Ausbilder nimmt keine Epileptiker

Jessica @, Wednesday, 03.09.2008, 21:33 (vor 6560 Tagen)

Hallo,

habe mal eine Frage. Was kann ich machen oder kennt das jemand vielleicht?
Am Montag begann meine Ausbildung zur Physiotherapeutin und wollte gleich ehrlich sein und erzählte meiner Klassenlehrerin das ich Epilepsie seit ca 2Monaten habe (wurde vor 2 Monaten fest gestellt) und ein ärztliches Attest abgab zum Einstellungstest. Am Dienstag wurde ich dann gebeten zum Schulleiter zu kommen und er sagte mir das es überhaupt nicht möglich sei das ich diese Ausbildung mache und auch schon erst recht nicht in der Einstellungsphase. Wurde dann Heim geschickt. Aber darf er das so einfach? Habe mit den einen Vertrag und ein ärztliches Attest vorliegen. Er meinte auch das ich eine Gefahr für mich und für später auch für ie Patienten eine Gefahr bin. Kann mir nicht wirklich vorstellen das er mich einfach so raus schmeißen darf ohne mir was schriftliches mit zugeben, achja er sagte noch Ergotherapeuin könnt ich machen, aber da bin ich später ja auch mit Patienten zusammen.

Würde mich freuen wenn ihr mir da Tips geben könntet oder jemand auch die erfahrung machen musste und mir was davon erzählt was ihr dann weiter gemacht habt.

Re: Ausbilder nimmt keine Epileptiker

Dirk @, Wednesday, 03.09.2008, 21:44 (vor 6560 Tagen) @ Jessica

Hallo Jessica

Ich hab die Ausbildung zum Röntgentechniker gemacht. Da wird am Anfang schon nachgefragt ob man Epilepsie hat und muss das dann auch unterschreiben. Diese Ausbildung gehört auch zu den gehobenen technischen Diensten wie die Physiotherapie. Da bei mir niemand etwas von der Epi wusste und ich mich mit den Medis damals selber einstellen konnte hab ich die Ausbildung machen können. Gewöhnlich bisst du aber nicht zugelassen, zumindest bei uns in Österreich nicht. Am Besten du erkundigst dich mal bei der Arbeiterkammer oder der Rechtsberatung. Denn das das so einfach geht wenn du ein Attest vorgelegt hast kann ich mir nicht vorstellen.

Grüsse Dirk und viel Erfolg

Re: Ausbilder nimmt keine Epileptiker

Jessica @, Wednesday, 03.09.2008, 21:58 (vor 6560 Tagen) @ Jessica

[zitat=Dirk]Hallo Jessica

Ich hab die Ausbildung zum Röntgentechniker gemacht. Da wird am Anfang schon nachgefragt ob man Epilepsie hat und muss das dann auch unterschreiben. Diese Ausbildung gehört auch zu den gehobenen technischen Diensten wie die Physiotherapie. Da bei mir niemand etwas von der Epi wusste und ich mich mit den Medis damals selber einstellen konnte hab ich die Ausbildung machen können. Gewöhnlich bisst du aber nicht zugelassen, zumindest bei uns in Österreich nicht. Am Besten du erkundigst dich mal bei der Arbeiterkammer oder der Rechtsberatung. Denn das das so einfach geht wenn du ein Attest vorgelegt hast kann ich mir nicht vorstellen.

Grüsse Dirk und viel Erfolg[/zitat]

Hallo Dirk,

man hatte mir geraten lieber gleich ehrlich zu sein als das es im nachhinein ärger gibt, deswegen habe ich das dort gleich gesagt, sonst wäre es vielleicht auch anders. Aber bereuhe es inzwischen das ich was sagte. Wo gibt es die Rechtsberatung oder Arbeiterkammer? Naja bin 19 jahre alt und habe mit sowas noch nicht wirklich erfahrung. Auch wenn meine Eltern mir helfen, aber sowas ist für uns jetzt absolutes neuland.
Attest liegt seit 1 Monat bei der Ausbildungsstätte vor mit dem satz, es liegen keine einwände gegen die Ausbildung vor.

Re: Re: Ausbilder nimmt keine Epileptiker

Dirk @, Wednesday, 03.09.2008, 22:29 (vor 6560 Tagen) @ Jessica

Hallo Jessica

Die Adressen findest du normalerweise im Telefonbuch. die Kammer kann dir auch Adressen zur Rechtsberatung geben bzw. dort wirst du auch beraten. In den meisten Städten gibt es eine Arbeiterkammer zumindest bei uns in Österreich. Ich denke in Deutschland gibt es auch so eine Institution.

