Tinnitus bei Lamotrigin usw

Bettina @, Friday, 21.03.2008, 17:03 (vor 6726 Tagen)

Hi - Ihr Alle,
wegen komplex fokaler Epilepsie bekomme ich - jetzt nicht lachen ! - 35 mg Lamotrigin/Tag. Aus irgendeinem Grund vertrage ich Medikamente allgemein - und speziell neurologisch wirksame - nur in winzigen Dosierungen. Trotzdem sind die Nebenwirkungen nachweisbar sehr ausgeprägt und mein Neurologe hat nach anfänglicher Skepsis zum Glück vor Jahren begriffen, daß ich kein Hypochonder bin. Nach 1,5 Jahren Topamax 100 mg mit heftigsten NW bin ich jetzt mit Lamotrigin endlich (fast) anfallsfrei, kann aber seit August 07 absolut nicht mehr schlafen und habe seit Eindosierung permanent Sehstörungen und einen sehr nervigen Tinnitus (lautes Ohrgeräusch). Da die Anfallsfreiheit auch wegen meines stressigen Jobs als Sozialpädagogin am wichtigsten ist und bisher alle anderen Medis wegen Unverträglichkeit abgesetzt werden mußten, bleibe ich bei L. und nehme seit Januar zum Schlafen das niedrigpotente Neuroleptikum Atosil, ebenfalls in Mini-Dosierung von 6 Tropfen. Damit schlafe ich meist 6 Stunden. Ansonsten versuche ich, möglichst 3x/Woche Ausdauersport zu machen, da ich damit die Anfallsgefährdung senken kann. Unter Topamax hatte ich allerdings oft nach zu hoher körperlicher Belastung Anfälle. Weiter versuche ich eine allgemeine Stabilisierung mit Schüssler-Salzen, kann ja nicht schaden.
Nebenbei habe/ hatte ich eine Colitis ulcerosa, aber der ganze Dickdarm ist längst entfernt, also keine akuten Schübe mehr. Ich weiß nicht, ob es einen Zusammenhang mit der Epi gibt. Die Diagnostik (Bethel, Mara 1) hat bisher nicht viel ergeben.
Frage: Kennt jemand von Euch 1. diese extreme Sensibilität in bezug auf Medikamente ? Ich nehme seit heute ein Antibiotikum und das haut mich vollkommen um.
2. Hat jemand von Euch die Erfahrung gemacht, daß sich ein Tinnitus unter Lamotrigin entweder deutlich verschlechtert oder entwickelt hat ?
Euch allen bei diesem Shit-Wetter möglichst schöne und anfallsfreie Ostertage,
Bettina

Re: Tinnitus bei Lamotrigin usw

Anton @, Friday, 21.03.2008, 18:15 (vor 6726 Tagen) @ Bettina

Hallo,
ich nehme seit 2 Jahren Keppra 500 --- 500 mg und Trileptal 450 --- 450 mg, bin vor 18 Monaten wegen komplex fokaler Anfälle am rechten Temporallappen operiert worden, seither bin ich anfallsfrei und trotz sportlicher Aktivitäten chronisch schlaflos. Ob es an dem Eingriff oder an den Medikamenten liegt, weiß ich nicht. Des Weiteren leide ich abends ab und zu an einem "Klingeln" im Ohr. Habe seither Hautauschlag und schlechte Wundheilung. Trotzdem komme ich jetzt besser zurecht als mit allen anderen Medikamenten zuvor.
Dir wünsche ich, dass sich die Gesamtheit aller gesundheitlichen Beschwerden reduziert, bald wieder besseren Schlaf und alles Gute.
Herzliche Grüße
Anton

Re: Tinnitus bei Lamotrigin usw

Helga @, Friday, 21.03.2008, 22:05 (vor 6726 Tagen) @ Bettina

Hallo Bettina,

schau mal auf diese Seite:

http://www.magnesiumhilfe.de/events.php?q_lang=de

Dort hält demnächst ein Berliner Arzt einen Vortrag zu dem Thema. Es gibt dort auch eine Kontaktadresse, die Dir weiterführende Infos geben kann.

Gute Besserung!

Helga

Re: Tinnitus bei Lamotrigin usw

von @, Friday, 21.03.2008, 22:24 (vor 6726 Tagen) @ Bettina

Hallo Bettina,
ich kann Dir leider Deine Fragen nicht beantworten, würde Dir aber gerne eine Frage stellen. Du Hast einen Job als Sozialpädagogin. Meine Frage: wie hast Du es geschafft, mit der Diagnose Epi in dem Bereich arbeiten zu dürfen? Ich bin selber Erzieherin und leider seit nem halben Jahr krank geschrieben, weil ich an keinem Dienst-Arzt vorbeikomme. Ich würde so gerne wieder arbeiten, hab die Hoffnung aber schon fast aufgegeben.

Gruß Varinia

Re: Tinnitus bei Lamotrigin usw

mg @, Sunday, 23.03.2008, 22:15 (vor 6724 Tagen) @ Bettina

[zitat=Helga]Hallo Bettina,

schau mal auf diese Seite:

http://www.magnesiumhilfe.de/events.php?q_lang=de

Dort hält demnächst ein Berliner Arzt einen Vortrag zu dem Thema. Es gibt dort auch eine Kontaktadresse, die Dir weiterführende Infos geben kann.

