Sklerose - gliöse veränderungen

Johanna @, Friday, 29.08.2008, 17:06 (vor 6565 Tagen)

Hallo Leute,

habe ein Untersuchungsergebnis bekommen und eigentlich alles erklärt bekommen. Trotzdem bin ich noch verwirrt.

Im Bericht steht was von Hippocampus-Sklerose und gliöse Veränderungen

Mir wurde gesagt, dass ich die Sklerose mit einer Atherien-Sklerose vergleichen kann. Wie stark so was ist, stand da nicht. Deshalb die Frage: Schreitet so eine Sklerose fort und wenn ja: wie schnell kann so was sein? Oder kommt so was bei fast allen Leuten vor??

und was bedeutet gliöse Veränderungen?

Gruß Johanna

Re: Sklerose - gliöse veränderungen

Anton @, Friday, 29.08.2008, 21:45 (vor 6565 Tagen) @ Johanna

Hallo Johanna,

nach Jahren erfolgloser medikamentöser Behandlung hat man sich meinen Kopf näher angesehen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ich eine Temporallappenepilepsie habe und eine Hippocampus-Sklerose, beides rechts.

Ich habe mir das Wort Sklerose erklären lassen, mir ist gesagt worden, dass es eine Art Verhärtung ist. Eine Sklerose entsteht nicht von selbst, sondern eine Krankheit, in unserem Fall die Epilepsie, ist der Auslöser.

Für den Fall, dass Du geborene Rechtshänderin bist und die Hippocampus-Sklerose rechts ist, solltest Du die Möglichkeit einer operativen Therapie mit Deinem Arzt besprechen.

Ich wünsche dir gute Besserung und eine Vielzahl unbeschwerter Momente.

Viele Grüße
Anton

Re: Sklerose - gliöse veränderungen

Johanna @, Saturday, 30.08.2008, 09:28 (vor 6564 Tagen) @ Johanna

Hallo Anton,

ganz herzlichen Dank für Deine Antwort. Ich habe noch ein paar Fragen:

Bei mir wurde eine Epi festgestellt, die einen Ursachenherd im linken Hippocampus/Amygdala hat - vermtulich ein gutartiger Tumor. Zungenbisse etc. waren auch immer rechts.

Nach dieser Untersuchung wurde zusätzlich diese Sklerose auf der rechten Seite des Hippocampus vermutet.

Kann das durch die Anfälle, ausgehend vom linken Hippo., die rechtsseitige Sklerose entstanden sein?

Wie entwickelt sich so was weiter? Schreitet eine Sklerose fort? Kann man das aufhalten? Bringt das noch mehr Epi-Anfälle?

In welchem Zusammenhang steht das mit einem "Rechtshändertum"?

Wenn sich der Verdacht bestätigt, müsste ich dann über 2 OP's nachdenken? Hätte das nicht zur Folge, dass ich gar nichts mehr weiß???

Anton, wie ging es Dir nach Deiner OP? Wie schlimm war die Sklerose? Ist diese fortgeschritten? Kann daraus noch ein Tumor entstehen? Fragen über Fragen... Sorry.

Grüße Johanna

Re: Re: Sklerose - gliöse veränderungen

RGE @, Sunday, 31.08.2008, 13:05 (vor 6563 Tagen) @ Johanna

Hallo Johanna,

so wie sich das anhört, hast du möglicherweise 2 Ursachen für Epi-Anfälle: den Tumor links im Bereich der Amygdala und des Hyppokampus sowie eine Sklerose im Bereich des rechten Hyppokampus. Diese Stellen sind ganz typisch für Epilepsie, wenn sich hier solche Läsionen befinden. Zunächst einmal: diese Bereiche im Gehirn (also Amygdala und Hyppokampus) kann man heute sehr gut operieren (hat meine Tochter -12 J- gerade vor 3 Monaten hinter sich gebracht: gutartiger Hirntumor (sog. DNT); seitdem bisher anfallsfrei, ihr geht es jetzt super!). Eine Sklerose (in der Tat so etwas wie eine Vernarbung/Verhärtung des Gewebes) im Gehirn kann viele Ursachen haben, z.B. eine Virusinfektion. Oft lässt sich die Ursache aber nicht nachvollziehen. Sklerosen entwickeln sich von selbst dann nicht weiter. Ein Tumor entsteht daraus nicht. Ob die Epilepsie durch den Tumor links die Sklerose rechts verursacht haben könnte, das muss dir der Arzt sagen können. Du schreibst aber: die Sklerose rechts "wurde vermutet". Demnach ist die Diagnose nicht sicher? Hier müssen Fachärzte (Epileptologen, Neuroradiologen!!) ran, um das wirklich beurteilen zu können. Ich hoffe man hat ein MRT (kein CT) mit und ohne Kontrastmittel (Gadolinium) gamacht?

Also, es muss zunächst klar sein, ob du rechts auch eine Läsion hast. Gibt es im EEG einen doppelten Herdbefund, der darauf hinweist, d.h. kann man daraus schließen, dass die Anfälle von beiden Seiten ausgehen?

Welche Seite man dann am besten operiert, und ob es überhaupt Sinn macht, hängt eben von der Beantwortung dieser Fragen ab. Sollte der Tumor allerdings wachsen, ist eine Indikation zur OP sowieso gegeben und klar, welche Seite operiert werden muss. Hat man dir gesagt, um welchen "gutartigen" Tumor es sich ggf. handeln könnte? Wie lange leidest du schon unter Epi? Ob man beide Seiten operieren kann, ohne größere kognitive Beeinträchtigungen, das kann dir nur ein Spezialist sagen. Ich denke eher, dass das nicht geht.

Hins. links/rechts: das Sprachzentrum ist bei Rechtshändern links und umgekehrt. Daher ist eine OP rechts etwas unkritischer hins. Sprachzentrum; aber grundsätzlich werden solche OPs auf beiden Seiten mit Erfolg durchgeführt. Frage hier deinen Epiarzt, er kann dir mehr dazu erklären.

Würde dir raten, dich an ein Epilepsiezentrum zu wenden. Dein Falls klingt doch ziemlich kompliziert. Ich habe mit meiner Tochter die Erfahrung gemacht, dass einem viel Unsinn erzählt wird von Ärzten (selbst Neurologen und Neuroradiologen!) die hiervon zu wenig Ahnung haben, insbesondere hins. OP etc. Wenn man dann Pech hat, wird man über Jahre hinweg falsch behandelt!

Ich wünsche dir viel Mut und Kraft. Wenn du noch Fragen hast, melde dich bitte wieder. Ich werde versuchen, sie zu beantworten.

LG

RGE