Welches Medi?
Hallo,
im Februar08 hatte ich mit 68 Jahren meinen ersten epileptischen Anfall, wurde aber noch nicht therapiert.
Nun hatte ich vor ein paar Tagen offenbar nachts im
Schlaf wieder einen Krampfanfall, zumindest hat meine
Frau das so geschildert.
Da ich auch oft sehr depressiv bin, will mein Arzt nun, dass ich mit der Einnahme von Lamotrogin beginne!
Ich muss sagen, das Mittel macht mir mit seinen bekannten Nebenwirkungen einfach nur panische Angst!
Meine Frage ist daher, welches Antiepiletikum wird eigentlich als am besten verträglich eingestuft?
Denke, damit sollte man doch erst mal anfangen - oder?
Für jede helfende Antwort danke ich im voraus!
Mit verzweifelten Grüßen
Horst
Re: Welches Medi?
Hallo Horst!
Ich kenn mich zwar mit den Medis auch nicht so aus, aber wie ich hier sehr oft lese ist Lamotrigin eines der besten und verträglichsten mit. Es ist auch Stimmungsaufhellend.
Ich selber nehme es auch - ob es nun bei mir so Stimmungsaufhellend wirkt weiß ich nicht aber in Sachen der Epi hilft es schon.
Und Nebenwirkungen gibt es bei jedem Medi.
Ich soll bald auch umgestellt werden und hab mir die Nebenwirkungen auch mal durchgelesen - da könnte einem wirklich schlecht werden. Ich denke dann aber immer daran das sie mich anfallsfrei machen sollen. Versuch es einfach, es bringt gar nichts von vornherein schon nein zu sagen.
Rede doch auch noch einmal mit deinem Arzt darüber.
Viele Grüße Anke
Re: Welches Medi?
Hallo Horst,
wir können Dir hier leider nicht raten welches Medikament für Dich das Beste ist.
Es kommt darauf an was für eine Epilepsie man hat und jeder Mensch reagiert auch anders auf ein Medikament.
Im Beipackzettel müssen alle Nebenwirkungen aufgezählt werden die auftreten können aber nicht müssen!
Jedes Medikament, egal für was, hat irgendwelche Nebenwirkungen. Die Frage ist nur kann man mit diesen leben.
Ich selbst nehme auch Lamotigin und vertrage es, natürlich mit kleinen Ausnahmen, sehr gut.
Hatte vorher Topamax, das war für mich ein Horror, nie wieder!
Mit Lamotrigin fühle ich mich sehr wohl und auch meiner Psyche geht es wieder gut.
Im allgemeinen wird dieses Medi gut vertragen und auch gern verschrieben.
Also keine Angst, sonst bekommst Du schon von Deinen Hineinsteigern einen Anfall.
Liebe Grüße Tina
Re: Welches Medi?
Hallo Anke und Tina,
erstmal danke für Eure freundlichen Antworten!
Mir ist schon klar, dass es keine Wirkung ohne Nebenwirkung gibt, aber ich dachte halt, bei den Antiepiletika gibt es sicher gravierende Unterschiede was die Nebenwirkungen und die Verträglichkeit betrifft, und da möchte ich halt erst mal das geringste Übel wählen!
Interessieren würde mich bei diesem Medi aber noch, ob man mit dem Original-Präparat Lamictal nicht die bessere Wahl trifft?
Wie wird das von Betroffenen gesehen?
Notfalls bezahle ich es halt privat, denn wenn schon, möchte ich mich optimal entscheiden!
Für weitere Antworten danke ich vorab!
Gruß
Horst
Re: Welches Medi?
Hallo Horst,
also ich habe schon mehrere Medikamente durch. Jeder Mensch reagiert ja anders auf Medikamente. Lass dich von den Nebenwirkungen nicht beunruhigen. Ich habe z.B. Topamax nicht vertragen (Übelkeit und Magenschmerzen), Lamictal hat bei mir gar nicht gewirkt. Du siehst also, wie unterschiedlich es sein kann.
Lieben Gruß
Nicole
Re: Welches Medi?
Hallo Horst,
Du sprichst von Epilepsie und Depressionen. Dein Arzt hat einen guten Anfang gemacht mit Lamotrigin. Denn dieses Mittel ist auch gut für die Psyche. Bei Lamotrigin ist sehr wichtig, dass es langsam eindosiert wird. Ich kenne viele Patienten, die sowohl Depressionen als auch Anfälle damit unter Kontrolle bekommen haben.
Jetzt noch einmal ein Wort zur Therapie:
Die Behandlung einer Epilepsie gehört entweder in die Hände von Neurologen mit Epilepsie-Zertifikat (Zusatzausbildung für Anfälle) (Neurologen mit dieser Fachkenntnis sind rar und üben ihren Beruf meistens in der eigenen Praxis aus) oder sollte erfolgen von Epileptologen. Vorgenannte Fachmediziner sind zu finden im Internet.
