Depris

Wolfgang @, Friday, 08.08.2008, 19:35 (vor 6586 Tagen)

Wie geht ihr, falls betroffen, mit Depressionen um? Ich habe vor allen Dingen nach Anfällen sehr starke Depressionen... Hier kurz meine Geschichte: Ich bin inzwischen 42 und seit 27 Jahren anfallskrank. Anfangs wurde ich auf Orfiril eingestellt, jedoch stellten sich nach ein paar Jahren Leberschmerzen ein und seither nehme ich statt dessen Carbamazepin. (Zugegeben: Meine Leberwerte sind trotzdem schlecht!)
Anfälle stellen sich bei mir ca. alle 2 Jahre ein (Grand Mal). Und damit dann auch wieder eine Phase tiefster Depression, die mittlerweile ziemlich lange anhalten (das hat sich eindeutig verschlechtert: Anfangs (vor Jahren) fühlte ich mich nach einem Anfall noch "ausgeschlafen und entspannt", heute würde ich am liebsten den Zustand danach sofort beenden.)
Eine unerklärliche Angst stellt sich ein, gepaart mit oder begründet durch völlige(r) Fremdheit sich selbst und seinen Lebensumständen gegenüber, unfähig, sich durch Gedanken und Konzentration aus diesem Zustand zu befreien.
Kennt ihr das? Wie geht ihr mit Euch in solchen Phasen um? Was kann eine Gesprächstherapie bringen (hatte bereits eine erfolglos und entnervt abgebrochen)? Was ist von Medikamenten zu halten?
Ich habe Angst! Bitte helft...Danke im voraus!

Re: Depris

Schluffi @, Friday, 08.08.2008, 20:21 (vor 6586 Tagen) @ Wolfgang

Grüße

Schau mal nach unter der Adresse epilepsie-netz.de

Nochmals Grüße
Schluffi

Re: Depris

horst @, Friday, 08.08.2008, 21:01 (vor 6586 Tagen) @ Wolfgang

Hallo Wolfgang,

das Problem mit Depressionen habe ich ja auch, ich soll deshalb jetzt "Lamotrigin" nehmen, bin aber noch sehr verunsichert deshalb, da mir die möglichen Nebenwirkungen des Medi, besonders die sehr häufigen Hautausschläge, viel Angst machen!

Was meint evtl. dein Neurologe zu dem Mittel?

Würde mich auch sehr interessieren!

Gruß
Horst

Re: Re: Depris

Brigitta @, Friday, 08.08.2008, 22:07 (vor 6586 Tagen) @ Wolfgang

Hallöchen,

ich habe ebenfalls Depris/bzw. Stimmungsschwankungen.

Mein Neurologe meinte Lamictal/Lamotrigin ist geeignet gegen Depressionen.
Ich nehme das als Medikation (auch gegen Anfälle bzw. wiederkehrende) und Trevilor retard gegen Depressionen.
Ich kenne das Gefühl leider zu gut. Zum Glück hab ich es nicht mehr so schlimm.

Ich lenke mich einfach mit Sachen ab, sei es Einkaufen gehen, sei es aufräumen oder so. Einfach auf andere Gedanken kommen, und vor allem raus aus der Wohnung!!!! Mir fällt sonst die Decke aufm Kopf.

Nebenwirkungen haben alle Medis, aber ich sag mir lieber hab ich die als Depressionen!!!! Will es nie wieder so stark haben wie früher (nach einer OP). Dann lieber Medis

LG

Brigitta


[zitat=horst]Hallo Wolfgang,

das Problem mit Depressionen habe ich ja auch, ich soll deshalb jetzt "Lamotrigin" nehmen, bin aber noch sehr verunsichert deshalb, da mir die möglichen Nebenwirkungen des Medi, besonders die sehr häufigen Hautausschläge, viel Angst machen!

Was meint evtl. dein Neurologe zu dem Mittel?

Würde mich auch sehr interessieren!

Gruß
Horst

[/zitat]

Re: Re: Re: Depris

epoxy @, Saturday, 09.08.2008, 00:02 (vor 6586 Tagen) @ Wolfgang

Hi,
Ich habe auch für eine Zeit Carba genommen und hatte dadurch stimmungsschwankungen. Es kann sein, dass es von dem Medi kommt. Mein Tipp ist auch Lamictal. Es hilft sowohl zuverlässig gegen Anfälle, hat wenig Nebenwirkungen. Es wurde festgestellt, dass es "Stimmungsaufhellend" ist und ein gutes Antidepressiva ist.

Re: Depris

Bettina @, Saturday, 09.08.2008, 19:10 (vor 6585 Tagen) @ Wolfgang

Je heftiger und je häufiger die (komplex-fokalen) Anfälle, desto größer der Absturz in die (suizidale) Depression anschließend. Unter Topamax mußte ich nur einen Anfall haben, nach spätestens 3 Stunden rauschte ich stimmungsmäßig von "alles okay" in ein radikales "hat alles keinen Sinn mehr". Teilweise nur 24 Stunden, nach einer Anfallswoche aber auch 4-5 Tage lang. Ziemlich schlimm, wenn man alleine lebt und selbst mit psychisch Kranken arbeiten muß !
Seit Lamotrigin bin ich im wesentlichen - bis auf regelmäßige Trancezustände - anfallsfrei (!!!), auch wenn die Nebenwirkungen - massive Schlafstörungen, Hautausschlag, Tinnitus/ Sehstörungen/ Schwindel, Parodontose und Gewichtszunahme um paar Kilos - mich ständig mit der Dosierung pendeln lassen (soll ich auch wg hormonellen Schwankungen). Gegen die Schlafstörungen nehme ich 7-10 Tropfen Atosil. Die Hautausschläge jucken besonders beim Schwitzen und werden durch Sonneneinstrahlung heftiger, aber sind gut auszuhalten. Trotzdem: Lamotrigin hilft anfallsmäßig bei Vielen sehr gut und stabilisiert auf jeden Fall bei Stimmungsschwankungen. Hat was von einer "Pufferwirkung". Nicht jeder reagiert so extrem mit NW wie ich. Ich würde es daher jedem empfehlen !
Und wie schon geschrieben: NW haben alle Medis irgendwie.

Alles Gute, Bettina

Depris

Wolfgang @, Sunday, 10.08.2008, 08:31 (vor 6584 Tagen) @ Wolfgang

Vielen Dank für Eure zahlreichen Hinweise und Tips. Ich werde bezüglich meiner Medikamente mit meinem Neurologen reden ( @ Horst: ich schreibe Dir dann seine Meinung zu Lamotrigin mitteilen, er ist jedoch derzeit (leider) in Urlaub.) und ggf. eine Umstellung verlangen.
Mir geht es langsam estwas besser, wobei der Anfall selbst mittlerweile 13 Tage(!) her ist.
Ich wünsche Euch allen eine lange und anfallsfreie Zeit! Schönen Sonntag, Wolfgang.

Re: Depris

Jenelida @, Wednesday, 13.08.2008, 23:03 (vor 6581 Tagen) @ Wolfgang

Hallo Horst!

Nur mal kurz zu den Hautausschlägen: Lamotrigin muss gaaanz langsam raufdosiert werden. Ich habe vor 3 Jahren mit 5 mg morgens und abends angefangen,und bin jetzt super mit 150 mg morgens und abends eingestellt. Es hat natürlich keine 3 Jahre gedauert, ich war zwischendurch auch noch schwanger und musste mehr nehmen. Aber wenn man wie gesagt "langsam anfängt" kann NIX passieren. Kann natürlich nur von mir sprechen. LG