Hallo,
ich hab mal ne Frage zwecks Medikamente.
Seit ca. 20Jahren nehme ich Timonil 300 retard. Am Wochenende wollte ich in der Apotheke die Tabletten holen und da hieß es, sie könnten mir nur noch ein andere Preperat geben, sonst müsste ich das Medikament voll bezahlen.
Die anderen haben den gleichen Wirkstof und heißen carbadura 300 retard.
Ich bin aber unsicher und habe auch schon bei meinem Arzt angerufen. Die Arzthelferin hat mich ausgelacht und gemeint, wenn es die PTA sagt, wird es wohl stimmen.
Was meint ihr dazu. Kann ich die Tabletten nehmen oder soll ich lieber ein neues Rezept holen und voll bezahlen?
Re: Austauschmedikament...???
Anton
, Monday, 14.07.2008, 21:06 (vor 6611 Tagen) @
Eva Stöhr
Hallo Eva,
wenn Du seit langer Zeit ein und dasselbe Medikament nimmst, ist es nicht gut, wenn dir ein anderes, auch wenn wirkstoffgleiches, gegeben wird.
Da ist Deinem Arzt oder der Sprechstundenhilfe ein Fehler unterlaufen. In der Praxis hat man vergessen, die "aut-idem-Regelung" zu streichen (aut idem = oder ein Gleiches). Wenn das Kreuzchen auf dem Rezept dort nicht nicht gemarkt ist, muss der Apotheker dir ein anderes, meistens preiswerteres, wirkstoffgleiches Medikament geben.
Am besten setzt Du dich unverzüglich mit dem Neurologen in Verbindung und erklärst ihm den Sachverhalt, damit er es ändern kann.
Gut, dass Du hier angefragt hast, denn es steht zuviel auf dem Spiel. Ich würde mich zukünftig besser bevorraten, damit Du sonntags nicht wieder zum Apothekendienst musst. Ich wünsche dir gute Gesundheit und viele unbeschwerte Momente.
Herzliche Grüße
Anton
Re: Austauschmedikament...???
'Leben mit Epilepsie'
, Tuesday, 15.07.2008, 00:12 (vor 6611 Tagen) @
Eva Stöhr
Hallo Eva,
Timonil Retard von Desitin ist 100% identisch mit carbamazepin retard von Desitin und fast genauso billig wie ein anderes carbamazepin retard von einer Gererika-Pharmafirma mit der deine Krankenkasse einen Rabattvertrag hat.
Dein Arzt kann dir also "carbamacepin retard Desitin" mit Aut Idem verschreiben.
Mach ihn darauf aufmerksam und verlange ein neues Rezept, erst recht wenn du anfallsfrei bist !!!
Du mußt höchstens die normale Zuzahlung von 5,-/10,- Euro pro Packung zahlen. Dein Carbamacepin von der Generikafirma mit der deine Krankenkasse einen Rabattvertrag hat ist evtl. Zuzahlungsfrei
Generika und deren grundsätzliche Problematik bei Epilepsie
http://www.generika.epilepsie-infoseite.de
Spezielle Änderungen im Gesundheitssystem seit dem 01.04.2008
Damit du die neue Problematik besser verstehen kann hier alles Wichtige:
Es geht hier um die Begriffe
Bioäquivalenz/Bioverfügbarkeit
EU-Richtlinie werden angewendet, dass die Wirkstoffmenge sowie die maximal erzielbare Konzentration im Blut bei Genereika zwischen 80 % und 125 % des Originalpräparates liegen darf.
Es geht um wirtschaftlich verschreiben (Arzt)
Regreßforderungen der Krankenkasse gegenüber Ärzten
Rabattverträge der Krankenkassen mit Generika-Pharmafirmen
Substitution bzw. KEINE SUBSTITUTION (Bedeutung Substitution: Ersetzen einer bestimmten Sache)
und in diesem Zusammenhang um AUT IDEM
"Aut idem" ist lateinisch und heißt eigendlich "oder das Gleiche".
(mit dem Ankreuzen von Aut Idem wird seit 2002 aber die Bedeutung des Aut-idem-Kästchen auf dem Rezeptvordruck umgekehrt.)
Die Substitution (Austausch) muß durch aktives Ankreuzen von AUT IDEM seit 2002 ausgeschlossen werden.
Seit 01.04.2008 um Retaxierung (Regreß) seitens der Krankenkassen gegenüber der Apotheke.
Nichtvergütung des Generikum wenn es nicht das rabattierte Generikum der Krankenkasse des Patienten ist.
