unerklärliche Krampfanfälle

Alex @, Friday, 02.05.2008, 16:32 (vor 6684 Tagen)

Hallo, ich leide seit mittlerweile über 2 Jahren an celebralen Krampfanfällen. Ich wurde auch vom ZEE in der Kopfklinik fast 1 Jahr lang auf Epilepsie medikamentös behandelt. Bei einem Alpha-EEG konnte aber keine Focusierung festgestellt werden. Daruafhin wurde behauptet, dass es sich hierbei um sog. psychogene Anfälle handelt, was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, da diese Anfälle allesamt tonisch-klonisch ablaufen. Um des Frieden Willens habe ich mich einer intensiven Psychosomatischen untersuchung gestellt, die natürlich wie erwartet ohne nennenswerten Ergebnis abgeschlossen wurde. D.h. es waren keinerlei Psychosomatische Hintergründe für die Anfälle zu erkennen. Nun bin ich ehrlich gesagt mit meinem Latein am Ende und stehe mit meinen Anfällen wieder am Anfang. Kann mir jemand einen Tip geben ? Gruss Alex

Re: unerklärliche Krampfanfälle

Shyrin @, Friday, 02.05.2008, 23:34 (vor 6684 Tagen) @ Alex

[zitat=Alex]Hallo, ich leide seit mittlerweile über 2 Jahren an celebralen Krampfanfällen. Ich wurde auch vom ZEE in der Kopfklinik fast 1 Jahr lang auf Epilepsie medikamentös behandelt. Bei einem Alpha-EEG konnte aber keine Focusierung festgestellt werden. Daruafhin wurde behauptet, dass es sich hierbei um sog. psychogene Anfälle handelt, was ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, da diese Anfälle allesamt tonisch-klonisch ablaufen. Um des Frieden Willens habe ich mich einer intensiven Psychosomatischen untersuchung gestellt, die natürlich wie erwartet ohne nennenswerten Ergebnis abgeschlossen wurde. D.h. es waren keinerlei Psychosomatische Hintergründe für die Anfälle zu erkennen. Nun bin ich ehrlich gesagt mit meinem Latein am Ende und stehe mit meinen Anfällen wieder am Anfang. Kann mir jemand einen Tip geben ? Gruss Alex[/zitat]Hallo Alex,deine Frustration kann ich verstehen. Eine genaue Diagnostik ist leider nicht so einfach und erfordert vor allem deine Mithilfe. Es ist z. B. hilfreich einen Anfallskalender zu führen. Solltest du wenig Anfälle haben, dann kann ich dir das Führen eines Tagebuchs empfehlen. Das müssen keine langen Abhandlungen sein, einfache Stichpunkte was du am Tag gemacht hast, wie du dich gefühlt hast, reichen . Ich benutze dafür meinen Timer. Versuche von jedem Anfall eine Beschreibung zu erstellen. Wahrscheinlich wirst du nicht an alle Dinge erinnern, aber vielleicht gibt es Leute die dich beobachtet haben. Es ist zwar sehr mühsam, aber hilfreich. Du lernst dich besser kennen und entdeckst vielleicht ein Muster. Was deine genaue Diagnose anbelangt, kann ich dir das Epilepsiezentrum Bethel (Bielefeld) empfehlen. Dort kannst du dir in der Ambulanz einen Termin holen. Die Ärzte sind kompetent und haben jahrelange Erfahrung. Außerdem arbeiten sie mit Zentren in Kanada, USA und Frankreich zusammen. Ich war gerade selbst für sieben Wochen zur Umstellung meiner Medikamente da. In der Ambulanz entscheidet der Arzt auch, ob ein stationärer Aufenthalt notwendig ist. Die Wartezeiten für eine Aufnahme sind leider sehr lang. Es wird auch erwartet, dass du mitarbeitest. Damit meine ich das Führen des Anfallskalenders usw.. Wenn du also wirklich wissen willst, was du hast, dann kann ich dir diesen Weg empfehlen. Ich habe seit 8 Jahren Epilepsie, aber eine genaue Diagnose habe ich jetzt erst bekommen. Lass dich also nicht unterbuttern, außerdem haben wir freie Arztwahl. Es gibt auch andere Neurologen! Liebe Grüße,Shyrin

Re: unerklärliche Krampfanfälle

Alex @, Saturday, 03.05.2008, 07:20 (vor 6684 Tagen) @ Alex

Hi Shyrin, danke für Deinen Beitrag. Ich führe schon von Anfang an einen Anfallskalender und seit meiner letzten Reha im Jahr 2007 auch ein sogenanntes Gedächtnisbuch. Da sich bei mir die Anfälle vorher nicht ankündigen (keine Aura), ist das oft nicht einfach noch nachzuvollziehen was sich vor dem Anfall ereignet hat. Mir fehlen je nach schwere des Anfalls teilweise die Erinnerungen der Stunden bzw. teilweise sogar des ganzen Tages. Da ich tagsüber alleine in meiner Wohnung bin, habe ich einen Sturzdetektor in Verbindung mit einem Hausnotrufgerät. Das funktioniert einwandtfrei. Wenn Hilfe kommt, ist der Anfall als solcher oft schon vorbei und ich wache aus einer tiefen Bewustlosigkeit wieder auf. Von Bethel habe ich schon gehört. Ich werden Deinen Vorschlag auf alle Fälle mal nachgehen. Vielen Dank. Gruss Alex