Ich kann dir nur raten es nicht gleich jedem auf die Nase zu binden das man Epi hat. Es heißt zwar ehrlich währt am längsten doch mich lehrte das Leben was die Epi betrifft genau das Gegenteil. Das heißt jetzt nicht das du lügen sollst aber gleich sagen muss man es nicht auch im privaten Bereich nicht. Ich bekam dank meiner unentdeckten Epilepsie und der Selbsteinstellung auch ohne Probleme den Führerschein und sämtliche Strahlenschutzzertifikate. Ich hab nie jemanden angelogen, einfach nur geschwiegen.

Grüsse Dirk

Re: Re: Re: Ausbilder nimmt keine Epileptiker

Jessica @, Thursday, 04.09.2008, 00:13 (vor 6560 Tagen) @ Jessica

[zitat=Dirk]Hallo Jessica

Die Adressen findest du normalerweise im Telefonbuch. die Kammer kann dir auch Adressen zur Rechtsberatung geben bzw. dort wirst du auch beraten. In den meisten Städten gibt es eine Arbeiterkammer zumindest bei uns in Österreich. Ich denke in Deutschland gibt es auch so eine Institution.

Ich kann dir nur raten es nicht gleich jedem auf die Nase zu binden das man Epi hat. Es heißt zwar ehrlich währt am längsten doch mich lehrte das Leben was die Epi betrifft genau das Gegenteil. Das heißt jetzt nicht das du lügen sollst aber gleich sagen muss man es nicht auch im privaten Bereich nicht. Ich bekam dank meiner unentdeckten Epilepsie und der Selbsteinstellung auch ohne Probleme den Führerschein und sämtliche Strahlenschutzzertifikate. Ich hab nie jemanden angelogen, einfach nur geschwiegen.

Grüsse Dirk[/zitat]

Hallo,

danke dir erstmal soweit, aber muss ich mal gucken wo ich da genau bei mir hier hin muss, lebe in einer klein Stadt.

Naja Führerschein darf ich nicht machen, da ich zum Neurologen muss und er mir erst bescheid gibt wann ich vielleicht machen darf. Da mein letzter Anfall aber auch im Auto war, habe ich nicht das Bedürfnis nach Führerschein machen.
Ja das habe ich jetzt auch erstmal mit bekommen, wenn keiner Fragt nichts sagen...

Re: Ausbilder nimmt keine Epileptiker

'Leben mit Epilepsie' ⌂ @, Thursday, 04.09.2008, 02:37 (vor 6560 Tagen) @ Jessica

Hallo Jessica,

Ausbildung durch
private Schule/Institut/Akademie/Verbund
oder öffentlicher Träger (wie Klinikum oder FH etc.??

In welchem Bundesland wieviel Schulgeld.

Hier kannst fast alle Ausbildungsstellen nach Bundesland finden:

http://www.physio.de/schulen/index.php?edit=1


Physiotherapie kommt in allen Fachbereichen der Medizin, Prävention und Rehabilitation zum Einsatz. Der/die Physiotherapeut/in erstellt eigenverantwortlich einen auf den einzelnen Patienten abgestimmten Therapieplan und führt selbständig die physiotherapeutische Behandlung durch.

Hierbei muß man in Krankenhäusern/Kliniken und Rehakliniken oft Patienten durch ihre Erkrankung/Krankheit auch physisch also körperlich stützen können.
Hierbei besteht nunmal bei einem Epilepsie-Patienten, der nicht mindestens 1-2 Jahre anfallsfrei ist, eine zu vermutende Verletzungsgefahr für den Klienten in der Physiotherapie.
Dies auch in deiner Ausbildung, da du Praktika machen mußt.


Zugangsvoraussetzungen
Zugangsvoraussetzung ist zunächst die Vollendung des 17. Lebensjahres

und die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs.


Hier ein Auszug aus dem Forum von physio.de :

Da ich einen neuen Job in einer Klinik anfangen werde, stehen auch ärztliche Untersuchen an. Ich habe eine Epilepsie, deren Anfallshäufigkeit sehr gering ist (max. 1 mal pro Jahr) unter bei Schlaf-
entzug ausgelöst werden kann. In den Unterlagen, die angefordert wurden, sollte ich Angaben zu Erkrankungen machen, die eventuell meine Arbeit in der Zukunft beeinträchtigen könnten. Leider ruft Epilepsie bei vielen Menschen ein negatives Klischee hervor, so dass ich das eigentlich für mich behalten wollte. Zudem ist mir bisher in meiner langjährigen Arbeitszeit kein Anfall während der Arbeitszeit aufgetreten, mit denen ich meine Patienten gefährden könnte. Wie soll ich bei der betriebsärtzlichen Untersuchen damit umgehen- melden oder nicht?
Herzlichen Dank,

Hallo
Ich würde es auf jeden Fall sagen. Nicht nur weil es noch unangenehmer werden kann wenn es dann doch irgendwann später rauskommt, sondern auch weil deine Kollegen im Falle eines Anfalls richtig reagieren können sollten!
Viel Glück!

