juvenile-myoklonische Epilepsie

Anja @, Tuesday, 24.06.2008, 13:51 (vor 6631 Tagen)

Hallo, meine Tochter Lisa (14Jahre) leidet seit 1 Jahr an Epilepsie, an dem sogenannten Janz-Syndrom. Sie hat bisher Lamotrigin, Ergenyl, Keppra und jetzt Topamax eingenommen. Keines dieser Medikamente konnte die Myoklonien vermindern. Wir waren auch schon in Bethel, das hat leider auch nicht viel gebracht. Gibt es noch mehr Jugendliche die ähnliche Probleme mit der Einstellung von Medis haben? Gibt es viellicht ein paar Tipps für uns? Wie siehtst aus mit Hömöopathie? Hat jemand damit Erfahrungen gemacht?
LG und danke für jede Antwort

Re: juvenile-myoklonische Epilepsie

Anton @, Tuesday, 24.06.2008, 19:43 (vor 6631 Tagen) @ Anja


Hallo Anja,
ich weiß, dass die erfolgreiche Behandlung von Myokloni nicht einfach ist. Wenn Du schon mit Tocher in Bielefeld gewesen bist, würde ich dort nicht anrufen, sondern den behandelnden Arzt anschreiben und erzählen, wie sich der derzeitige Krankheitsverlauf gestaltet. Dann könnte Teil der Wartezeit auf neuerlichen Termin entfallen. Trotz des großen Andrangs in der Ambulanz ist mir von dieser Klinik bekannt, dass gerade heranwachsende Jugendliche, bei denen sich in dieser Zeit die Weichen des Lebens stellen, bevorzugt behandelt werden. Leider gibt es zur Chemie keine Alternativen. Viel wichtiger ist es jedoch, das richtige Medikament in richtiger Dosis zu finden. Das dauert leider überall.
Ich wünsche der "Kleinen" gute Besserung und dir die Kraft, eine geeignete Lösung für sie zu finden.

Viele Grüße
Anton

Re: juvenile-myoklonische Epilepsie

line @, Sunday, 14.09.2008, 16:52 (vor 6549 Tagen) @ Anja

hallo,
meine Tochter (12) hat auch seit diesem Jahr das Janz-Syndrom. Ich behandle sie seit 4 Monaten mit homöopathischen Mitteln. Die Myoklonien werden seltener und sind nicht mehr so heftig. Sie hatte bisher 3 GM-Anfälle - ausgelöst durch Schlafmangel. Die behandelnden Ärzte machen Druck, aber das es ihr mit den Medis besser geht kann auch keiner versprechen. Ich möchte auf jeden Fall noch weiter mit Homöopathie behandeln, um zu sehen ob sich die Anfälle weiter reduzieren. Vielleicht haben andere schon ähnliche Erfahrungen hinter sich?

gruß line

Re: juvenile-myoklonische Epilepsie

Effi, Thursday, 17.08.2017, 10:53 (vor 3290 Tagen) @ line

Hallo Line,

Dein Eintrag ist zwar schon fast 10 Jahre her aber vielleicht erreicht dich die Nachricht trotzdem.
Ich habe ebenfalls JME und stehe vor der Entscheidung Medikamente zu nehmen. Nach meiner Überzeugung möchte ich aber vorerst noch alternative Methoden Ausprobieren.
Welche homöopathischen Mittel habt ihr damals ausprobiert? Habt ihr noch andere Alternativen gefunden? Und wie hat sich die Krankheit weiterentwickelt?

