Bewerbungsgespräch

Annika @, Thursday, 03.04.2008, 18:17 (vor 6713 Tagen)

Hallo,

ich habe eine Frage bezüglich eines Bewerbungsgesprächs. Sollte ich angeben, dass ich Epileptikerin bin?? Man hat mir gesagt es ist mir selbst überlassen und ich muß es nicht unbedingt sagen.
Nun bin ich etwas am zweifeln, da ich nächste Woche ein Gespräch habe. Sollte ich den Job bekommen und habe dann einen Anfall könnte es ja sein das ich dadurch die Probezeit nicht überstehe weil ich es verheimlicht habe.
Bitte helft mir...was soll ich tun???

Besten Dank im Voraus

Re: Bewerbungsgespräch

Jessica @, Thursday, 03.04.2008, 20:16 (vor 6713 Tagen) @ Annika

Hey
also ich würde gucken als was du dich bewirbst. also mit maschinen oder sonst was in dieser richtung und ob du immer unterschiedliche schichten haben wirst.
und du musst selbst gucken wann dein letzter anfall war. würde ich dir als tip geben.
aber sag bitte bescheid, wofür du dich entschieden hast okay. wünsche dir aber guten erfolg für deinen beruf.

LG Jessica

Re: Bewerbungsgespräch

nicole @, Thursday, 03.04.2008, 21:10 (vor 6713 Tagen) @ Annika

Hallo Annika,

also ich habe bei meinem Vorstellungsgespräch erwähnt das ich ne Anfallserkrankung habe, die aber mit Medis gut eingestellt wäre. Da es aber keine Garantie gäbe, das ich am Arbeitsplatz nicht doch mal einen kriegen würde, möchte ich sie halt darüber informieren. Es kamen dann nachfragen, aber es war für meine damals zukünftigen Arbeitgeber kein Problem.

Ich habe also gute Erfahrungen damit gemacht mit offenen Karten zu spielen. Sie wissen wer im Notfall benachrichtigt werden soll und was sie machen müssen.

LG Nicole

Re: Bewerbungsgespräch

Anton @, Thursday, 03.04.2008, 21:15 (vor 6713 Tagen) @ Annika

Hallo,
Jessica hat dir schon ein paar gute Tipps gegeben. Meine Version dazu ist folgende:
Ich gehe davon aus, dass Du nicht im Besitz eines Schwerbehindertenausweises mit einem GdB 50 bist.
In diesem Fall würde ich sagen, kann ein Vertrag, der Treu und Glauben einhält, ohne dass Du es sagst, zustandekommen. Damit meine ich, wenn Du nur selten Anfälle hast, würde ich bei einer Vielzahl von Stellen gar nichts sagen. Das geht aber nur, wenn Du beinahe sicher sein kannst, dass Anfälle während der Arbeitzeit nicht auftreten.
Wenn aber von vornherein mit Anfällen zu rechnen ist, sollte man es auf jeden Fall sagen, weil es sonst Ärger geben könnte, außerdem würde es dich zu sehr unter Druck setzen.
Wenn aber nur alle zwei oder drei Monate damit zu rechnen ist, kannst Du es im Erstfall so erklären, dass Du damit zwar ganz selten zu tun hast, was aber bisher in diesem Maße nicht vorgekommen ist. Das wäre dann zwar eine Lüge, aber Notlügen sind erlaubt und erleichtern manchmal das Leben.
Du solltest es einschätzen können, wie der Verlauf während der Arbeitszeit sein könnte. Was auf keinen Fall geht und zu Ärger führen könnte, wäre eine dem Arbeitgeber abgegebene Lüge, die womöglich gerichtlich verfolgt werden könnte.
Ich wünsche dir viel Gesundheit und alles Gute.
Herzliche Grüße
Anton

Re: Bewerbungsgespräch

Annika @, Thursday, 03.04.2008, 21:40 (vor 6713 Tagen) @ Annika

Hallo Jessica,Nicole und Anton,
danke für deine schnelle Antwort. Ich habe Gott sei Dank nichts mit Maschinen oder Schichtarbeit zu tun. Ich habe mich als Bürokauffrau beworben, da ich demnächst meine Umschulung beende. Ich werde im Gespräch meinen evtl. neuen Arbeitgeber informieren das ich Epi habe . Ich bin zu der Entscheidung bin "Ehrlichkeit währt am längsten"
Vielleicht habe ich ja auch so viel Glück wie Nicole und ich auf ein toleranten Chef treffe.
In einem kurzen Vorgespräch habe ich schon erwähnt, dass ich einen B-Schein mit GdB 50 habe. Auf Grund einer OP am Kopf. Epi nicht inbegriffen. Ich habe nicht den Eindruck gehabt das er (neuer Chef) mit dem B-Schein ein Problem hätte. Hatte allerdings die Epi noch nicht erwähnt. Hatte zum Glück erst 2 Anfälle, davon einen auf Arbeit und bin seit 1 1/2 Jahren Anfallsfrei.
Danke für Eure Antworten
Gruß Annika

Re: Re: Bewerbungsgespräch

Anton @, Thursday, 03.04.2008, 22:20 (vor 6713 Tagen) @ Annika

Hallo Annika,
ich glaube, Du hast so viel Glück wie Nicole. Wenn er den B-Ausweis akzeptiert hat, ist das schon mehr als die halbe Miete. Wenn Du zu den Anfällen etwas sagen möchtest, würde ich es in Deinem Fall so machen: "Da ich gerne mit offenen Karten spiele, möchte ich von ein oder zwei Anfällen berichten, die es vor gut 2 Jahren gegeben hat. Jetzt geht es mir aber sehr gut und ich hoffe, dass es so bleibt."
Damit hättest Du dann wirklich alles gesagt und könntest in Ruhe die Stelle antreten.
Herzliche Grüße
Anton

Re: Bewerbungsgespräch

Uta Melle @, Friday, 04.04.2008, 09:53 (vor 6712 Tagen) @ Annika

Hallo,
ich denke, es kommt darauf an, auf welchen Job Du dich bewirbst. Wenn Dich die Epilepsie im Job einschränkt (durch fehlenden Führerschein oder in handwerklichen Berufen) solltest Du es schon sagen. Wenn nicht, vielleicht eher nicht, bzw. erst nach der Probezeit. Auf der anderen Seite kann es natürlich auch sein, dass der Bertieb dadurch profitiert, wenn Du als Epileptiker gemeldet bist und einen Behindertenstatus hast. Dann bekommt der Betrieb Behinderten-Fördergelder vom Staat. Das wäre ein gutes Argument zur Einstellung - da mußt Du Dich aber vorher mal genau erkundigen.
Ich habe meine Epilepsie in Bewerbungsgesprächen (zu kaufmännischen Berufen) jeweils nicht erwähnt - allerdings bin ich auch nicht behördlich gemeldet!
Liebe Grüsse
Uta