Wie soll ich meine berufliche Zukunft gestalten?

Gunnar @, Thursday, 29.05.2008, 21:43 (vor 6657 Tagen)

Hallo,

ich hatte zwei Anfälle, die mittlerweile ein viertel, bzw. ein halbes Jahr her sind. Ich bin/war im Aussendienst beschäftigt und befinde mich momentan im Krankenstand. Leider läuft mein Beschäftigungsverhältnis zum 31.07. aus.

Ich nehme 1500 mg Orfiril am Tag und es scheint mir auch ein anfallsfreies Leben zu ermöglichen. Mein Neurologe hat mir in Aussicht gestellt, dass ich in etwa 4-5 Monaten wieder autofahren kann.

Mein eigentliches Anliegen ist: Ich könnte einen (schlechter bezahlten) Job im kaufmännischen Innendienst zeitnah annehmen oder ein wenig "zocken": Darauf hoffen, dass die Anfälle weiterhin ausbleiben und dann, wenn mein Neurologe es für unbedenklich hält, wieder eine (besser bezahlte) Stelle im Aussendienst annehmen. Hinzu kommt, dass ich mich im Aussendienst einfach wohler fühle.

Ein paar Eckdaten: Männlich, 29, Groß- und Aussenhandelskaufmann und mein Leben lang schon im Vertrieb.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?

Re: Wie soll ich meine berufliche Zukunft gestalten?

Gunnar @, Thursday, 29.05.2008, 21:45 (vor 6657 Tagen) @ Gunnar

*Edit: Für Unterkunft und Verpflegung ist im Moment, dank meiner Mutter, bestens gesorgt. Sie unterstüzt mich sehr in dieser schwierigen Phase.

Re: Wie soll ich meine berufliche Zukunft gestalten?

Julia @, Thursday, 29.05.2008, 21:56 (vor 6657 Tagen) @ Gunnar

Hallo Gunnar,

ich bin 25 Jahre alt, arbeite jetzt seit etwas mehr als 1 1/2 Jahren. Mein Verdienst ist nicht der Beste und nicht der Schlechteste.

Zu deiner Frage.
Ich an deiner Stelle wurde mir überlegen, was ich möchte.

--Möchte ich eine Beschäftigung oder kann ich aufs Geld eine Zeitlang verzichten???
--Komme ich moralisch und seelisch damit klar, keine Arbeit zu haben???
--Welche Aussichten gibt es, alos z. B. wie lange gehen die einzelnen Arbeitsverträge??? Ist einer evtl. wieder auf eine bestimmte Zeit begrenzt, der Andere evtl. nicht???
--Wie kommst du zur Arbeit, wenn du deinen Führerschein doch nicht nach der jetzigen geplanten Zeit erhälst???

Lass es dir durch den Kopf gehen, und entscheide dannach.
Letztendlich musst du entscheiden, niemand anderes!!!

Wünsche dir, dass du für dich zur richtigen Entscheidung kommst!!!

Gruß Julia
[zitat=Gunnar]Hallo,

ich hatte zwei Anfälle, die mittlerweile ein viertel, bzw. ein halbes Jahr her sind. Ich bin/war im Aussendienst beschäftigt und befinde mich momentan im Krankenstand. Leider läuft mein Beschäftigungsverhältnis zum 31.07. aus.

Ich nehme 1500 mg Orfiril am Tag und es scheint mir auch ein anfallsfreies Leben zu ermöglichen. Mein Neurologe hat mir in Aussicht gestellt, dass ich in etwa 4-5 Monaten wieder autofahren kann.

Mein eigentliches Anliegen ist: Ich könnte einen (schlechter bezahlten) Job im kaufmännischen Innendienst zeitnah annehmen oder ein wenig "zocken": Darauf hoffen, dass die Anfälle weiterhin ausbleiben und dann, wenn mein Neurologe es für unbedenklich hält, wieder eine (besser bezahlte) Stelle im Aussendienst annehmen. Hinzu kommt, dass ich mich im Aussendienst einfach wohler fühle.

Ein paar Eckdaten: Männlich, 29, Groß- und Aussenhandelskaufmann und mein Leben lang schon im Vertrieb.

Was würdet ihr an meiner Stelle tun?[/zitat]

Re: Re: Wie soll ich meine berufliche Zukunft gestalten?

Gunnar @, Thursday, 29.05.2008, 22:12 (vor 6657 Tagen) @ Gunnar

[zitat=Julia]Hallo Gunnar,

ich bin 25 Jahre alt, arbeite jetzt seit etwas mehr als 1 1/2 Jahren. Mein Verdienst ist nicht der Beste und nicht der Schlechteste.

