Anfälle- Hirntumor- Gabapentin= Gangunsicherheit?

Amalfi @, Thursday, 26.06.2008, 15:45 (vor 6629 Tagen)

Hallo zusammen,

bei meinem Vater (Jahrgang 1932)wurde im vergangenen Jahr ein Hirntumor diagnostiziert, angeblich ein niedrigschwelliges Gliom, das am Hippocampus sitzt. Epileptische Anfälle hatte er bereits einige Zeit vor dieser schrecklichen Diagnose. Meine Mutter nannte diese "Aussetzer": entrückter Blick, sekundenlanges Desorientsein, zucken im Arm und Nichtansprechbarkeit. Dieses Phänomen trat zunächst meist Nachts auf, mittlerweile auch am Tag. Daraufhin wurde eine Epilepsie auf dem Boden des Tumors diagnostiziert. Mein Vater erhält nun Gabapentin. Darüberhinaus wurde beim ihm diabetes mellitus festgestellt (er muss kein Insulin zuführen und nimmt Metformin). Vor einiger Zeit begann es, dass mein Vater (schlank, Nichtraucher, lebenslang starker Sportler)"wacklige Beine" hat. das führte soweit, dass er an manchen Tagen nicht allein laufen konnte.
Vergangene Woche kam er aufgrund dieses neuerlichen, plötzlichen Nichtgehen- Könnens in die Neuro. Dort hat man dann im EEG einen Schlaganfall ausgeschlossen und die Gabapentin- Dosis erhöht. Der behandelnde Arzt sagte, entweder seien die wackligen Beine Nachwirkungen eines Anfalls oder Nebenwirkungen der Medikamente. Man müsse einfach nun abwarten, wenn es nicht besser würde, wäre es wohl das Gabapentin.
Es wurde nicht besser, mein Vater kann immer noch keine drei Schritte geradeaus laufen. Die lapidare Antwort des Neurochirurgen: dann ist es wohl die diabetes. angeblich habe Vater dadurch eine Neuro- oder Polyneuropathie, und da die Nerven nun tot seien, könne man da nichts machen.
Komisch nur, dass diese Gangunsicherheiten immer wieder unterbrochen waren und mein Vater wieder gut weite Wege lief. Wie geht das bei toten Nerven?

Wir haben seit nun mehr als einem Jahr allerlei durchlaufen (...), vor allem wegen des Tumors, der aber offenbar stagniert (?!)...aber er kann nicht laufen und sein Traum vom wieder Tennis- Spielen löst sich auf...mir gehen langsam die Ideen aus und vielleicht hat hier irgendjemand auf meinen hoffentlich verständlichen Bericht eine Idee, einen Gedanken...meine sind mittlerweile nur noch blockiert.

Mit den besten Grüßen!

Re: Anfälle- Hirntumor- Gabapentin= Gangunsicherheit?

Amalfi @, Friday, 27.06.2008, 07:28 (vor 6628 Tagen) @ Amalfi

Hat denn niemand Erfahrungen oder Ideen? Vielleicht auch über Gabapentin...oder Alternativen?
Ist es ratsam, einen Epileptologen zu konsultieren?
Oder muss man einfach hinnehmen, dass die Dinge so sind? :(

Re: Re: Anfälle- Hirntumor- Gabapentin= Gangunsicherheit?

Nora ⌂ @, Friday, 27.06.2008, 12:22 (vor 6628 Tagen) @ Amalfi

[zitat=Amalfi]Hat denn niemand Erfahrungen oder Ideen? Vielleicht auch über Gabapentin...oder Alternativen?
Ist es ratsam, einen Epileptologen zu konsultieren?
Oder muss man einfach hinnehmen, dass die Dinge so sind? :([/zitat]

Hallo Amalfi,

hinnehmen muss man überhaupt nichts. Das erst einmal vorweg. Die Gangunsicherheit kann durch das Gabapentin kommen. Hier mal die Nebenwirkungen:

Häufigere: Schläfrigkeit, Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit
Seltene: Gangunsicherheit, Augenzittern, bei Kindern Verhaltensauffälligkeiten in Form aggressiven Verhaltens und motorischer Unruhe, Gewichtszunahme, Bewegungsstörungen

Wenn sich die Situation nicht bessert, würde ich in jedem Fall das Gespräch mit dem Arzt suchen und ggf. noch eine weitere Meinung einholen.

Mehr kann ich Dir leider, auch zu dem Medikament, nicht sagen.

Ich wünsche Euch aber alles Gute :)

Lieben Gruß
Nora