Mit eine Epilepsie läßt es sich gut leben, sofern man die Regeln für ein solides Leben einhält. Auf welche Punkte zu achten ist, steht auch im Internet.
Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach der richigen Therapie, damit dich die Krankheit schon bald nicht mehr negativ beeinflusst.
Liebe Grüße
Anton
PS. Ich bin seit sehr langer Zeit Patient und habe vorgenannte Tipps aus eigener Erfahrung berichtet.
Re: Re: Welches Medi?
Hi,
Ich weiß nicht, von welchen schlimmen Nebenwirkungen du in deinem Startbeitrag schreibst? Lamictal ist eines der nebenwirkungsärmsten Antikonvulsiva. Ich hatte Ich rate nur zum Original von gsk oder Lamontregin von Hexal und Ratiopharm. Ich habe einmal für eine Woche ein Generika genommen, unter dem ich Nebenwirkungen hatte.
Unteranderem hatte ich 2007 mit 16 einen Nierenstein mit Nierenkolik von Topamax, obwohl ich das schon vor 3Jahren abgesetzt hatte, von anderen Medis Hautausschlag, Haarausfall, Sprachfindungsstörungen etc. Also Lamictal ist ein gutes Einstiegsmedikament.....
Re: Re: Re: Welches Medi?
Hallo paix,
na, die möglichen Nebenwirkungen sind ja wirklich beängstigend und ermutigen nicht gerade zur Einnahme,
z.B. Hautausschlag, Hautkrankheit, Haarausfall, Leberschäden, Magen- Darmerkrankung ....usw., wenn das keine schlimmen Nebenwirkungen sein sollen!
Ich denke Lamontrigin von Hexal und Ratiopharm sind doch auch Generika(!), das Original ist doch nur Lamictal, oder willst Du damit sagen, dass nur diese beiden Generika ratsam sind?
Gruß
Horst
Re: Re: Re: Re: Welches Medi?
Hallo Horst,
du hast recht, Lamotrigin von Hexal und Ratiopharm sind Generika, da hast du vollkommen recht.
Ich denke aber mal wenn du von anfang an auf ein Generikum eingestellt wirst ist es nicht so schlimm wenn du erst das von gsk nimmst und dann ein anderes.
Ich hab die Umstellung auf das von Desitin gut überstanden.
Die einzige Nebenwirkung ist bei mir das ich jetzt mit 33 immer noch ausseh wie ein Mädel in der Pupertät, also unreine Haut. Aber das ist was womit ich gut leben kann. Für uns Mädels gibts ja auch genug Schminke.
Ich drück dir die Daumen das du die Einstellung der Medis gut hinbekommst.
LG Anke
Re: Welches Medi?
[zitat=Horst]Hallo,
im Februar08 hatte ich mit 68 Jahren meinen ersten epileptischen Anfall, wurde aber noch nicht therapiert.
Nun hatte ich vor ein paar Tagen offenbar nachts im
Schlaf wieder einen Krampfanfall, zumindest hat meine
Frau das so geschildert.
Da ich auch oft sehr depressiv bin, will mein Arzt nun, dass ich mit der Einnahme von Lamotrogin beginne!
Ich muss sagen, das Mittel macht mir mit seinen bekannten Nebenwirkungen einfach nur panische Angst!
Meine Frage ist daher, welches Antiepiletikum wird eigentlich als am besten verträglich eingestuft?
Denke, damit sollte man doch erst mal anfangen - oder?
Für jede helfende Antwort danke ich im voraus!
Mit verzweifelten Grüßen
Horst
[/zitat]
hallo horst,
du meinst bestimmt lamotigin ?
ich nehme bereits seit einigen jahren das Lamotrigin, ich finde es sehr gut und hilfreich, da ich auch keine anderen weiter nehme.
ein guter tip nur. ich habe breits 6 verschiedene firmen davon. bei 3 sorten habe ich arge probleme, da andere stoffe mit enthalten sind. du mußt heraus finden, welche firma für dich die richtige ist.
ich nehme nur noch das lamotrigin von der firma ratiopharm. es ist recht harmlos wovon ich keine nebenwirkungen feststellen kann, solange ich es nehme. die anderen firmen hatte ich im krankenhaus bekommen, die mich fast umgebracht hatten, so schlecht ging es mir bei denen. im übrigen sind die von der ratiopharm kostenlos!!!
lg silvi
Re: Welches Medi?
[zitat=Horst]Hallo,
im Februar08 hatte ich mit 68 Jahren meinen ersten epileptischen Anfall, wurde aber noch nicht therapiert.
Nun hatte ich vor ein paar Tagen offenbar nachts im
Schlaf wieder einen Krampfanfall, zumindest hat meine
Frau das so geschildert.
Da ich auch oft sehr depressiv bin, will mein Arzt nun, dass ich mit der Einnahme von Lamotrogin beginne!
