was soll ich machen
hallo,
ich bin neu hier, hab am freitag einen anfall während des auto fahrens gehabt, war der schlimmste tag in meinem leben. hab jetzt das problem mit der autoversicherung, mit meinem führerschein, hatte vor 6 jahren meinen letzten anfall, deshalb hab ich mir auch nichts gedacht steht in keinem führerschein. muss jetzt wahrscheinlich ein gutachten erstellen lassen usw. ich hab mir vorher noch nie gedanken gemacht über epilepsie aber jetzt denk ich einfach bin ich behindert? kann ich überhaupt noch ein normales leben führen? kann ich eine gute Mutter für meine kinder sein? wollen die überhaupt eine behinderte mutter solche gedanken gehen mir durch den kopf!!!
Re: was soll ich machen
Also du bist auch gar keinen Fall behindert!!! nur wenn du sowas denkst! Warst du vor dem Anfall krank oder ging es dir sonst wie schlecht?
Re: was soll ich machen
hallo,
da bin ich aber froh, ich war total im stress, sollte den schlüssel für meine arbeit holen, innerhalb einer stunde wollte in die stadt rein fahren ging nicht war stau also hatte ich die autobahn genommen war aber auch stau ferienverkehr. das musste mich irgendwie gestresst haben hatte den anfall, hatte von erzählungen 3 autos gerammt danach bin ich weiter gefahren als wäre nichts gewesen aber die 1 minute kann ich gar nichts sagen
Re: was soll ich machen
Hallo Julia!
Mein Arzt meint immer, wenn er mir sagt ich darf wieder Auto fahren (und das ist in der Regel nach zwei Jahren Anfallsfreiheit)dann kann die Autoversicherung keine Schadensersatzleistungen von Dir verlangen. Für Dich heißt das ,das Du jetzt erst mal auf das Auto fahren verzichten musst.Und Du für den Unfall nicht belangt werden kannst, da Du bereits 6 Jahre frei von Anfällen warst. Mich würde interessieren,wie der Fall bei Dir weiter geht, weil ich bald wieder fahren darf,mir aber schon jetzt Angst und Bange ist wenn ich an die Folgen eines von mir verursachten Unfalls denke.Und ich habe mir diesbezüglich schon viele verschiedene Meinungen angehört-und die gehen weit auseinander!!!Und niemand kann oder will genaue Aussagen machen.
Eine gute Mutter bist Du auch mit Epilepsie. Da spielt es keine Rolle ob behindert oder nicht. Ich habe grand mal Anfälle und sehe mich nicht als behinderte Frau. Ich habe eine Krankheit wie viele Menschen andere Krankheiten auch haben. Ich hoffe für Dich, dass Du nicht zu sehr in Gedanken verfällst und niemals auch nur an Dir zweifelst!
Alles Gute
Anja!
Re: Re: was soll ich machen
Hallo,
erst mal danke du hast mir etwas aus dem tief geholfen, muss heute zum neurologen, wollte ihn schon vor längerem wechseln, weil er so ein arogantes arschloch ist, aber wo anders bekommt man erst termine november oder dezember, ich hab voll die angst heute dahin zu gehen weil ich mich ihm nicht so öffnen kann. zum glück geht mein mann mit. ich schreib dir wie es weiter geht
gruß julia
Re: was soll ich machen
Hallo Julia,
habe gerade mal Deinen Beitrag gelesen und auf meine Zeit mit der Epi zurückgeblickt.
In den vielen Jahren, die ich daran schon erkrankt bin, habe ich versucht, die Sache mit dem Fahren von mir aus, also mit meinem Gewissen, zu regeln. Täten das alle, bräuchten wir gar keine Gesetze und Richtlinien. Unter dem Motto, jeder ist für sich selbst verantwortlich und für Dritte noch ein Stück mehr, habe ich mich ans Steuer gesetzt oder auch nicht.
Die viele Chemie hat mir 1999 das Gefühl vermittelt, dass ich am Steuer nichts mehr zu suchen habe. Ohne Arzt und Gesetzgeber habe ich seinerzeit für mich verhandelt und entschieden, den Schein in meinen Safe zu legen. Dort liegt er noch heute noch, obwohl ich nach den Richtlinien schon wieder fahren dürfte. Das mache ich erst, wenn ich mich danach fühle. Meine Entscheidung 1999 hat zur Konsequenz gehabt, dass ich meinen Beruf aufgeben musste. Ich kann da aber gut mit leben.
Jetzt zu dir. Wenn Du nach 6 Jahren erstmalig wieder einen Anfall gehabt hast, dich gut gefühlt hast beim Einsteigen in das Auto, dann darfst und musst Du dir keine Vorwürfe machen. Du musst dir selbst sagen, dass Du deine Pflicht nach bestem Wissen und Gewissen erfüllt hast. So werden auch die Versicherer, notfalls hohe Gerichte, entscheiden.
Jeder Autofahrer kann einen Anfall bekommen, genauso wie er von einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder Kreislaufkollaps überrascht werden kann. Du hast dir also nichts zu Schulden kommen lassen.
Ich wünsche dir viel Gesundheit und alles Gute.
Herzliche Grüße
Anton