Epilepsie & Landwirtschaft
Hallo
Seit kurzem steht fest das ich den Hof übernehmen soll, mein Opa hat ihn mir überschrieben. Weilmein Bruder sich letztes Jahr so einiges geleistet hat und Opa benutzt hat um mich rauszueckeln wurde er nun enterbt. Opa hat jetzt auch Epi wegen seinem unmäßigen Alkoholgenuß. Seit einem halben Jahr ist er zwar trocken, aber er hat ca. einen GM im Monat. Ich stelle mir die Frage ob ich einen Hof führen kann. Führerschein hab ich keinen, wie es mit landwirtschaftlichen Geräten aussieht weiß ich leider nicht. Ob ich die mit Epi bedienen kann oder darf. Ich hab zwar einen Freund , aber der ist aus der Stadt. Er würde zwar herziehen hat aber vom Hof nur wenig Ahnung. Kann ich überhaupt die nötigen Bewilligungen machen ? Opa würd es sich so sehr wünschen das der Hof weitergeführt wird. Nur nicht von meinem Bruder. Der hat auch versucht Opa wieder zum Trinken zu verleiten. Da wurde er schlicht und einfach vom Hof gejagt. Nun bin ich sozusagen Bäuerin.
Grüße Anja
Re: Epilepsie & Landwirtschaft
Hallo Anja,
mit dem Nehmen oder Erben ist es bei landwirtschaftlichen Betrieben nicht so einfach. Es muss geklärt werden, ob der Betrieb in der Höferolle steht, wenn das der Fall ist, scheidet die gesetzliche Erbfolge aus und es tritt ein das Hoffolgegesetz. Gegen die Entscheidung Deines Opas wird sich Dein Bruder vielleicht noch wehren. Wenn Du von Übernahme sprichst, gehe ich davon aus, dass schon eine Wirtschaftlichkeitsberechnung erfolgt ist.
Die Richtlinien "Epilepsie und Führerschein" sind auf der Eingangsseite dieses Forums zu finden. Für dich ist es von Wichtigkeit, dass der Betrieb arrondiert ist, damit Du nicht ständig mit den Maschinen die Straße passieren musst. Was das Bedienen der landwirtschaftlichen Geräte angeht, kommt es auf die Struktur des Betriebes an. Ferner ist ausschlaggebend Deine Gesundheit, ob Dein Freund überhaupt Lust hat, diese schwere Arbeit zu verrichten. Hinzu kommt noch, dass es schon ein Risiko darstellt, sich mit einer chronischen Krankheit selbständig zu machen. Was die Gefahren mit der Arbeit von Maschinen angeht, ist aus meiner Sicht von größter Wichtigkeit die Selbsteinschätzung. Es gibt die Möglichkeit, sich bei den zuständigen Landwirtschaftskammern beraten zu lassen.
Ich wünsche dir ein Händchen für die richtige Wahl, gute Besserung und viel Glück.
Herzliche Grüße
Anton
Re: Epilepsie & Landwirtschaft
Ich und sicher auch Du, bin in einem Landwirtschaftlichen Betrieb aufgewachsen.
Mein Vater war Nebenerwerbslandwirt,
hauptberuflich bei der DB.
Der Nebenerwerbslandwirt erwartt das die Betriebskosten und auch die Haushaltskosten Gedeckt sind.
Meine Oma ,meine Mutter und ich hatten zu Hause oder auf dem Feld immer zu tun.
Mein Vater arbeitete alles mit Maschinen.
Für das Trekker fahren oder die Ernte wegbringen hilft Dir Dein Freund.
Die Söhne die in den letzten 20 Jahren den Betrieb zu Hause übernahmen, sind nur am Abend und am Samstag bei der Arbeit zu sehen.
Sie behalten ihren Beruf und den Arbeitsplatz in der Industrie.
Unser Hof, die hälfte, gehört jetzt meiner Schwester,
Sie und ihr Mann haben aus gesundheitlichen Gründen alles verpachtet.
Die zweite hälfte hat meine Mutter verpachtet.