Hallo Anke,
damals waren Eltern nicht augeklärt - vor 30 Jahren hat mich auch kein Arzt richtig aufgeklärt - damals war man der Meinung daß mit jedem Anfall Gehirnzellen sterben, also saß ich mit 20 Jahren (war dann erst Epilepsie-krank)und hab ca. 6 - 12 Monate nur gedacht, falls ich später mal nicht mehr denken könnte.
Auch heute kann man Leute treffen die was von Anfällen wissen aber nichts über Epilepsie.
Eltern wollen nun wal keine kranken Kinder haben - dies ist ein Selbstschutz weil sie sonst evtl. psychisch erkranken könnten. Eltern sagen auch: Mein Kind ist gesund es hat nur mal ab und an einen Anfall aber sonst ist es gesund.
Eltern haben auch extrem hohe Schuldgefühle - damals erst recht, denn sie hatten und haben Angst daß sie "die Krankheit" vererbt haben könnten bzw. daran Schuld haben.
Wie groß diese Schuldgefühle sind merkt man also an
"die Krankheit" !
Hat Anfälle - aber ist sonst gesund !
Kommt dir dies bekannt vor.
Auch heute ist Epilepsie noch ein großes Tabuthema.
Meist wurde damals Epilepsie noch fast wie ein geistig krank gesehen. Für viele (Ottonormalverbraucher) ist heute sogar noch der Neurologe ein Irrenarzt.
Verzeihe deinen Eltern für ihre Ängste und Schuldgefühle und sehe alles etwas gelassener.
Du wirst diese Akten nie sehen, sie sind für deine Eltern ein Geheimniss über das man nicht spricht.
Wenn dies immer noch ein Grund sein sollte, daß du mit deinen Eltern zankst - dann hast du noch nicht losgelassen. Auch Kinder müssen irgendwann loslassen und nicht noch irgendwie - irgendwas hinterhertrauern.
Wer hält dich ab dich selbst schlau zu machen informiere dich selbst. Ärzte bewahren Unterlagen 10 Jahre auf. Hol dir deinen eigenen Akten und laß dich zur Not mit MRT untersuchen.
Werde Erwachsen im Kopf und laß dich nicht durch Mutters Akten zum kleinen Kind machen.
Dies ist ganz ganz lieb gemeint.
Du kannst mich auch anmailen.
Grüße
Jimmy