei! Dann war ich so mutig ein Absetzversuch zu probieren ( Mein Arzt war davon überzeugt, das alles gutgeht)! Doch mitten im Absetzversuch wurde ich schwanger, habe eine Tochter bekommen und den Absetzversuch erst ein Jahr später beendet! Bis dahin hat auch alles super geklappt! Bis drei Monate nach dem kompletten absetzen wieder alles von vorn anfing. Ich hatte ein Anfall, dann habe ich erst die halbe Dosis bekommen, dann kam noch ein Anfall! Jetzt bin ich wieder auf der Dosis von ganz früher! Kurz und gut nach der ganzen Geschichte bin ich ziemlich fertig ! Doch mein Problem liegt darin das ich während der letzten 16 Jahre immer mehr Angstzustände bekommen habe (Vor allem je mehr Verantwortung ich im Laufe der Jahre tragen musste: Beruf, Kind...) Ich wache morgens auf und denke daran, dass ich umfallen könnte, eigentlich jede Sekunde. Mein ganzes Leben wird eigentlich dadurch gesteuert! Wie komme ich nur aus diesem Zustand heraus??? Wer kann mir helfen, mir Tips geben, was ich machen (vielleicht mir auch sagen ) könnte, wenn wieder so ein Angstzustand kommt! Vielleicht geht es ja auch noch anderen so, dann fühle ich mich mit dem Problem so alleine ! Schreibt mir doch bitte!

Re: Wer kann mir helfen?

Bork @, Wednesday, 05.03.2008, 11:28 (vor 6742 Tagen) @ nici

Hallo Nici,

mit dieser Angst bist Du nicht allein!
Es geht nur darum, sie zu kompensieren und auch darüber zu reden.

Aber offenbar bist Du, seitdem Du wieder auf "voller Dröhnung" bist, anfallsfrei?
Wenn ja, so würde ich mir an Deiner Stelle sagen, die volle Dosis macht mich anfallsfrei, was soll mir schon passieren - also gibt es keinen Grund, Angst zu haben.
Oder suche Dir in den Phasen, wo Du Angstschübe hast Ablenkung, Buch lesen, mit dem Kind etwas spielen etc...

Bei mir war das ähnlich: Hatte regelrechte Panikattaken, aber seitdem mein Medispiegel im therapeutisch wirksamen Bereich ist beruhigt mich das total und die Angst, wenn sie denn einmal hochkommt, kann ich wie oben beschrieben kompensieren.

Vielleicht hilft auch die Flucht nach vorn: Sport, Extremsport oder so (habe sogar meine Flugtauglichkeitsuntersuchung inzwischen erneuert bekommen und fliege wieder ;-)

Also positiv denken, Angst brauchst Du nicht!
Alles Gute und zuckende Grüße

Bork

Re: Wer kann mir helfen?

Schluffi @, Wednesday, 05.03.2008, 13:33 (vor 6742 Tagen) @ nici

Hallo Nici

Auch kann dir nur den Rat geben,so zu Leben wie ein "gesunder Mensch"!
Angst ist ein normales Gefühl das wohl jeder Mensch kennt!
Gerade am Anfang der Erkrankung tritt dieses verstärkt auf,was auch ich durchleben durfte.
Heute gehe ich mit dem Sohnemann zum Fußball ins Stadion mit 30000 anderen Wahnsinnigen und dies nun schon 3 Jahre ohne Anfall!
Ich sage mir das nichts geschehen wird,und wenn doch dann wache ich halt im KH auf wie schon so oft,was aber auch nicht weiter schlimm ist.
Der Positive Gedanke ist immer noch das wichtigste!

Grüße Schluffi

Re: Re: Wer kann mir helfen?

Anja @, Wednesday, 05.03.2008, 16:23 (vor 6742 Tagen) @ nici

Hallo,

auch ich kenne diese Angst nun. Mein Mann hat seid 3 Wochen anfälle. Erst wurden sie falsch gedäutet, unser ex Hausarzt meinte sogar das er in die Klapsmühle gehöre.

Nun habe ich auch jeden Tag Angst das es wieder passieren kann. Jeden Tag beobachte ich ihn und irgendwie finde ich einfach jedes Verhalten verdächtig.

Ich hoffe auch das ich irgendwann nichtmehr so Ängstlich bin, vor allem weil mein Mann scheinbar mit der Sache besser umgeht als ich und eigendlich keine Angst hat. Sagt er zumeistens, ob es stimmt weis ich auch nicht, villeicht will er mich auch nur beruigen.

Du bist jedenfalls nicht alleine.

Liebe Grüße
Anja

Re: Re: Re: Wer kann mir helfen?

Jonny1303 @, Wednesday, 05.03.2008, 19:59 (vor 6742 Tagen) @ nici

Hallo Anja,

[zitat=Anja]unser ex Hausarzt meinte sogar das er in die Klapsmühle gehöre.
[/zitat]
Menschen neigen nun einmal dazu, alles abzulehnen, was sie nicht verstehen. Das zweidimensionale Strichmännchen kann sich keine dritte Dimension vorstellen und viele von uns haben auch Probleme mit dem Raum-Zeit-Kontinuum ;-) Aber bezogen auf euren Ex-Hausarzt: Früher hat man uns Epi's sogar vergast (Vorsicht, ist nur Selbstironie!).

[zitat=Anja]Nun habe ich auch jeden Tag Angst das es wieder passieren kann. Jeden Tag beobachte ich ihn und irgendwie finde ich einfach jedes Verhalten verdächtig.

Ich hoffe auch das ich irgendwann nichtmehr so Ängstlich bin, vor allem weil mein Mann scheinbar mit der Sache besser umgeht als ich und eigendlich keine Angst hat. Sagt er zumeistens, ob es stimmt weis ich auch nicht, villeicht will er mich auch nur beruigen.
Anja[/zitat]

Nein, er will Dich nicht nur beruhigen! Er kriegt davon nix mit, nur Du. Auch ich hatte anfänglich Probleme, die Ängste meiner Frau zu verstehen. In meinen Gedanken war ich der Leidtragende, nicht die anderen...
Aber das ist ein Prozeß, den jeder Epi durchlebt. Andererseits ist das, was uns die Natur zugesteht, das, diese unsere "Besonderheit" wenigstens meist nicht wissentlich miterleben zu müssen ;-)

Cool bleiben, passt schoo und zuckende Grüße

jürgen