Abitur

Rosita Hahn @, Wednesday, 11.06.2008, 21:57 (vor 6644 Tagen)

Hallo...

brauche dringend eure Hilfe. Mein Sohn ( 18 Jahre) hatte im März 2008
seinen ersten Grandmal-Anfall und jetzt im Mai seinen zweiten Anfall.

Er wird jetzt medikamentös eingestellt.Mit der Diagnose müssen
wir jetzt erst einmal alle fertig werden-ihr kennt das.Ich mache mir natürlich wahnsinnige Sorgen, zumal er bei seinem zweiten Anfall in der
Schule gestürzt ist und sich den Kopf aufgeschlagen hat.

Mein Sohn wird im März nächsten Jahres Abitur machen.

Meine Frage:

Entstehen ihm durch die Medikamente Nachteile?

Was kann ich den Lehrern sagen?

Bin froh über jede Nachricht und Hilfe.

Re: Abitur

jennifer @, Wednesday, 11.06.2008, 23:03 (vor 6644 Tagen) @ Rosita Hahn

Hallo
Ich habe seit 7jahren epilepsie.Bei meinem ersten anfall war ich erst 13. Diese anfälle belasten mich sehr und ich werde auch nicht fertig damit.Ich verkrafte das ganze einfach nicht.Hatte auch schon einige verletzungen.beim letzten anfall hatte ich eine gehirnerschütterung und werde jedes mal vom krankenwagen mitgenommen weil ich sehr oft außerhalb von der wohnung anfälle habe.Und habe auch in der regel alle 2-4wochen anfälle.das problem bei mir ist auch das wenn ich alleine bei einem anfall wäre würde ich ersticken.Also ich glaube nicht das es nachteile gibt mit den medis.Du mußt einfach den lehrern bescheid sagen das er epileptische anfälle bekommt und was sie machen müßen wen er einen anfall hat.Durch die blöden anfälle bekomme ich auch keinen ausbildungsplatz weil wenn ich denen sage was ich habe dann lehnen die sofort ab. Der einzigste nachteil den ich durch die medis habe ist das ich 20kilo zunahm,das mich sehr belastet.arbeite momentan bis oktober weil ich da nach bonn in eine uniklinik gehe und dort operiert werde.Und weil ich ein bisschen geld neben bei verienen will weil ich ein 20monat alten sohn hab.
Ich wünsche dir und deinen sohn alles alles gute

Re: Abitur

Sandy @, Thursday, 12.06.2008, 10:11 (vor 6643 Tagen) @ Rosita Hahn

Hallo,

also ich habe auch Abitur gemacht und hatte keine Nachteile durch die Epi.
Wenn Nachteile entstehen, dann ggf. durch die Nebenwirkungen, sollten welche auftreten bzw. existieren, der Medis. Also ggf. Müdigkeit, dann ist es für ihn natürlich anstrengender, denn wenn man müde ist kann man sich ja schwerer konzentrieren. Aber ansonsten gibt es eigentlich keine Nachteile.

Warum willst Du den Lehrern was sagen?
Ich habe nie was gesagt. Ich habe Medis genommen, ich war anfallsfrei und es ging mir gut....

Ich geh doch auch nicht zum Lehrer und sage, wenn ich Diabetes habe, oder Kopfweh oder so.

Solange es Deinem Sohn gut geht und er mit den Medis klar kommt, finde ich es nicht notwendig da eine große Sache drum zu machen.

Aber das sollte Dein Sohn entscheiden, er weiß am besten, wie es ihm geht.

LG Sandy

Re: Abitur

Anton @, Thursday, 12.06.2008, 10:23 (vor 6643 Tagen) @ Rosita Hahn


Hallo,

ich als jemand mit langjähriger Epilepsie-Erfahrung würde meinem Sohn folgen Rat geben:

a) Mittel gegen Epilepsie sind dauerhaft, auch wenn keine Anfälle kommen, zu nehmen,

b) auf Änderungen des Schlaf-/wachrhythmus muss verzichtet werden, ebenso auf Schlafentzug,

c) Flackerlicht in der Disco kann Anfälle auslösen,

d) keinen Alkohol trinken,
e) Rauchen hat mir nichts ausgemacht,

und f) grundsätzlich auf exzessives Leben zu verzichten.

Mit dieser Lebens-Einstellung, die auch für mich oft Verzicht bedeutet hat, habe ich trotz der Antikonvulsiva
nicht schlechter als andere arbeiten können. Mehr kann ich zu Deiner Frage leider nicht sagen.