Viele Grüße,
Effi

Re: juvenile-myoklonische Epilepsie

Andrea @, Friday, 28.11.2008, 08:42 (vor 6474 Tagen) @ Anja

[zitat=Anja]Hallo, meine Tochter Lisa (14Jahre) leidet seit 1 Jahr an Epilepsie, an dem sogenannten Janz-Syndrom. Sie hat bisher Lamotrigin, Ergenyl, Keppra und jetzt Topamax eingenommen. Keines dieser Medikamente konnte die Myoklonien vermindern. Wir waren auch schon in Bethel, das hat leider auch nicht viel gebracht. Gibt es noch mehr Jugendliche die ähnliche Probleme mit der Einstellung von Medis haben? Gibt es viellicht ein paar Tipps für uns? Wie siehtst aus mit Hömöopathie? Hat jemand damit Erfahrungen gemacht?
LG und danke für jede Antwort
[/zitat]


Hallo Anja,

meine Tochter, mittlerweile 21 Jahre leidet unter der selben Epilepsieform seit Ihrem 12 Lebensjahr und hatte mit 2 Jahren einen Fieberkrampf. Nach diesem Fieberkrampf hatte Sie 14 Tage später dann einen kleinen Anfall ohne erkennbaren Auslöser und ohne Fieber so, daß sie dann für 2 Jahre mit Primodon behandelt wurde, dann wurde die Behandlung eingestellt und bis sie 12 Jahre war gab es auch keinerelei Anfälle.
Nun wird sie mit Orfiril long, der Wirkstoff ist Natriumvalproat behandelt.Habe auchin einem ärztlichen Bericht gelesen, daß dieser Wirkstoff speziell für diese Form am besten geeignet sei, such aber trotzdem nach alternativen Methoden, um ihr eventuell lebenslange Einnahme ersparen zu können.

juvenile-myoklonische Epilepsie

Ellibeth, Wednesday, 09.06.2010, 20:31 (vor 5916 Tagen) @ Anja

Hallo Anja
Habe ebenfalls seit ca. 1 jahr JME und werde mit Keppra behandelt. Am Anfang hat das supergut funktioniert die Anfälle waren aber nie ganz weg und so ist die Dosis bis auf 1000-0-1000 erhöht worden. Doch haben sich nach einer Zeit imense Nebenwirkungen eingestellt. Mir fielen Haare aus, hatte ständig Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Schließlich bin ich sogar depressiv und aggresiv geworden´. Also sind meine Mutter und ich nochmal in die Klinik und jetzt werde ich wieder "runtergefahren".
Jetzt habe ich genug von dem Zeug und suche eine alternative Behandlungsmethode.

Das war mene Geschichte und vielleicht ist es bei deiner Tochter ganz anders. Ich hoffe ich hab dich jetzt nicht verunsichert wollte nur meine Erfahrungen mit Keppra mitteilen.

Alles Gute und Viele Grüße

Ellibeth

juvenile-myoklonische Epilepsie

Effi, Thursday, 17.08.2017, 10:57 (vor 3290 Tagen) @ Ellibeth

Hallo Ellibeth,

Ich hab ebenfalls JME und suche nach alternativen Behandlungsmethoden. Hast du irgendetwas gefunden was dir hilft?

Viele Grüße,
Effi

juvenile-myoklonische Epilepsie

Laura243, Tuesday, 26.09.2017, 23:11 (vor 3250 Tagen) @ Effi

Hi,
vielleicht liest du das hier ja noch, auch wenn die Antwort später kommt. Ich habe seit ich 16 bin JME, bin jetzt 24. Ich habe sehr sehr viel ausprobiert. Viele Medikamente in vielen unterschiedlichen Dosierungen und bin jetzt bei der Kombination von Topiramat und Valproat gelandet. Beide hatte mir bei einer alleinigen Behandlung zu viele Nebenwirkungen, da sie dann ja höher dosiert werden müssen. So ist es jetzt auf jeden Fall gut auszuhalten. Unter Stesssituationen habe ich manchmal Myoklonien bin aber ansonsten anfallsfrei. Zusätzlich muss ich sagen, dass ich sehr auf meine Lebensweise achte. Immer zur gleichen Zeit schlafen, Medis nehmen, Essen, kein Alkohol etc. Das hilft mir sehr. Da Valproat allerdings aufgrund der hohen Fehlbildungsrate nicht gerne an junge Fragen verschrieben wird werde ich auf die Kombi Topiramat + Keppra umgestellt... mal sehen wie das dann wird. Liebe Grüße Laura

