Hallo,
bei mir wurde vor einigen Monaten Epilepsie festgestellt..muss nun das Medikament KEPPRA einnehmen.Ich bin selber als Krankenschwester tätig..treibe viel Sport...und war auch sonst immer ein aktiver,selbstbewuster Mensch.Nun fühle ich mich im Stich gelassen,bin oft sehr traurig und habe Angst vor der Zukunft,sowohl beruflich wie auch privat..ich habe große Sorgen vor den Reaktionen der Umwelt (Arbeit)...wer kann mir Tips geben..oder Erfahrungswerte im Ungang mit dieser Krankheit...?
Weshalb denn?
Susanne
, Friday, 13.06.2008, 12:56 (vor 6642 Tagen) @
EVA
Liebe Eva
Über den Titel "Keppra" war ich überrascht. Hat dies einen bestimmten Grund?
Du fühlst Dich im Stich gelassen. Von wem?
Ich habe seit Kindheit. Von meinen Eltern wurde ich im Stich gelassen.
- Ich habe ohne Kummer Sport getrieben (bis mein Knie ausstieg) und war auch mit Epi ein aktiver Mensch.
- Selbstsicher dazu auch noch.
- Sorgen hatte ich ebenfalls keine. Auch nach 35 Jahren.
- Mit Keppra hast Du im Moment eine Monotherapie, das ist gut.
Wenn Du Dich an die Regeln hältst wie: kein Alkohol, gute Struktur in der Arbeit, keine unnötige Reize, u.a.m., führst Du ein ganz normales Leben.
Was die Umwelt anbetrifft, so sag' nicht, dass Du neu Epi hast, wenn's nicht nötig ist. - Trotz Aufklärung ist der Wissensstand der Bevölkerung m.E. miserabel.
Als Krankenschwester musst Du es vermutlich Deinem Arbeitgeber mitteilen. Wie der reagiert, weiss ich nicht. Aber Du wirst deshalb sicher nicht ein T-Shirt tragen mit dem Aufdruck "Achung: Ich habe Epilepsie", oder?
Eva hat nun Epi und mehr nicht. Ist mit dem Medi anfallsfrei. - Du brauchst Dir echt keine Sorgen zu machen. Sonst machen Dir Deine Angst Sorgen.
Du bist und bleibst ein vollwertiger Mensch.
Re: Keppra
Andreas Völcker
, Friday, 13.06.2008, 15:12 (vor 6642 Tagen) @
EVA
Hallo Eva,
Keppra hat folgende "Nebenwirkungen":
Psychische Symptome und Verhaltensauffälligkeiten wie Agitiertheit, Angst, Feindseligkeit oder Depression 13%. 3% leiden unter gestörter Koordination wie Ataxie oder
Gangstörung. 0,7% entwickeln psychotische Symptome.
Also sprich mit Deinem Epileptologen und eventuell Medi -umstellung. Ansonsten Kopf hoch, Du bist nicht alleine.
Gruß Andreas
Re: Keppra
Bettina
, Saturday, 14.06.2008, 00:08 (vor 6642 Tagen) @
EVA
Hi, Eva,
Ich kann Deine Sorgen und Ängste, Deine Unsicherheiten und Fragezeichen sehr gut verstehen und finde sie sehr normal, sehe sie auch als gesunde Reaktion auf die Nachricht an einer chronischen Krankheit zu leiden an.
Bei mir kam die Diagnose Ende 2005, wobei ich anscheinend seit Jahren - wenn nicht gar Jahrzehnten - damit herumgelaufen bin, nur hat mich keiner ernst genommen. Für mich war es die 2. Diagnose, darum wußte ich schon ein bischen, wie ich damit umgehen muß. Trotzdem habe ich fast 9 Monate geblockt, bis ich mich mit der Epilepsie bewußt auseinandergesetzt habe - und dann gingen mir einerseits "Lichterketten" auf, andererseits war auch der Schock "schon wieder lebenslang" groß. Bis Sommer letzten Jahres habe ich aufgrund der Anfälle unterschiedlichster Art auch sehr zurückgezogen gelebt, habe aber immer gearbeitet (Sozialpädagogin in sehr stressigem Job) und versucht, mit viel Sport, Ruhe etc Ausgleich zu finden. Die Umweltreaktionen sind meist oberflächlich lapidar, "man" kennt eben den klassischen grand mal und wenn Du den nicht vorweisen kannst, Dir nichts sehr Auffälliges anzumerken ist ... Aber bevor ich selbst erkrankte, hätte ich auch nicht anders reagiert. Als Nichtbetroffener macht man sich nicht klar, welche Belastungen diese Erkrankung nach sich ziehen kann. Schön für alle, die dies nicht so empfínden oder über eine gesunde psychische Abwehr verfügen - aber ich erlebe (jetzt fast anfallsfrei) rückblickend die letzten Jahre als puren Horror. Gerade weil ich so normal wie möglich leben will und wollte. Eva, melde Dich ruhig, wenn Du Dich austauschen möchtest, auch über Mailadresse. Erstmal alles Gute, Bettina
Re: Re: Keppra
EVA
, Sunday, 15.06.2008, 17:39 (vor 6640 Tagen) @
EVA
[zitat=Bettina]Hi, Eva,
Ich kann Deine Sorgen und Ängste, Deine Unsicherheiten und Fragezeichen sehr gut verstehen und finde sie sehr normal, sehe sie auch als gesunde Reaktion auf die Nachricht an einer chronischen Krankheit zu leiden an.
