Re: Behintertenausweis

Bettina @, Friday, 18.04.2008, 21:33 (vor 6698 Tagen) @ Biggi

Hi, Biggi,
ich habe seit 17 Jahren (seit meinem 23 Lj.) einen Behindertenausweis mit 90 % GdB (Grad der Behinderung). Allerdings ursprünglich nicht wegen Epi. Ich persönlich habe den Ausweis nie als Belastung empfunden. Ich habe damit eine Arzthelferin-Ausbildung und ein Studium absolviert und mehrere Arbeitsplätze bekommen. Das Entscheidende war meiner Meinung nach neben wichtigen Fakten wie vernünftigen Bewerbungsunterlagen mein persönliches Auftreten und eine "souveräne" Offenheit, mit Krankheit/ Behinderung umzugehen. Gleichzeitig habe ich natürlich auch etwas gepokert. Ein Arbeitgeber, der einen Ausweis höher einschätzt als Deine beruflichen Fähigkeiten, Deine Persönlichkeit, kann meiner Meinung nach eh nicht mit der Epi umgehen, solltest Du Anfälle haben oder häufiger krank sein. Das bringt nur zusätzlichen Streß !

Entscheidend ist aber auch, wie hoch die Einstufung ist.
Vorteile sind in meinem Fall:
- Steuervorteile
- 5 Tage zusätzlicher Urlaub
- Preisnachlässe bei Schwimmbad/ kulturellen Veranstaltungen, Bahncard (halbe Preis) etc
- monatliche Zuschüsse für meinen Arbeitgeber vom Integrationsamt (!) und vorher vom Arbeitsamt für einen begrenzten Zeitraum. War für den AG das "i-Tüpfelchen" bei meiner Einstellung.
- Ersparen von langen Diskussionen und Erklärungen, da ich nach außen hin absolut fit wirke und mir kein Mensch glaubt, daß ich zwei schwere chronische Krankheiten habe.
Der Ausweis ist für mich wie ein Dokument - auch Kollegen gegenüber - daß ich tatsächlich etwas habe und nicht simuliere.
Daher ist er für mich eher hilfreich gewesen.

Herzlichen Gruß, Bettina


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