Hallo Jennifer.
ich habe seit meinem 14. Lebensjahr Anfälle und nehme Valproat und Keppra. Während der Schwangerschaft mit meiner ersten Tochter (jetzt fast 8 Jahre alt) habe ich das Valproat soweit es ging reduziert. Während der Schwangerschaft mit meiner zweiten Tochter (jetzt fast 5 Jahre alt) habe ich Valproat in geringer Dosis und dazu Lamictal genommen, welches ich nach der Geburt mit Keppra ersetzt habe.
Während den Schwangerschaften habe ich jeweils mehr Anfälle gehabt. Dies aus 2 Gründen:
1. Die Reduzierung der Medikamente
2. Die Hormone (die Auswirkungen sind von Frau zu Frau unterschiedlich: manche bekommen während einer Schwangerschaft weniger Anfälle)
3. Das Lamictal war nicht gut
Ich war in den Zeiten monatlich beim Neurologen, um alles zu checken.
Ich kann Dir also folgende Ratschläge geben:
- Du solltest vor der Schwangerschaft mit Hilfe Deines Arztes checken, wie weit Du die Medikamente reduzieren kannst
- Lass Dich von 2 bis 3 Ärzten beraten, welches Medikament am unschädlichsten für ein Kind ist.
- Du brauchst in der Schwangerschaft Zeit und Ruhe, um so wenig Anfälle wie möglich zu bekommen und Dich auf die Zeit mit Kind vorzubereiten!
Für die Mutterschaft gibt es viel mehr Dinge zu beachten:
Du wirst erst einmal mindestens ein halbes Jahr keine Nacht mehr durchschlafen können. Dies war bei mir ein grosses Problem, da schlafentzug bei mir Anfälle auslöst. Die Verantwortung ist natürlich auch ein Punkt, über den Du dir klar sein mußt. Das bedeutet: Du brauchst ein Umfeld, welches Dich zur Not immer unterstützen kann. Der Vater des Kindes muß sich auch darüber im klaren sein, das er eine große Verantwortung übernehmen muß. Ich bin meinem Mann täglich dankbar, daß er mir so im Rücken steht, daß ich die Verantwortung für die Kinder tragen kann.
Allerdings gab es einen Punkt, der überhaupt nicht gut war: nach der 2. Schwangerschaft habe ich - auf Rat der Ärzte - zu viele Medikamente eingenommen: 4 Jahre lang täglich 3000mg Keppra und 1500mg Valproat. Diese Überdosierung und vor allem das Keppra, führten in eine tiefe Depression. Da kam ich erst raus, nachdem ich - gegen den Rat der Ärzte - das Keppra auf 100mg reduzierte. Jetzt geht es mir sehr viel besser und die Kinder haben auch wieder viel mehr Spaß mit mir. Also: Überdosiert ist man eine schlechte Mutter!
Ich beantworte Dir gerne weitere Fragen. Meine e-mail ist: uta3000@hotmail.com
Liebe Grüsse aus Berlin
Uta