Zu deiner Frage.
Ich an deiner Stelle wurde mir überlegen, was ich möchte.

--Möchte ich eine Beschäftigung oder kann ich aufs Geld eine Zeitlang verzichten???
--Komme ich moralisch und seelisch damit klar, keine Arbeit zu haben???
--Welche Aussichten gibt es, alos z. B. wie lange gehen die einzelnen Arbeitsverträge??? Ist einer evtl. wieder auf eine bestimmte Zeit begrenzt, der Andere evtl. nicht???
--Wie kommst du zur Arbeit, wenn du deinen Führerschein doch nicht nach der jetzigen geplanten Zeit erhälst???

Lass es dir durch den Kopf gehen, und entscheide dannach.
Letztendlich musst du entscheiden, niemand anderes!!!

Wünsche dir, dass du für dich zur richtigen Entscheidung kommst!!!

Gruß Julia
[/zitat]

Nun, das Geld würde reichen, denn ich erhalte familiäre Unterstützung. Ich muss im Moment keine eigene Wohnung bezahlen.... ich nutze diese Gelegenheit auch, um einige andere Dinge in meinem Leben zu ändern: u.A., dass ich wieder in der Kleinstadt wohne, wo ich mal herkam... ich bin durch eine Versetzung hier gelandet und eigentlich wollte ich vor ein paar Jahren mal in eine größere Stadt ziehen, was ich nun mache.

Ich habe keine konkreten Stellenangebote... nur... wie soll ich das sagen, ohne, dass es hochnäsig klingt... ich habe keine Probleme eine Stelle zu finden. Ich bin bis heute (dank Abitur, einem halben BWL-Studium, relativ viel Erfahrung und letztendlich auch meiner Persönlichkeit) sehr gefragt.

Ich habe meinen Führerschein nie abgeben müssen. Mein Neurologe hat mir das Autofahren verboten und mich krank geschrieben. Und daran halte ich mich, schon aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber meinen Mitmenschen.

Komme ich moralisch damit klar, keine Arbeit zu haben: Ja!... Komme ich seelisch damit klar: Nicht so richtig... Es macht sich ein Gefühl der Nutzlosigkeit breit und mir fällt die Decke auf den Kopf.

Re: Re: Re: Wie soll ich meine berufliche Zukunft gestalten?

Julia @, Friday, 30.05.2008, 18:55 (vor 6656 Tagen) @ Gunnar

Hallo Gunnar,
dann wärs mir, an deiner Stelle egal, ob ich im Außendienst arbeite oder nicht, hauptsache Arbeit, und die Decke fällt nicht auf den Kopf.

Doch wie gesagt, dass ist meine Meinung, entscheiden musst letztendlich du.

Gruß Julia

zitat=Gunnar][zitat=Julia]Hallo Gunnar,

ich bin 25 Jahre alt, arbeite jetzt seit etwas mehr als 1 1/2 Jahren. Mein Verdienst ist nicht der Beste und nicht der Schlechteste.

Zu deiner Frage.
Ich an deiner Stelle wurde mir überlegen, was ich möchte.

--Möchte ich eine Beschäftigung oder kann ich aufs Geld eine Zeitlang verzichten???
--Komme ich moralisch und seelisch damit klar, keine Arbeit zu haben???
--Welche Aussichten gibt es, alos z. B. wie lange gehen die einzelnen Arbeitsverträge??? Ist einer evtl. wieder auf eine bestimmte Zeit begrenzt, der Andere evtl. nicht???
--Wie kommst du zur Arbeit, wenn du deinen Führerschein doch nicht nach der jetzigen geplanten Zeit erhälst???

Lass es dir durch den Kopf gehen, und entscheide dannach.
Letztendlich musst du entscheiden, niemand anderes!!!

Wünsche dir, dass du für dich zur richtigen Entscheidung kommst!!!

Gruß Julia
[/zitat]

Nun, das Geld würde reichen, denn ich erhalte familiäre Unterstützung. Ich muss im Moment keine eigene Wohnung bezahlen.... ich nutze diese Gelegenheit auch, um einige andere Dinge in meinem Leben zu ändern: u.A., dass ich wieder in der Kleinstadt wohne, wo ich mal herkam... ich bin durch eine Versetzung hier gelandet und eigentlich wollte ich vor ein paar Jahren mal in eine größere Stadt ziehen, was ich nun mache.

