Re: Unterdrücken medikamente epilepsie 100 %

Anton @, Wednesday, 02.04.2008, 23:01 (vor 6714 Tagen) @ Benjamin

Hallo Benjamin,
ich finde es recht beachtlich, dass Du dich so stark für Deine Freundin machst. Sie scheint eine äußerst disziplinierte Person zu sein, weil sie die Krankheit sehr gut im Griff hat. Schlechter würde es ihr bestimmt gehen, wenn sie z. B. exzessiv lebte, sie Alkohol tränke, sie Schlafentzug hätte etc.
Sie nimmt ein Medikament, dass bekannt ist für eine erfolgreiche Therapie. Mittel gegen Epilepsie müssen aber ständig genommen werden, es muss immer der Spiegel auf einer Höhe im Blut sein, sonst kann das automatisch zu Anfällen führen.
Das Gegenteil dieser Medikamente sind z. B. Mittel gegen Kopfschmerzen. Sie nimmt man nur, wenn man den Schmerz hat, dann geht er weg, man nimmt sie erst wieder, wenn erneut Schmerzen auftreten.
Du fragst, wie Du helfen kannst, wenn sie diese Anfälle hat: Ruhig bleiben, sie "beaufsichtigen", wenn sie fällt, sie in Seitenlage bringen, nach dem Anfall ganz langsam und ruhig ansprechen.
Nur wenn der Anfall übermäßig lange dauern sollte, oft sind das einige Anfälle nacheinander, dann musst Du den Arzt rufen. Die Mediziner nennen diesen Zustand "Status epilepticus". Bei einem Status ist ärztliche Hilfe erforderlich.
Du kannst Deiner Freundin einen weiteren Gefallen tun, indem Du das Anfallsgeschehen genau aufschreibst, z. B. was sie macht während eines Anfalls, was sie mit Gesicht, Händen, Armen und Beinen tut, ob sie etwas sagt oder nur Laute von sich gibt. Am Besten alles genau aufschreiben. Damit kann der Arzt, möglichst ein Epileptologe, sehr viel anfangen. Er kann dann besser bestimmen, welche Tabletten am Besten wirken, weil er daraus die Anfallsart sehen kann.
Ich finde es sehr gut, dass Du dich so für Deine Freundin einsetzt. Ihr wünsche ich gute Besserung und dir die Kraft, weiterhin so für sie dazusein.
Herzliche Grüße
Anton


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