Diese Retaxierung gibt es zwar schon seit 2007, aber seit dem Rahmenvertrag über die Arzneimittelverordnung nach § 129 Absatz 2 SGB V vom 17. Januar 2008 (Arzneimittelverordnung zwischen Apothekerverband und Krankenkasse)
gibt es Änderungen bezüglich der Epilepsie-Wirkstoffe.
Alle Epilepsie-Wirstoffe wurden nun seit 01.04.2008 zum grundsätzlichen Generika-Austausch freigegeben.
Dies geschah durch die Arzneimittelverordnung zwischen Apothekerverband und Krankenkasse.
(Natürlich nur für die Wirkstoffe bei denen es keinen Patentschutz mehr gibt - also Generika wie z.B. Carbamazepin, Valproat, Gabapentin und Lamotrigin)
Somit gilt seit 01.04.08,
- wer auf ein Original-Arzneimittel gut eingestellt ist
- wer schon auf ein Generikum gut eingestellt ist,
muß nun von der Apotheke auf ein rabattiertes Generikum umgestellt werden.
Nicht mehr der Arzt entscheidet, sondern die Apotheke entscheidet welches Generikum man nun erhält.
Auf dem Rezept kann des Original-Arzneimittel oder ein Generikum stehen, auf das man gut eingestellt ist , es wird aber trotzdem ausgetauscht.
Gegen irgendein Generikum mit der deine Krankenkasse einen Rabatt-Vertrag hat.
Du denkst dies ist nicht so schlimm - du bist schon auf ein Generikum eingestellt - die Krankenkassen haben aber mit meist mehreren Generika-Pharmafirmen Rabattverträge (Die AOK hat 61 Rabattverträge mit Generika-Pharmafirmen!!).
Eine gesicherte Epilepsie-Therapie ist nicht möglich, wenn du bei jedem neuen Rezept ein anderes rabattiertes Generikum erhältst.
Dein Arzt muß auf dem Rezept AUT IDEM ankreuzen und die Pharmafirma vermerken , sonst könnte dir deine Apotheke irgendein Generikum mit der deine Krankenkasse einen Rabatt-Vertrag hat aushändigen (bzw. die Apotheke wird dazu seit 01.04.08. gesetzlich dazu gezwungen)
Dein Arzt stiehlt sich aus seiner Verantwortung, wenn er kein AUT IDEM ankreuzt!
Der Arzt muß - mit dem Ankreuzen von AUT IDEM verhindern, daß die Apotheke austauscht.
AUT IDEM auf dem Rezept ist nun seit dem 01.04.2008 extrem wichtig !!
Wenn du Genaueres wissen willst um diese Misere zu verstehen,
schaut bitte hier nach : http://www.generika.epilepsie-infoseite.de
Da findet man mehr Informationen und auch offizielle Stellungnahmen zu Generika und AUT IDEM von z.B.
"DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR EPILEPTOLOGIE e.V. (DGfE)"
Ärzte Zeitung, 15.04.2008:
Die Epilepsie-Experten und Pharmakologen waren sich daher in drei Punkten einig:
Bei Ersteinstellungen kann durchaus auf ein kostengünstiges Generikum eingestellt werden.
Auch bei Patienten, die noch nicht anfallsfrei sind und bei denen die Therapie verbessert oder neu eingestellt werden muss, kann gewechselt werden.
Auf keinen Fall sollte aber bei Patienten substituiert werden, die mit den bisherigen Präparaten anfallsfrei sind.
Und erst recht nicht sollte ständig zwischen wirkstoffgleichen Präparten gewechselt werden, etwa
weil es möglicherweise immer wieder neue Rabattverträge gibt.
http://www.generika.epilepsie-infoseite.de
und, und, und ...........
Bei Fragen ruhig anmailen.
(Für Neulinge: auf Namen klicken)
Grüße Ragnar
Re: Austauschmedikament...???
Mirco
, Thursday, 17.07.2008, 15:30 (vor 6608 Tagen) @
Eva Stöhr
hallo eva,
also ich rate dir von einem medikamentenaustausch dringend ab weil dies zum teil schlimme folgen und nebenwirkungen haben kann ich selber nehme jetzt timonil 300 retard auch schon 14 jahre und habe es zwischen durch mit einem medikamenten wechsel/zusatz(andere medikamente dazu nehmen)probiert. Und als ich dieses genommen hab bin die nächsten tage darauf müde geworden, habe kopfschmerzen bekommen und bin sogar einmal in der schule eingeschlafen(für 1std.) wobei die lehrer mich schlafen lassen haben weil sie über den medikamenten wechel bescheid wussten