Keppra - Reduktionsphase

Julie @, Wednesday, 19.03.2008, 20:58 (vor 6728 Tagen)

Ich hatte im Mai 2007 meinen ersten und bisher zum Glück auch einzigen grand mal als Vorstufe einer Sinusvenenthrombose (Schlaganfall). Seither muss ich Keppra nehmen, bin jedoch nunmehr, da kein weiterer Anfall aufgetreten ist, in der Reduktionsphase. Von anfänglich 2x1000 mg täglich habe ich stufenweise auf 1x500 mg täglich reduziert und kann eventuell die Einnahme von Keppra ab August 2008 ganz verzichten. Ich leide jedoch zur Zeit wieder vermehrt unter Schwindel und Kopfschmerzen und bin dadurch etwas verunsichert. Auch habe ich im Laufe der Zeit - entgegen der Information des Beipacktextes - an Gewicht zugenommen und hatte vor allem in der Anfangsphase extreme Ermüdungserscheinungen, war sehr verzweifelt und zum Teil auch aggressiv - hatte das Gefühl gar nicht mehr ich selbst zu sein. Wer hat diesbezügliche Erfahrungen gemacht? Welche Probleme sind in der Reduktionsphase oder im Anschluss daran aufgetreten?

Re: Keppra - Reduktionsphase

Anton @, Wednesday, 19.03.2008, 22:51 (vor 6728 Tagen) @ Julie

Hallo,
ich nehme seit 2 Jahren Keppra und weiß von der guten Wirkung dieses Medikaments mit dem Nachteil, dass jede Änderung der Medikation "durchschlagende" Wirkung/Nebenwirkung haben kann. Am deutlichsten soll es sein in der "Einschleichphase".
Ich habe mal um 25 % aus eigenen Stücken erhöht und das Ergebnis war, dass ich "Dummes Zeug" geredet habe, ohne es selbst zu merken. Aus falscher Höflichkeit habe ich es von Dritten leider auch nicht gehört, so dass ich späterhin durch Zufall selbst drauf gekommen bin.
Was Deine Problematik angeht, halte ich die Reduzierung der Menge für zu hoch in so kurzer Zeit. Wenn jedoch ein Arzt mit dementsprechender Erfahrung das verordnet haben sollte, wird es auf jeden Fall seine Richtigkeit haben. Bei Keppra sollte man aus meiner Sicht und Erfahrung keine "Alleingänge" machen.
So genau und gut geschildert, wie Du das hier gemacht hast, würde ich dem Arzt Deine Erscheinungen vortragen. Das klingt fast wie Auren. Aus Sicht der Epileptologen sind Auren schon Anfälle.
Ich wünsche dir viel Gesundheit und alles Gute.
Herzliche Grüße
Anton