Bei mir kam die Diagnose Ende 2005, wobei ich anscheinend seit Jahren - wenn nicht gar Jahrzehnten - damit herumgelaufen bin, nur hat mich keiner ernst genommen. Für mich war es die 2. Diagnose, darum wußte ich schon ein bischen, wie ich damit umgehen muß. Trotzdem habe ich fast 9 Monate geblockt, bis ich mich mit der Epilepsie bewußt auseinandergesetzt habe - und dann gingen mir einerseits "Lichterketten" auf, andererseits war auch der Schock "schon wieder lebenslang" groß. Bis Sommer letzten Jahres habe ich aufgrund der Anfälle unterschiedlichster Art auch sehr zurückgezogen gelebt, habe aber immer gearbeitet (Sozialpädagogin in sehr stressigem Job) und versucht, mit viel Sport, Ruhe etc Ausgleich zu finden. Die Umweltreaktionen sind meist oberflächlich lapidar, "man" kennt eben den klassischen grand mal und wenn Du den nicht vorweisen kannst, Dir nichts sehr Auffälliges anzumerken ist ... Aber bevor ich selbst erkrankte, hätte ich auch nicht anders reagiert. Als Nichtbetroffener macht man sich nicht klar, welche Belastungen diese Erkrankung nach sich ziehen kann. Schön für alle, die dies nicht so empfínden oder über eine gesunde psychische Abwehr verfügen - aber ich erlebe (jetzt fast anfallsfrei) rückblickend die letzten Jahre als puren Horror. Gerade weil ich so normal wie möglich leben will und wollte. Eva, melde Dich ruhig, wenn Du Dich austauschen möchtest, auch über Mailadresse. Erstmal alles Gute, Bettina[/zitat]
Hallo Bettina,
danke für Deine aufmunternden Worte..würde mich sehr gerne per Mail weiter mit Dir austauschen...freu mich wenn Du Dich meldest..hoffentlich bis bald...LG
Re: Re: Keppra
Eva
, Sunday, 15.06.2008, 19:37 (vor 6640 Tagen) @
EVA
[zitat=Bettina]Hi, Eva,
Ich kann Deine Sorgen und Ängste, Deine Unsicherheiten und Fragezeichen sehr gut verstehen und finde sie sehr normal, sehe sie auch als gesunde Reaktion auf die Nachricht an einer chronischen Krankheit zu leiden an.
Bei mir kam die Diagnose Ende 2005, wobei ich anscheinend seit Jahren - wenn nicht gar Jahrzehnten - damit herumgelaufen bin, nur hat mich keiner ernst genommen. Für mich war es die 2. Diagnose, darum wußte ich schon ein bischen, wie ich damit umgehen muß. Trotzdem habe ich fast 9 Monate geblockt, bis ich mich mit der Epilepsie bewußt auseinandergesetzt habe - und dann gingen mir einerseits "Lichterketten" auf, andererseits war auch der Schock "schon wieder lebenslang" groß. Bis Sommer letzten Jahres habe ich aufgrund der Anfälle unterschiedlichster Art auch sehr zurückgezogen gelebt, habe aber immer gearbeitet (Sozialpädagogin in sehr stressigem Job) und versucht, mit viel Sport, Ruhe etc Ausgleich zu finden. Die Umweltreaktionen sind meist oberflächlich lapidar, "man" kennt eben den klassischen grand mal und wenn Du den nicht vorweisen kannst, Dir nichts sehr Auffälliges anzumerken ist ... Aber bevor ich selbst erkrankte, hätte ich auch nicht anders reagiert. Als Nichtbetroffener macht man sich nicht klar, welche Belastungen diese Erkrankung nach sich ziehen kann. Schön für alle, die dies nicht so empfínden oder über eine gesunde psychische Abwehr verfügen - aber ich erlebe (jetzt fast anfallsfrei) rückblickend die letzten Jahre als puren Horror. Gerade weil ich so normal wie möglich leben will und wollte. Eva, melde Dich ruhig, wenn Du Dich austauschen möchtest, auch über Mailadresse. Erstmal alles Gute, Bettina[/zitat]
Hallo Bettina,
hier noch meine e-mail Adresse...
Schwester01@web.de
Re: Keppra
Nadine
, Tuesday, 17.06.2008, 20:52 (vor 6638 Tagen) @
EVA
Ich kann mir vorstellen wie Du Dich fühlst! Ich muss auch Keppra nehmen. Ich fühle mich total mies und habe keine Kraft mehr.
Aber ich kann Dir sagen, gib niemals auf. Schau Deine Famile an, Deine Kinder und mach das Beste daraus. Gehe jeden Tag lachend aus dem Haus heraus, vergiss nie Deinen Mann und Deine Kinder zu küssen.
So schlimm ist die Epilepsie nicht, mich macht es nur fertig was ich in den letzten Tagen erfahren habe, wegen meinen "Freundinnen". Ich hatte letzte Woche 3 Anfälle sogar mit den Tabletten, aber das lag am Stress. Eben wegen den "Freundinnen". Lass Dir nichts über den Kopf wachsen. Ich muss auch damit klar kommen, obwohl ich eine der seltensten Arten Epilepsie habe. Man muss mich auch operiern und ich habe zwar Angst aber ich weiß das ich das überstehe. 