Re: Keppra

Bettina @, Saturday, 14.06.2008, 00:08 (vor 6642 Tagen) @ EVA

Hi, Eva,
Ich kann Deine Sorgen und Ängste, Deine Unsicherheiten und Fragezeichen sehr gut verstehen und finde sie sehr normal, sehe sie auch als gesunde Reaktion auf die Nachricht an einer chronischen Krankheit zu leiden an.
Bei mir kam die Diagnose Ende 2005, wobei ich anscheinend seit Jahren - wenn nicht gar Jahrzehnten - damit herumgelaufen bin, nur hat mich keiner ernst genommen. Für mich war es die 2. Diagnose, darum wußte ich schon ein bischen, wie ich damit umgehen muß. Trotzdem habe ich fast 9 Monate geblockt, bis ich mich mit der Epilepsie bewußt auseinandergesetzt habe - und dann gingen mir einerseits "Lichterketten" auf, andererseits war auch der Schock "schon wieder lebenslang" groß. Bis Sommer letzten Jahres habe ich aufgrund der Anfälle unterschiedlichster Art auch sehr zurückgezogen gelebt, habe aber immer gearbeitet (Sozialpädagogin in sehr stressigem Job) und versucht, mit viel Sport, Ruhe etc Ausgleich zu finden. Die Umweltreaktionen sind meist oberflächlich lapidar, "man" kennt eben den klassischen grand mal und wenn Du den nicht vorweisen kannst, Dir nichts sehr Auffälliges anzumerken ist ... Aber bevor ich selbst erkrankte, hätte ich auch nicht anders reagiert. Als Nichtbetroffener macht man sich nicht klar, welche Belastungen diese Erkrankung nach sich ziehen kann. Schön für alle, die dies nicht so empfínden oder über eine gesunde psychische Abwehr verfügen - aber ich erlebe (jetzt fast anfallsfrei) rückblickend die letzten Jahre als puren Horror. Gerade weil ich so normal wie möglich leben will und wollte. Eva, melde Dich ruhig, wenn Du Dich austauschen möchtest, auch über Mailadresse. Erstmal alles Gute, Bettina


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