Leider ist es halt so, dass die Möglichkeit besteht einen Patienten zu gefährden. Mir ist so, als ob du dann, auch nach aktuellem Anti-Diskrimierungs-Gesetz, verpflichtet bist, die Epilepsie an zu geben.
Frag mal einen Anwalt / Anwältin im Arbeitsrecht.
Wie auch immer, viel Erfolg !

An deiner Stelle würde ich wie o.g. einen Anwalt/Anwältin in Arbeitsrecht fragen ob die Ausbildungsstelle dich einfach so ablehnen kann.

Fachanwalt Arbeitsrecht Suchmaschinen (es gibt noch mehr)

http://www.anwaltssuche.de/aws/azb/anwalt_arbeitsrecht.html
http://www.recht110.de/fachanwaelte.htm

Beim VdK (Sozialverband) gibt es Rechtsberatungsstellen mit Juristen.
Der Jahresbeitrag ist meist preiwerter als ein Gespräch mit Schriftsatz bei einem Fachanwalt.
Die Juristen kennen sich gut im Sozial- und Behindertenrecht aus, in wieweit sie sich mit dem Recht auf Ausbildung auskennen kannst du am besten bei den Landesverbänden erfragen. Soll mal Mutter oder Vater am Telefon abklären!!

http://www.vdk.de/de5590

Kannst mich auch anmailen.

Grüße
Ragnar

Re: Ausbilder nimmt keine Epileptiker

magu @, Thursday, 04.09.2008, 21:56 (vor 6559 Tagen) @ Jessica

[zitat=Jessica]Hallo,

habe mal eine Frage. Was kann ich machen oder kennt das jemand vielleicht?
Am Montag begann meine Ausbildung zur Physiotherapeutin und wollte gleich ehrlich sein und erzählte meiner Klassenlehrerin das ich Epilepsie seit ca 2Monaten habe (wurde vor 2 Monaten fest gestellt) und ein ärztliches Attest abgab zum Einstellungstest. Am Dienstag wurde ich dann gebeten zum Schulleiter zu kommen und er sagte mir das es überhaupt nicht möglich sei das ich diese Ausbildung mache und auch schon erst recht nicht in der Einstellungsphase. Wurde dann Heim geschickt. Aber darf er das so einfach? Habe mit den einen Vertrag und ein ärztliches Attest vorliegen. Er meinte auch das ich eine Gefahr für mich und für später auch für ie Patienten eine Gefahr bin. Kann mir nicht wirklich vorstellen das er mich einfach so raus schmeißen darf ohne mir was schriftliches mit zugeben, achja er sagte noch Ergotherapeuin könnt ich machen, aber da bin ich später ja auch mit Patienten zusammen.

Würde mich freuen wenn ihr mir da Tips geben könntet oder jemand auch die erfahrung machen musste und mir was davon erzählt was ihr dann weiter gemacht habt.
[/zitat]
mir gings ähnlich wie dir-ich arbeite als Erzieherin und habe mir die frage gestellt, ob ich in diesem berufsfeld überhaupt arbeiten darf und verpflichtet bin es zu sagen.ich hab mich da schlau gemacht:du bist nicht verpflichtet, es deinem arbeitgeber/azubi zu sagen!es sei denn, du bist eben nicht medizinisch eingestellt und die anfälle treten häufig auf.epileptiker sollen auch nicht mit maschinen, als Busfahrer oder mit nachtdienst u.ä. arbeiten, da es zu große gefahrenquellen sind und bei Nachtdiesnt z.B. ein anfall durch schlafentzug provoziert wird.du bist meiner meinung aber in deinem berufsfeld nicht verpflichtet es deinem Arbeitgeber/azubi zu sagen, da du ja die Fähigkeit trotzdem für diesen beruf hast und die anfälle doch eingestellt sind und bei deiner arbeit nicht auftreten, oder?!wen du nochmal sicher gehen willst, kannst du auch in deinem Bundeesland beim Sozialministerium anrufen und nachfragen.die klären dich über deine Rechte und pflichten in bezug darauf auf.
wenn du vielleicht ne zeit lang später dann gearbeitet hast und eben ein gewisses Vertrauen zwischen dir und deinem Arbeitgeber besteht, kannst du es ja zu deiner entlastung erwähnen.aber wirklich nur wenn du sicher bist und es auch unbedingt willst.
meiner meinung nach dürften die dich auch nicht entlassen, da du ja wie schon gesagt eine arztliche bescheinigung und zusage hattest!ich kann mir nicht vorstellen, dass es rechtlich ist und die dich einfach "rausschmeißen" können.