Viele Grüße
Anton

PS.: Wenn der Sohn sein Abi dann in der Tasche hat, sollte das Anfalsleiden unbedingt einem Epileptologen vorgestellt werden, um die bestmögliche Therapie für ihn zu finden.

Re: Re: Abitur

Rosita Hahn @, Thursday, 12.06.2008, 13:44 (vor 6643 Tagen) @ Rosita Hahn

Hallo,

ich als jemand mit langjähriger Epilepsie-Erfahrung würde meinem Sohn folgen Rat geben:

a) Mittel gegen Epilepsie sind dauerhaft, auch wenn keine Anfälle kommen, zu nehmen,

b) auf Änderungen des Schlaf-/wachrhythmus muss verzichtet werden, ebenso auf Schlafentzug,

c) Flackerlicht in der Disco kann Anfälle auslösen,

d) keinen Alkohol trinken,
e) Rauchen hat mir nichts ausgemacht,

und f) grundsätzlich auf exzessives Leben zu verzichten.

Mit dieser Lebens-Einstellung, die auch für mich oft Verzicht bedeutet hat, habe ich trotz der Antikonvulsiva
nicht schlechter als andere arbeiten können. Mehr kann ich zu Deiner Frage leider nicht sagen.

Viele Grüße
Anton

PS.: Wenn der Sohn sein Abi dann in der Tasche hat, sollte das Anfalsleiden unbedingt einem Epileptologen vorgestellt werden, um die bestmögliche Therapie für ihn zu finden.


Lieber Anton,

vielen Dank für deine Antwort und deine Empfehlungen.
Mein Sohn ist in neurolog. Behandlung in der Mainzer
Uni-Klinik- ich denke dass da gute Epileptologen
sind. Oder was meinst Du?

Liebe Grüße

Rosita

Re: Re: Abitur

Rosita Han @, Thursday, 12.06.2008, 13:46 (vor 6643 Tagen) @ Rosita Hahn


Ich habe seit 7jahren epilepsie.Bei meinem ersten anfall war ich erst 13. Diese anfälle belasten mich sehr und ich werde auch nicht fertig damit.Ich verkrafte das ganze einfach nicht.Hatte auch schon einige verletzungen.beim letzten anfall hatte ich eine gehirnerschütterung und werde jedes mal vom krankenwagen mitgenommen weil ich sehr oft außerhalb von der wohnung anfälle habe.Und habe auch in der regel alle 2-4wochen anfälle.das problem bei mir ist auch das wenn ich alleine bei einem anfall wäre würde ich ersticken.Also ich glaube nicht das es nachteile gibt mit den medis.Du mußt einfach den lehrern bescheid sagen das er epileptische anfälle bekommt und was sie machen müßen wen er einen anfall hat.Durch die blöden anfälle bekomme ich auch keinen ausbildungsplatz weil wenn ich denen sage was ich habe dann lehnen die sofort ab. Der einzigste nachteil den ich durch die medis habe ist das ich 20kilo zunahm,das mich sehr belastet.arbeite momentan bis oktober weil ich da nach bonn in eine uniklinik gehe und dort operiert werde.Und weil ich ein bisschen geld neben bei verienen will weil ich ein 20monat alten sohn hab.
Ich wünsche dir und deinen sohn alles alles gute

Liebe Jennifer,

danke für Deine Antwort.

Auch für dich und deinen Sohn alles, alles Gute.

Gruß

Rosita

Re: Re: Abitur

Rosita Hahn @, Thursday, 12.06.2008, 13:49 (vor 6643 Tagen) @ Rosita Hahn

Hallo Sandy,

vielen Dank für deine Antwort und deine Empfehlungen.

Bist du immer noch anfallsfrei?

Hast du einen Arbeitsplatz oder Studienplatz bekommen?

Danke für deine Antwort.

LG

Rosita

also ich habe auch Abitur gemacht und hatte keine Nachteile durch die Epi.
Wenn Nachteile entstehen, dann ggf. durch die Nebenwirkungen, sollten welche auftreten bzw. existieren, der Medis. Also ggf. Müdigkeit, dann ist es für ihn natürlich anstrengender, denn wenn man müde ist kann man sich ja schwerer konzentrieren. Aber ansonsten gibt es eigentlich keine Nachteile.

Warum willst Du den Lehrern was sagen?
Ich habe nie was gesagt. Ich habe Medis genommen, ich war anfallsfrei und es ging mir gut....

Ich geh doch auch nicht zum Lehrer und sage, wenn ich Diabetes habe, oder Kopfweh oder so.

Solange es Deinem Sohn gut geht und er mit den Medis klar kommt, finde ich es nicht notwendig da eine große Sache drum zu machen.