juvenile-myoklonische Epilepsie

Effi, Wednesday, 27.09.2017, 09:22 (vor 3249 Tagen) @ Laura243

Hi Laura,
Vielen Dank für deine Antwort!
Ich achte ebenfalls sehr auf meinen Lebensstil bezüglich der Faktoren die du auch schon genannt hast.
Bei mir hat es ebenfalls mit ca 16 Jahren mit Myoklonien angefangen. Mit 23 kam dann der erste, mit 25 der zweite grand mal Anfall. Beide waren von Schlaf Entzug getriggert. Hattest du auch schon stärkere Anfälle?
Im Moment nehme ich noch keine Medikamente und bin seit kurzem bei einer Heilpraktikerin in Behandlung. Ich recherchiere viel über Epilepsie im allgemeinen und JME. Es gibt einfach so viele Faktoren die nervliche Krankheiten beeinflussen. Leider sind vieles nur Theorien mit wenig Belegen oder sehr kleinen Studien. Zusammenhänge mit Skoliose, Hormonen, Vitamin D und anderen Nährstoffen werden oft vermutet aber da lässt die Forschung noch viele Fragen offen....
Ich hoffe die neue Medikamenten Kombi schlägt gut bei dir an!
Liebe Grüße Effi

juvenile-myoklonische Epilepsie

Effi, Wednesday, 27.09.2017, 09:25 (vor 3249 Tagen) @ Laura243

Mich würde brennend interessieren was du beruflich machst und wie es dir allgemein mit JME geht, wie deine Nebenwirkungen waren, etc. Für ein offenes Forum ist dies allerdings ziemlich privat. Ich habe auch noch keine Funktion für private Nachrichten gefunden und bin mir nicht sicher ob Einträge mit privaten Kontakten gelöscht werden,
Aber vielleicht finden wir trotzdem einen Weg uns auszutauschen falls du Interesse hast?
Liebe Grüße Effi

juvenile-myoklonische Epilepsie

Laura243, Wednesday, 27.09.2017, 13:03 (vor 3249 Tagen) @ Effi

Liebe Effi,

bei mir ging es leider mit den großen Anfällen los, weshalb man damals leider nicht direkt auf eine JME geschlossen hat. Ich war damals eigentlich wegen Migräne beim Arzt und hatte dann am EEG einen Grand-Mal. Es wurde dann stetig schlimmer weil mir zunächst keine der Medikamente geholfen haben. Ich habe Lamotrigin, Keppra, Topiramat und Valproat jeweils einzeln sehr hoch dosiert genommen. Vorallem unter Topiramat und Valproat hatte ich in den Dosierungen starke Nebenwirkungen. Valproat: Haarausfall, Gewichtszunahme ~ 10kg, Stimmungsschwankungen; Topiramat: Gewichtsabnahme (so drastisch, dass ich mich nur noch von purem Knäckebrot und Wasser ernährt habe, alles andere konnte ich nicht essen), Depressionen die dann zu einer Einnahme von Antidepressiva geführt haben, und Müdigkeit sodass ich fast nur noch geschlafen habe (bis zu 18 Stunden am Tag)
Mit der jetzigen sehr niedrigen Dosierung von Topiramat 25mg 1-0-1 und Valproat 500mg 0-0-1 geht es mit gut. Keine Depressionen, weniger Müdigkeit und normaler Appetit.
Ich arbeite in der Verwaltung. Ich habe meine Ausbildung normal abgeschlossen, wobei ich sagen muss, dass ich dies ohne meinen Nachteilsausgleich nicht so gut geschafft hätte. Leider sind Leistungseinbußen auch immer ein Thema. Aber mittlerweile kann ich gut damit umgehen.
Die Tabletten sind ätzend, das weiß ich, aber ohne die wäre ein normales Leben für mich nicht möglich. Die Anfälle haben an meinen Nerven gezerrt ich möchte nie wieder in diese Situation kommen müssen wenn es sich vermeiden lässt.
Leider wird durch diese die Knochendichte verringert, weshalb ich eine beginnende Osteoporose habe (Osteopenie) die aber durch die regelmäßige Einnahme von Calcium und Magnesium etwas aufgehalten werden kann.
Ich bin gerne für weiteren Austausch bereit, auch hier. Ich mache um das ganze hier kein Geheimnis.
Liebe Grüße
Laura