Re: Re: Ausbilder nimmt keine Epileptiker

Jessica @, Thursday, 04.09.2008, 22:34 (vor 6559 Tagen) @ Jessica

[zitat=magu][zitat=Jessica]Hallo,

habe mal eine Frage. Was kann ich machen oder kennt das jemand vielleicht?
Am Montag begann meine Ausbildung zur Physiotherapeutin und wollte gleich ehrlich sein und erzählte meiner Klassenlehrerin das ich Epilepsie seit ca 2Monaten habe (wurde vor 2 Monaten fest gestellt) und ein ärztliches Attest abgab zum Einstellungstest. Am Dienstag wurde ich dann gebeten zum Schulleiter zu kommen und er sagte mir das es überhaupt nicht möglich sei das ich diese Ausbildung mache und auch schon erst recht nicht in der Einstellungsphase. Wurde dann Heim geschickt. Aber darf er das so einfach? Habe mit den einen Vertrag und ein ärztliches Attest vorliegen. Er meinte auch das ich eine Gefahr für mich und für später auch für ie Patienten eine Gefahr bin. Kann mir nicht wirklich vorstellen das er mich einfach so raus schmeißen darf ohne mir was schriftliches mit zugeben, achja er sagte noch Ergotherapeuin könnt ich machen, aber da bin ich später ja auch mit Patienten zusammen.

Würde mich freuen wenn ihr mir da Tips geben könntet oder jemand auch die erfahrung machen musste und mir was davon erzählt was ihr dann weiter gemacht habt.
[/zitat]
mir gings ähnlich wie dir-ich arbeite als Erzieherin und habe mir die frage gestellt, ob ich in diesem berufsfeld überhaupt arbeiten darf und verpflichtet bin es zu sagen.ich hab mich da schlau gemacht:du bist nicht verpflichtet, es deinem arbeitgeber/azubi zu sagen!es sei denn, du bist eben nicht medizinisch eingestellt und die anfälle treten häufig auf.epileptiker sollen auch nicht mit maschinen, als Busfahrer oder mit nachtdienst u.ä. arbeiten, da es zu große gefahrenquellen sind und bei Nachtdiesnt z.B. ein anfall durch schlafentzug provoziert wird.du bist meiner meinung aber in deinem berufsfeld nicht verpflichtet es deinem Arbeitgeber/azubi zu sagen, da du ja die Fähigkeit trotzdem für diesen beruf hast und die anfälle doch eingestellt sind und bei deiner arbeit nicht auftreten, oder?!wen du nochmal sicher gehen willst, kannst du auch in deinem Bundeesland beim Sozialministerium anrufen und nachfragen.die klären dich über deine Rechte und pflichten in bezug darauf auf.
wenn du vielleicht ne zeit lang später dann gearbeitet hast und eben ein gewisses Vertrauen zwischen dir und deinem Arbeitgeber besteht, kannst du es ja zu deiner entlastung erwähnen.aber wirklich nur wenn du sicher bist und es auch unbedingt willst.
meiner meinung nach dürften die dich auch nicht entlassen, da du ja wie schon gesagt eine arztliche bescheinigung und zusage hattest!ich kann mir nicht vorstellen, dass es rechtlich ist und die dich einfach "rausschmeißen" können.[/zitat]


Hallo magu,

naja ich bin leider noch in der einstellungsphase mit dem Medikament Lamictal un Anfälle treten und regelmäßig aus, mein letzter war vorrige Woche Freitag und davor war es 2 Monate her und davor aber wieder 2 Anfälle in extrem kruzen abstand innerhalb 8 Tage. Aber hatte auch davor eine ganze Weile ruhe, fasst 1 Jahr und naja die iagnose erfasst man aber erst vor 2 Monaten, avor hies es immer ist keine Epilepsie da EEG, Schlafentzug, MRT unaufällig waren. Aber zum Glück muss ich doch mal sagen hat man jetzt was gefunden, das es irgendwie auffälligkeiten gab mit einem Test über Augen und Füße, ann Schlafentzug und danach gleich Lumbal Punkiton und ann kam ein krampfanfall im KH. ann bekam ich meine Diagnose und weis ich was mit mir los ist, aber dennoch find ich es blöd, richtig blöd wie die Geschichte hier abläuft, aber ich kümmere mich drum das will ich genau wissen.
Danke aber erstmal