Aber das sollte Dein Sohn entscheiden, er weiß am besten, wie es ihm geht.

LG Sandy[/zitat]

Re: Abitur

Susanne ⌂ @, Thursday, 12.06.2008, 14:21 (vor 6643 Tagen) @ Rosita Hahn

Bei mir musste es den Lehrern gessagt werden, damit die bei meinen komplex-fokalen nicht die Krise kriegen. Das war aber schon im 8-ten Schuljahr (anderes Schulsystem hier). Als ich die Schule für's Abi wechselte, wurde es auch denen gesagt. Grund s.o.
Das Abi habe ich nicht geschafft, weil's zu viel war. (Es war eh ein Wunder, dass ich an die Schule kam).

Eine Arbeitsstelle zu finden, ist irre schwer.
Das Wort Epilepsie hat alle in Schrecken versetzt.
Eine Lehrstelle/Arbeitsstelle kann man (vermutlich) nur bei einem guten Lehrbetrieb / Arbeitgeber finden. - So meine Erfahrung.

Wünsche Deinem Sohn nur das Beste.

Re: Re: Re: Abitur

Sandy @, Thursday, 12.06.2008, 19:04 (vor 6643 Tagen) @ Rosita Hahn

Hallo Rosita,

ja, ich bin immer noch anfallsfrei. Allerdings sind meine EEGs im Moment nicht so gut, was aber wohl daran liegt, dass ich 1. aktuell keine Medis nehme (bereits seit geplanter Schwangerschaft) und zweitens unter akutem Schlafmangel leide....wegen eben meinem süßen Baby der jetzt 8 Monate ist ;-)

Zu Deiner Frage...ja, ich habe ohne Probleme einen Arbeitsplatz gefunden in einer großen Firma (Energieversorgungunternehmen). Die Epilepsie wurde lediglich bei der werksärztlichen Untersuchung thematisiert und war kein Problem. Ich hätte auch noch bei einer großen namenhaften Versicherung anfangen können. Auch dort war es kein Problem. Nur die wollten in der Pensionsversicherung (firmeneigen) den Grund Epilepsie ausschließen. Das finde ich aber vollkommen legitim.

Nach der Ausbildung wurde ich auch ohne Probleme übernommen. Ein Studium habe ich auch gemacht. Allerdings "nur" ein privates Abendstudium neben dem Beruf. Auch das war kein Problem.

Ich kann verstehen, dass Du dir Sorgen machst, aber wenn Dein Sohn medikamentös gut eingestellt ist, dann wird er bis auf ein paar Einschränkungen ein völlig normales Leben führen. ;-)

Wenn er lange genug anfallsfrei ist und bleibt wird er auch Auto fahren können. Sicher ist es so, dass man auf seinen Lebenswandel achten sollte, aber solange alles in Maßen bleibt ist es OK. Ich trinke auch mal nen Glas Wein, aber zwangsläufig auch mal wenig Schlaf ...leider ... ;-)))

Ich wünsche Euch alles Gute und dass Dein Sohn mit den Medis gut klar kommt und anfallsfrei wird bzw. bleibt....


[zitat=Rosita Hahn]Hallo,

ich als jemand mit langjähriger Epilepsie-Erfahrung würde meinem Sohn folgen Rat geben:

a) Mittel gegen Epilepsie sind dauerhaft, auch wenn keine Anfälle kommen, zu nehmen,

b) auf Änderungen des Schlaf-/wachrhythmus muss verzichtet werden, ebenso auf Schlafentzug,

c) Flackerlicht in der Disco kann Anfälle auslösen,

d) keinen Alkohol trinken,
e) Rauchen hat mir nichts ausgemacht,

und f) grundsätzlich auf exzessives Leben zu verzichten.

Mit dieser Lebens-Einstellung, die auch für mich oft Verzicht bedeutet hat, habe ich trotz der Antikonvulsiva
nicht schlechter als andere arbeiten können. Mehr kann ich zu Deiner Frage leider nicht sagen.

Viele Grüße
Anton

PS.: Wenn der Sohn sein Abi dann in der Tasche hat, sollte das Anfalsleiden unbedingt einem Epileptologen vorgestellt werden, um die bestmögliche Therapie für ihn zu finden.


Lieber Anton,

vielen Dank für deine Antwort und deine Empfehlungen.
Mein Sohn ist in neurolog. Behandlung in der Mainzer
Uni-Klinik- ich denke dass da gute Epileptologen
sind. Oder was meinst Du?

Liebe Grüße

Rosita[/zitat]