Re: An die Frauen unter euch...

Anke @, Wednesday, 23.04.2008, 15:33 (vor 6693 Tagen) @ Cara

[zitat=Cara]Hallo,

ich bin 25 und werde jetzt auf Lamotrigin eingestellt. Es gibt bei mir keine 100% eindeutige Diagnose und es fällt mir sehr schwer, diese Krankheit zu akzeptieren. Aber die Ärzte wissen nicht weiter und meinen es wäre eine Form von Epilepsie.(habe keine krampanfälle, allerdings immer schlimmer werdende Gedächtnisprobleme ganz selten Bewusstseinsstörungen, CT, EEG und MRT unauffällig) Also auch kein Autofahren mehr!
Nach dem ich nun nach jahrerlangem ausprobieren endlich eine Pille gefunden habe, die ich gut vertrage, kann ich das ja nun auch vergessen. Ich war neulich bei meiner Frauenärztin um zu fragen, was es noch für Alternativen für die Pille gibt, aber außer der Spirale kommt wohl nichts in Frage. Doch genau die wollte ich immer vermeiden.
Darf ich fragen welche Methode ihr gewählt habt? Gibt es eigentlich irgendein Antiepileptikum, was sich mit der Pille verträgt? Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Viele Grüße

Cara[/zitat]


Hallo Cara,
ich selbst bin 45 Jahre alt und durch Zufall auf Deinen Eintrag gestoßen. Bei mir wurde Epilepsie in der Pubertät fest gestellt und ich bekam Medikamente aus der Generation vor den jetztigen. Auch ich hatte das Problem mit der Verhütung und mein damaliger Freund, heutiger Ehemann, hat mit Kondom verhütet. Scheinbar hat sich bei den Medikamenten also nichts in puncto Verträglichkeit mit der Pille getan. Ich habe es dann noch in der Ehe mit der Spirale versucht; habe dann aber aufgrund von Spiralversagen eine Fehlgeburt gehabt. Ob die heutige Generation der Spiralen besser auf Epilepsiemedikamente abgestimmt werden kann, müsste Deine Frauenärztin wissen; ich habe fest gestellt, dass Frauen in dem Punkt die besseren Gynakologen sind. Nun noch zu Deiner Verzweiflung wegen der Krankheit. Ich verzweifle bis heute daran, denn meine Eltern haben mich auf ein Leben mit Epilepsie nicht vorbereitet. Die Ärzte damals haben immer behauptet, dass alles nach der Pubertät aufhören würde. Also waren meine Eltern der Ansicht, sie können mich wie ein gesundes Kind behandeln. Aus meiner über 30-jährigen Erfahrung heraus kann ich Dir nur raten, Dich mit der Krankheit anzufreunden. Das klingt jetzt sehr einfach und blöd, trifft aber den Kern. Lebe mit der Krankheit und nicht dagegen.Teste aus, was Du kannst, was geht und was nicht. Ich schreibe deshalb seit ca. 5 Jahren Tagebuch und ich habe damit zumindest klar gekriegt, was ich schon früher nicht konnte und bis heute nicht kann und welche Ziele für mich realistisch sind. Ich habe auch 2 Kinder, die völlig normal und gesund sind. Bis heute muss ich aufpassen; mir drohen bei Stress und emotionaler Aufregung Anfälle; ich leide seit der Geburt des 2. Kindes unter Migräne bei Wetterumschwüngen und habe nach der Geburt des 2. Kindes meine Medikamente abgesetzt. Zum Einen, weil ich damals schon jahrelang anfallsfrei war, zum Anderen, weil ich eine Leberschädigung davon bekommen habe. Jetzt bin ich in den Wechseljahren, hatte vor 5 Jahren eine schwere Krise, habe in der Zeit nachts einen Anfall bekommen, deshalb kann ich nicht mehr richtig laufen, habe mir dabei wohl mein Becken verdreht. Möchte aber keine Medikamente mehr nehmen und lebe zu Hause; gehe auch nicht arbeiten und das Autofahren habe ich noch nie gemocht, habe zwar einen Führerschein, fahre aber seit ca. 5 Jahren gar nicht mehr. es hat mich immer sehr angestrengt.Ob ich Dir mit meinem Beitrag helfen konnte, weiss ich nicht. Ich wünsche Dir aber für die Zukunft viel Kraft
Gruß Anke


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