Ich habe keine konkreten Stellenangebote... nur... wie soll ich das sagen, ohne, dass es hochnäsig klingt... ich habe keine Probleme eine Stelle zu finden. Ich bin bis heute (dank Abitur, einem halben BWL-Studium, relativ viel Erfahrung und letztendlich auch meiner Persönlichkeit) sehr gefragt.

Ich habe meinen Führerschein nie abgeben müssen. Mein Neurologe hat mir das Autofahren verboten und mich krank geschrieben. Und daran halte ich mich, schon aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber meinen Mitmenschen.

Komme ich moralisch damit klar, keine Arbeit zu haben: Ja!... Komme ich seelisch damit klar: Nicht so richtig... Es macht sich ein Gefühl der Nutzlosigkeit breit und mir fällt die Decke auf den Kopf.[/zitat]

Re: Wie soll ich meine berufliche Zukunft gestalten?

Jimmy @, Saturday, 31.05.2008, 04:44 (vor 6656 Tagen) @ Gunnar

Hallo Gunnar,

manchmal sind solch gesundheitlichen Einschnitte auch positiv.

Du hast selbst gesagt du willst einiges verändern

- andere Stadt

- neuer Job - wohl feste Anstellung - keine befristete Stelle

Stell dir doch selbst eine Ja/Nein oder +/- Liste zusammen um herauszufinden was du willst bzw. noch verändern willst.
Du hast dir aber schon eine Teilantwort gegeben.
Die o.g. Ziele und deine weiteren Ziele kannst du gut erreichen wenn du als Kranker dies in Ruhe machst, denn deine Eltern unterstützen dich.
Frag dich selbst ob du als rasender Roland von einem Ort zum anderen hastend diese Ziele erreichtst oder ob du diese gesundheitliche Krankschreibung nutzt deine Ziele zu erreichen.
Bei soviel Umbruch sehe ich eigendlich kein "Decke auf den Kopf fallen"

Noch viel Spaß beim Erreichen deiner neuen Lebensziele.

Grüße Jimmy

Re: Re: Wie soll ich meine berufliche Zukunft gestalten?

Gunnar @, Saturday, 31.05.2008, 21:54 (vor 6655 Tagen) @ Gunnar

[zitat=Jimmy]Hallo Gunnar,

manchmal sind solch gesundheitlichen Einschnitte auch positiv.

Du hast selbst gesagt du willst einiges verändern

- andere Stadt

- neuer Job - wohl feste Anstellung - keine befristete Stelle

Stell dir doch selbst eine Ja/Nein oder +/- Liste zusammen um herauszufinden was du willst bzw. noch verändern willst.
Du hast dir aber schon eine Teilantwort gegeben.
Die o.g. Ziele und deine weiteren Ziele kannst du gut erreichen wenn du als Kranker dies in Ruhe machst, denn deine Eltern unterstützen dich.
Frag dich selbst ob du als rasender Roland von einem Ort zum anderen hastend diese Ziele erreichtst oder ob du diese gesundheitliche Krankschreibung nutzt deine Ziele zu erreichen.
Bei soviel Umbruch sehe ich eigendlich kein "Decke auf den Kopf fallen"

Noch viel Spaß beim Erreichen deiner neuen Lebensziele.

Grüße Jimmy[/zitat]

Nun... es ist mittlerweile so "schlimm", dass ich mich um die Liebesprobleme meiner Ex kümmere und wir sind schon seit 2 Jahren getrennt.

Ich werde dort definitiv in eine WG ziehen. Einerseits bin ich nicht zu alt dafür (mit 29) und vor Allem: Sollte mir wieder etwas passieren, dann habe ich Menschen um mich, die mir helfen könnten. Ein weiterer Nebeneffekt ist eben, dass ich so einfacher Anschluss finde.

Allerdings ist es sehr leicht ein WG-Zimmer zu finden, insbesondere, wenn man über ein (im Verhältnis zu einem Studenten-Einkommen)hohes Einkommen verfügt. Somit habe ich da keine großen Vorbereitungen zu treffen. Also ich weiß teilweise wirklich nicht mehr, wie ich den Tag rumbringen soll... ich frage mich, wie Langzeitarbeitslose das machen.

Nun, ich werde mich nun erstmal mit der Bundesagentur für Arbeit in Verbindung setzen. Mal sehen, wie die sehen, dass ich "vorsetzlich" 3-4 Monate Arbeitslosengeld beziehen möchte... soviel ich weiß, sind die davon nie so wirklich begeistert.