juvenile-myoklonische Epilepsie

Effi, Wednesday, 27.09.2017, 19:11 (vor 3249 Tagen) @ Laura243

Liebe Laura,

Die Nebenwirkungen klingen wirklich übel. Umso besser dass es dir mit den Meidkamenten jetzt besser geht!
Vielen Dank für deine Offenheit! Es tut sehr gut sich darüber austauschen zu können und die Erfahrungen zu teilen. Die Schocks der Anfälle sitzen bei mir immernoch tief und ich habe das Gefühl dass sich mein Zustand momentan verschlechtert und die Hemmschwelle für stärkere Anfälle sinkt. Ich bin jetzt 25 und meiner Recherche nach ist das ein relativ hohes Alter für den extremeren Ausbruch von JME aber vielleicht vertue ich mich da auch. Bis zu meinem 23. Lebensjahr war wirklich alles normal. Ab und zu ein paar Zuckungen wenn ich Alkohol getrunken und wenig geschlafen habe ansonsten nichts. Auch danach habe ich nach einem halben Jahr wieder vorsichtig mit Alkohol angefangen und bis Anfang diesen Jahres auch wieder völlig normal getrunken und gelebt. Habe sogar über ein Jahr bis morgens um 4 oder 5 in einer vollen Bar gearbeitet bis dann im April der zweite Anfall kam (ausgelöst von Alkohol und schlafentzug). Jetzt hätte ich im letzten Monat zwei mal morgens so starke Zuckungen dass ich hingefallen bin und die Zungenbisse waren auch nicht ohne. Beide Male hatte ich schlecht geschlafen und musste früh aufstehen. Ich frage mich was sich so schnell geändert hat und warum mein Körper auf einmal heftiger reagiert. Ich möchte alle Möglichkeiten ausprobieren bis ich mit Medikamenten anfange und versuchen die Krankheit so gut wie möglich zu verstehen. Trotzdem mache ich mir Sorgen und bin auch sehr offen für Medikamente. Von daher auch vielen Dank für die Infos der Verträglichkeit bei dir.

Wie schnell hat sich dein Zustand damals verschlechtert, in welchem Alter und wie viele Anfälle hattest du ca.?

Liebe Grüße,
Effi

juvenile-myoklonische Epilepsie

Laura243, Thursday, 19.10.2017, 10:46 (vor 3227 Tagen) @ Effi

Hi,

entschuldige bitte, dass ich erst jetzt antworte.
Zu deinen Fragen, bzw. dem was du geschrieben hast. Ich habe auch sehr extrem auf Schlafentzug reagiert, weniger auf Alkohol. Das ist aber etwas wo mir meine Ärzte klar gesagt haben, dass ich einen geregelten Tagesablauf brauche.. Nächte durchmachen und Party machen ist einfach nicht mehr. Ich gehe immer zur gleichen Zeit ins Bett und schlafe auch am Wochenende nicht länger als unter der Woche um den Rhytmus nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Essen ist auch sehr wichtig für mich, wenn ich Mahlzeiten aus lasse merke ich das sofort. Nicht in Anfällen aber mir geht es einfach nicht gut.
Bei mir ging die JME mit 16 los und wurde dann kontinuierlich schlimmer. Ich hatte damals für rund ein Jahr fast jede Woche einen großen Anfall und täglich Myoklonien und Absencen.

Im Januar werde ich wieder umgestellt weil Valproat für junge Frauen wegen großen Fehlbildungsrate nicht sonderlich geeignet ist. Auch wird der Knochenstoffwechsel heruntergesetzt und die Gefahr für Osteoporose steigt leider.

Ich kann absolut verstehen, dass du keine Medikamente nehmen möchtest, aber wenn ich die Wahl zwischen den Tabletten und den Anfällen hätte würde ich jederzeit die Tabletten wählen. Die Anfälle haben mir damals jede Kraft geraubt und ich bin froh, dass diese Zeit grade rum ist.

Liebe Grüße