Ich muss sagen, das Mittel macht mir mit seinen bekannten Nebenwirkungen einfach nur panische Angst!
Meine Frage ist daher, welches Antiepiletikum wird eigentlich als am besten verträglich eingestuft?
Denke, damit sollte man doch erst mal anfangen - oder?
Für jede helfende Antwort danke ich im voraus!
Mit verzweifelten Grüßen
Horst
[/zitat]
ich meinte LAMOTRIGIN, hatte mich nur verschrieben.
lg silvi
Re: Re: Welches Medi?
Hallo Silvi,
ja ich meinte Lamotrigin und habe den riesigen beipackzettel von ratiopharm schon studiert, und dabei einfach nur angst vor der einnahme empfunden!
Du nimmst es schon einige Jahre und hast wirklich keine unerwünschten nebenwirkungen, besonders Hautausschlag oder Haarausfall?
Auch nicht zu beginn der behandlung gehabt?
Nüchtern betrachtet sehe ich das mittel bei meinen depressionen evtl. auch als richtig an, aber ich möchte auch nicht ein übel gegen ein anderes eintauschen!
Was tun ......?
Gruß
Horst
Re: Welches Medi?
Hallo Horst,
jetzt mach Dich doch nicht selbst verrückt!!!!!
Wie schon gesagt im Beipackzettel MÜSSEN alle möglich auftretenden Nebenwirkungen aufgeführt werden. Ob sie tatsächlich auftreten ist eine ganz andere Geschichte.
Hast Du Dir beispielsweise mal den Beipackzettel von Aspirin angeschaut? So genau darf man den auch nicht studieren, aber da diskutiert keiner so intensiv drüber. Das ist in der Hausapotheke jeden Haushaltes vorhanden.
Nun, versuche es im Lamotrigin oder lasse es sein.
Ich nehme es seid einem Jahr und fühle mich super wohl, bis auf kleinere Unannehmlichkeiten mit denen ich leben kann.
Falls Du Dich für ein anderes Medi entscheidest wirst Du wieder vor dem gleichen Problem stehen wenn Du diesen Beipackzettel liest....
Alles Gute und lieben Gruß
Tina
Re: Re: Welches Medi?
Hallo Tina,
natürlich hast Du mit deinen Ausführungen recht, das ist mir schon klar, aber was sind zum Beispiel die "kleineren Unannehmlichkeiten" mit denen Du leben kannst?
Ich zögere auch deshalb noch, weil es hier ja nicht darum geht, mal für ein paar Wochen etwas hinzunehmen bis etwas ausgeheilt ist, sondern mit diesen Nebenwirkungen letztlich über viele Jahre zu leben!
Mich würde daher schon interessieren, wie diese "Unannehmlichkeiten" im Allgemeinen aussehen?
Gruß
Horst
Re: Re: Re: Welches Medi?
Hallo Horst,
ich verstehe Dich schon und auch Dein Problem.
Du hast schon recht: man muß dann längere Zeit mit diesen Medi leben und sich damit wohl fühlen.
Aber wie Du weißt reagiert jeder Mensch anders auf ein Medikament.
Mich hätte z.B. das Topamax von früher fast kaputt gemacht, andere hingegen leben sehr gut damit.
So ist es mit jedem Medikament.
Wenn Dir geholfen werden soll so musst Du einen Schritt tun.
Es kann Dir hier auch keiner die Entscheidung abnehmen, jeder berichtet nur von seinen ganz persönlichen Erfahrungen.
Wenn der Arzt ein Medi für Dich auswählt so hängt es von der Art Deiner Epi ab.
Ich kann Dir meine Nebenwirkungen erzählen doch das spielt für Dich am ende keine Rolle, denn das muß bei Dir nicht eintreten.
Auch muß Dir klar sein jedes Medikament hat irgendwelche Nebenwirkungen, man muß nur für sich selbst entscheiden ob man sich mit ihnen arrangieren kann.
Egal was man für ein Wehwehchen hat, je mehr Gewicht man ihm beimisst und in sich hinein horcht um so mehr Negatives findet man auch.
Auch ich hatte früher Depressionen daher weiß ich wie Du Dich fühlst.
Nach einem Anfall bin ich in ein depressives Loch gestürzt, diese Depri hat dann wieder neue Anfälle ausgelöst usw. usw.
Habe keine Angst sondern bisschen Vertrauen. Wenn Dir dieses Medi nicht bekommt dann eben ein anderes.
Mir geht es seid dem Lamotrigin sehr gut und habe nur noch sehr selten einen Anfall.
Da ich einen Anfallskalender führe weiß ich inzwischen in welchen Situationen ich einen bekommen kann und halte mich an meine Regeln.
Ich lebe mit meiner Epi nicht für sie. Das heißt sie ist nicht mein Lebensmittelpunkt.
Rede vielleicht noch mal mit Deinem Arzt und lass Dir Deine Alternativen erklären.
Alles, alles Gute wünscht Dir
Tina