Gute Besserung!

Helga[/zitat]
Ja ja das liebe Magnesium.
Ein Tip meinerseits: Gehe diesbezüglich lieber zu deinem behandelnden Arzt als zu der Vortagsreihe. Dann ist Dir mit Sicherheit besser geholfen.

Eine Frage: Hast Du deine Probleme schon mit deinem behandelnden Arzt gesprochen? Bestimmt kann er Dir helfen bzw. Dich behandeln, dass die extreme Sensibilität deines Körpers auf Medikamente nicht mehr so extrem auftreten.

Gruß

mg

Re: Re: Tinnitus bei Lamotrigin usw

Helga @, Monday, 24.03.2008, 13:07 (vor 6723 Tagen) @ Bettina

Hallo mg (wofür steht denn das Kürzel??),

was wäre falsch daran, sich zu informieren?? Außerdem hält den Vortrag ja ein Arzt! Das muß ja offensichtlich ein Arzt sein, der sich damit auskennt! Bei einem Epileptologen würde ich jetzt nicht per se davon ausgehen, daß er etwas von Tinnitus versteht.

Gruß

Helga

P.S.: Hier noch ein Abstract aus pubmed zu dem Thema. Wenn Du danach googelst, findest Du massenhaft Hinweise, aber vielleicht nicht alle so renommiert…

1: Magnes Res. 2006 Dec;19(4):244-54. Links
Magnesium therapy in acoustic trauma.
Sendowski I.
Département de radiobiologie, Centre de Recherches du Service de Santé des Armrées (CRSSA), 24 av. des Maquis du Grésivaudan, BP 87, 38702 La Tronche Cedex, France. isendowski@crssa.net
Acoustic trauma is one of the major causes of hearing loss and tinnitus, particularly in industrial environments. Noise-induced hearing loss (NIHL) results in direct mechanical damage as well as in indirect metabolic processes. Metabolic disorders have multiple origins: ionic, ischemic, excitotoxic and production of cochlear free radicals causing cell death, due to necrosis or apoptosis. The efficacy of magnesium, administered either to prevent or to treat NIHL has been demonstrated in several studies in animals and in humans. Magnesium, which easily crosses the hematocochlear barrier, presents neuroprotective and vasodilatory effects, and thus, is able to limit the cochlear damage. Magnesium therapy is well documented because it is usually prescribed in other pathologies. Its side effects and contraindications are few and it is cheap. This article presents also some arguments that emphasize the interest of magnesium therapy in acoustic trauma.
PMID: 17402292 [PubMed - indexed for MEDLINE]

Re: Re: Re: Tinnitus bei Lamotrigin usw

mg @, Monday, 24.03.2008, 19:02 (vor 6723 Tagen) @ Bettina

[zitat=Helga]Hallo mg (wofür steht denn das Kürzel??),

was wäre falsch daran, sich zu informieren?? Außerdem hält den Vortrag ja ein Arzt! Das muß ja offensichtlich ein Arzt sein, der sich damit auskennt! Bei einem Epileptologen würde ich jetzt nicht per se davon ausgehen, daß er etwas von Tinnitus versteht.

Gruß

Helga

P.S.: Hier noch ein Abstract aus pubmed zu dem Thema. Wenn Du danach googelst, findest Du massenhaft Hinweise, aber vielleicht nicht alle so renommiert…

1: Magnes Res. 2006 Dec;19(4):244-54. Links
Magnesium therapy in acoustic trauma.
Sendowski I.
Département de radiobiologie, Centre de Recherches du Service de Santé des Armrées (CRSSA), 24 av. des Maquis du Grésivaudan, BP 87, 38702 La Tronche Cedex, France. isendowski@crssa.net
Acoustic trauma is one of the major causes of hearing loss and tinnitus, particularly in industrial environments. Noise-induced hearing loss (NIHL) results in direct mechanical damage as well as in indirect metabolic processes. Metabolic disorders have multiple origins: ionic, ischemic, excitotoxic and production of cochlear free radicals causing cell death, due to necrosis or apoptosis. The efficacy of magnesium, administered either to prevent or to treat NIHL has been demonstrated in several studies in animals and in humans. Magnesium, which easily crosses the hematocochlear barrier, presents neuroprotective and vasodilatory effects, and thus, is able to limit the cochlear damage. Magnesium therapy is well documented because it is usually prescribed in other pathologies. Its side effects and contraindications are few and it is cheap. This article presents also some arguments that emphasize the interest of magnesium therapy in acoustic trauma.
PMID: 17402292 [PubMed - indexed for MEDLINE]
[/zitat]

Hallo Helga,

deine Antworten sollten in Bezug zum Beitrag sein. Dieses ist bei Dir teilweise leider nicht der Fall. Und daran sollte man sich einigermaßen halten.
Und wenn man einem Arzt mit der Zusatzqualifikation in Epileptologie derartige Unkenntnisse unterstellt, dann sollte dieses auch beweisbar sein.
Die Vorgehensweise von Dir und Anderen betreffs Magnesium ist in dieser Form leider nicht immer angebracht.

Damit ist die Diskussion in dieser Form für mich beendet.

Gruß

mg