Benigne Partialepilepsie

Kiki @, Saturday, 17.05.2008, 17:31 (vor 6669 Tagen)

Meine Tochter (8) hatte seit der ersten Klasse (jetzt ist sie in der zweiten auf der Montessorischule) große Schwierigkeiten, Lesen und Rechnen zu lernen, daher haben wir eine Komplettuntersuchung bei einem sozialpädiatrischen Zentrum machen lassen und dort sind beim EEG "Zacken" aufgetaucht, die angeblich auf eine benigne Partialepilepsie hindeuten. Das Kind hatte aber noch nie auch nur so etwas Ähnliches wie einen Anfall und ist auch nicht abwesend oder so, nur manchmal (wenn sie sehr fasziniert andere beobachtet) dauert es ein bisschen, bis sie reagiert. Bei einem psychologischen Test, dem K-ABC-Test (unter sehr merkwürdigen Bedinungungen bei über 30 Grad um 15 Uhr nachmittags nach einstündiger Zugfahrt (wo jeder geschafft ist), hat sie schlecht abgeschitten und man hat ihr einen IQ von 79 und "Lernbehinderung" bescheinigt. Sonst ist sie ein ganz normales Kind mit einem "Dickschädel". Ich mache mir aber natürlich Sorgen, weil sie so kleine Fortschritte macht und ich immer denke, vielleicht braucht sie doch Medikamente. Bin aber der Schulmedizin gegenüber sehr kritisch eingestellt. Wer hat ähnliche Erfahrungen? Danke schon mal!

Re: Benigne Partialepilepsie

Anton @, Sunday, 18.05.2008, 11:05 (vor 6668 Tagen) @ Kiki


Hallo Kiki,
es kommt leider immer wieder sehr schnell zu Diagnosen, die späterhin nicht haltbar sind und sich im Nachhinein als Schnellschüsse erweisen. Genau wie die Feststellung des IQ nicht unbedingt Aufschluss gibt über die Fähigkeiten Deiner Tochter. Solange Deine Tochter einen Dickkopf hat, ist das ein gutes Zeichen, sie weiß was sie will und versteht sich durchzusetzen.
Eine Therapie ohne Feststellung der wahren Diagnose durch Allgemein- oder Amtsärzte kann nur daneben gehen. Ausschliesslich Epileptologen sind in der Lage, hier das Krankheitsbild genau festzustellen. Aus dem Grund gehört Deine Tochter in die Hände dieser Fachärzte. Ein erster Anfang könnte sein der Besuch bei einem Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat.
Als Weiteres solltest Du dich bei einem Epilepsie-Zentrum anmelden, es dauert lange, dort einen Termin zu bekommen, aber es lohnt, in Deinem Fall doppelt, weil Deine Tochter mitten in der Schulausbildung steht und damit verhindert werden könnte, dass sie schulisch auf der Strecke bleibt. Des Weiteren hat sie ihr Leben noch vor sich. Ich wünsche dir die Kraft, dich auch zukünftig so prima für die Kleine einzusetzen.
Viele Grüße
Anton

Re: Benigne Partialepilepsie

Franz @, Sunday, 18.05.2008, 14:04 (vor 6668 Tagen) @ Kiki

[zitat=Kiki]Meine Tochter (8) hatte seit der ersten Klasse (jetzt ist sie in der zweiten auf der Montessorischule) große Schwierigkeiten, Lesen und Rechnen zu lernen, daher haben wir eine Komplettuntersuchung bei einem sozialpädiatrischen Zentrum machen lassen und dort sind beim EEG "Zacken" aufgetaucht, die angeblich auf eine benigne Partialepilepsie hindeuten. Das Kind hatte aber noch nie auch nur so etwas Ähnliches wie einen Anfall und ist auch nicht abwesend oder so, nur manchmal (wenn sie sehr fasziniert andere beobachtet) dauert es ein bisschen, bis sie reagiert. Bei einem psychologischen Test, dem K-ABC-Test (unter sehr merkwürdigen Bedinungungen bei über 30 Grad um 15 Uhr nachmittags nach einstündiger Zugfahrt (wo jeder geschafft ist), hat sie schlecht abgeschitten und man hat ihr einen IQ von 79 und "Lernbehinderung" bescheinigt. Sonst ist sie ein ganz normales Kind mit einem "Dickschädel". Ich mache mir aber natürlich Sorgen, weil sie so kleine Fortschritte macht und ich immer denke, vielleicht braucht sie doch Medikamente. Bin aber der Schulmedizin gegenüber sehr kritisch eingestellt. Wer hat ähnliche Erfahrungen? Danke schon mal![/zitat]

Hallo Kiki,

nur aufgrund des EEg kann und darf keine Epilepsie festgestellt werden.
In eurem Fall sollte von einem Kinderarzt oder einem Internist zuerst mal eine gründliche Untersuchung stattfinden. Damit festgestellt wird, ob eine andere Grunderkrankung zugrunde liegt. Da aber deine Tochter noch nie "Anfälle" hatte ist die Diagnose Epilepsie sowieso sehr in Frage zu stellen.

Betreffs des IQ - Tests.
Falls dieser von einer "öffentlichen Stelle" durchgeführt wurde. Ihr habt 1 Monat Zeit um diesem, unter Angaben von Gründen (Hitze, Stress ungüstige Uhrzeit etc) zu widersprechen bzw. in Frage zu stellen.

In Eurem Fall wäre es angebracht, wenn von einer neutralen Stelle und unter anderen Bedingungen ein neuer Test durchgeführt wird. Damit könnt Ihr den IQ - Test widerlegen.

In diesem Sinne wünsche ich Euch für die zukunft Alles Gute.

LG

Franz