Nebenwirkungen von Keppra

Andrea ⌂ @, Tuesday, 25.03.2008, 11:11 (vor 6722 Tagen)

Hallo,meine Mutter ist schon seit 36 J.Epileptiker,seit 4,5Jahren nahm sie Keppra3000,anfangs ohne größere Probleme,seit 5Monaten nun massive NW.(tiefe Depressionen,Gedächtniseinschränk.,Schlaflosigkeit...)In den letzten 5Wochen wurde stationär Keppra herausgenommen(in sehr kurzer Zeit also)GroßeBesserungen sind bei meiner Mutter noch nicht zu erkennen,Zustand fast gleich geblieben.Ganz extrem sind jedoch Suizidäusserungen.Hat jmd Erfahrung mit Entzugserscheinungen nach Absetzen von Keppra,vor allem über die Dauer....? Danke!

Re: Nebenwirkungen von Keppra

Uta Melle @, Saturday, 29.03.2008, 19:04 (vor 6718 Tagen) @ Andrea

Liebe Andrea, ich habe gerade Deinen Eintrag gelesen und bin tief berührt: Seit 24 Jahren habe ich Epilepsie, jetzt bin ich 39 Jahre alt. Ich nehme seit 4 Jahren Keppra (3000mg) mit Valproat (1500mg). Seit 3 Jahren habe ich die selben Nebenwirkungen wie Deine Mutter - hinzu kommen bei mir noch: enormer Gewichtsverlust wegen der Appetitlosigkeit und permanente Erkältungen und Schnupfen.
Ich habe erst vor 3 Monaten herausgefunden, daß diese Nebenwirkungen auf das Keppra zurückzuführen sind. Ich habe den Arzt zwar immer gefragt, ob es am Keppra liegt, doch er verneinte immer. Seit dem ich nun weiss, daß diese Depressionen, Aggressionen, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Erkältungen etc. doch vom Keppra kommen, habe ich den Arzt gewechselt und nun werde ich es absetzen - genau wie Deine Mutter. Innerhalb 3 Wochen soll ich von 3000mg/Tag auf 2000/Tag runter und in 2 Monaten soll der Rest stationär abgesetzt.
Da dies in meinem jetzigen emotionalen und körperlichen Zustand quasi auch für mich eine echte Hoffnung darstellt, habe ich jetzt natürlich extreme Angst, daß alles gut wird. Ich kann meine Familie nicht weiterhin meinen emotionalen Ausbrüchen aussetzen! Ich habe 2 kleine Töchter (4 und 7 Jahre), die sich in den letzten Jahren oft gewundert haben. Mein Mann hat auch schwer gelitten. Und dies alles tut mir so extrem leid! Nur, was ist, wenn es nach dem Absetzen des Keppra nicht vorbei ist?
Und nun habe ich Deinen Eintrag gelesen und habe ein wenig Angst. Es wäre wunderbar von Dir, wenn Du mich vielleicht mal anmailen könntest! Ich hoffe, daß alles gut wird!

[zitat=Andrea]Hallo,meine Mutter ist schon seit 36 J.Epileptiker,seit 4,5Jahren nahm sie Keppra3000,anfangs ohne größere Probleme,seit 5Monaten nun massive NW.(tiefe Depressionen,Gedächtniseinschränk.,Schlaflosigkeit...)In den letzten 5Wochen wurde stationär Keppra herausgenommen(in sehr kurzer Zeit also)GroßeBesserungen sind bei meiner Mutter noch nicht zu erkennen,Zustand fast gleich geblieben.Ganz extrem sind jedoch Suizidäusserungen.Hat jmd Erfahrung mit Entzugserscheinungen nach Absetzen von Keppra,vor allem über die Dauer....? Danke![/zitat]

Re: Re: Nebenwirkungen von Keppra

Matthias @, Thursday, 01.05.2008, 21:41 (vor 6685 Tagen) @ Uta Melle

Hallöchen,
auch ich habe das zweifelhafte Vergnügen bzgl. Keppra geniessen dürfen! Zum "Glück" war ich 'nur' auf ein Maximum von 2000mg mitgegangen und habe mich dann zur Selbsthilfe gemahnt und in Eigenregie abgesetzt. Ich möchte an dieser Stelle Alle vor übereilter Einstellung auf dieses "Wundermittel" warnen. Zumeist werden solcherlei Medikamente gern verschrieben, um die Forschungsergebnisse zu verbessern/ zu ergänzen und die Pharmaindustrie zahlt ja seinen Lobbyisten auch gute Ausgleichgehälter...
Leider werden ja psychische Leiden auch gern als Geldmaschinerie genutzt und ein Aufbäumen eines psychisch Leidenden kann ja sehr leicht und ohne viel Hindernisse eingeschränkt und heruntergespielt werden.
Die traurige Wahrheit :(

Re: Re: Re: Nebenwirkungen von Keppra

Frank @, Saturday, 19.07.2008, 00:05 (vor 6607 Tagen) @ Matthias

Hallo

Bin jetzt 42 und habe seit November 2006 Epilepsie. Nach erfolgloser Behandlung mit Topamax und Trileptal bin ich
vor einem Jahr auf Keppra umgestiegen (2000mg pro Tag).
Mal abgesehen von anfänglichen Nebenwirkungen wie Schwindel habe ich seit dieser Zeit keine Anfälle mehr.Inzwischen auch keine Nebenwirkungen mehr.
Jetzt sagt sogar der Neurologe das wir auf 1000mg abdosieren können.
Mir gehts Saugut ;)