epilepsie + stress

lucia @, Sunday, 21.09.2008, 16:56 (vor 6542 Tagen)

Hallo,
nach langem hin und her habe ich mich nun auch entschieden mich in diesem forum anzumelden. ich habe eigentlich medizinisch gesehen keine epilepsie(alle untersuchen sind top), jedoch habe ich sie doch, wenn man die anfälle sieht. Ich bin 35 und habe vor 4 Jahren meinen ersten grand mal gehabt und danach innerhalb von 3 monaten 2 weitere grand mals. dann hat man mich auf 2x50mg/tag lamictal eingestellt. ich durfte ein jahr kein autofahren und alles war o.k.. nach 2 jahren habe ich aus heiterem?? himmel meinen 4 grand mal und ein halbes jahr später meinen 5 gm gehabt. wieder fast 2 jahre pause uns nun vor 4 wochen meinen 6. gm im schlaf. ich hatte sie bis jetzt immer gegen abend, wenn ich im entspannungszustand bin, mit bewusstlosigkeit und erinnerungsverlust. mein mann ist dann immer total um mich besorgt und wir beide können es nicht verstehen, warum??
ich muss dazu sagen, das ich in meiner kindheit nie etwas hatte, war immer top gesund, die ärzte konnten auch "gott sei dank" nichts feststellen.sie haben gesagt,dass ich extrem auf meinen schlaf achten muss und zuviel alkohol vermeiden soll (ich trinke so gut, wie nie etwas). jedoch glaube ich, das es bei mir mit stress (seelisch) zu tun hat.Ich werde unheimlich viel gefordert und kann nicht nein sagen, das belastet mich dann schon und hinzu kommt, dass ich nun auch angst habe, das es mir wider passiert, ich bekomme nämlich weder vorher noch nach etwas von meinem anfall mit.Könnt ihr mir da weiter helfen und wer hat ähnliche erfahrungen?

Re: epilepsie + stress

Steffi @, Sunday, 21.09.2008, 18:02 (vor 6542 Tagen) @ lucia

Hallo Lucia,
ich bin auch 35 Jahre alt. Meine Epilepsie ist mit 13 Jahre aufgetaucht davor hatte ich im Säuglingsalter ne Encehpahlitis (Gehirnentzündung). OK meine Jugend war dadurch nicht sehr schön. Viele haben sich von mir abgewandt weil sie dachten ich bin verrückt. Was ich eigentlich erzählen wollt: 2001 wurde ich am offenen Gehirn operiert. Mir wurde am rechten Schläfenlappen der Hippocampus entfernt. Das ist ein Stückchen Hirn das zuständig ist für das Bildliche Denken. Jedenfalls war ich seit dem Anfallsfrei, bis auf den 19.06.08. Ich bekamm bei mir im Geschäft ( ich arbeite in der Altenpflege) einen Anfall. Nach der OP 2001 ging es mir super, ich machte den Führerschein, ne neue Ausbildung die ich super bestanden habe. Seit ich in der Pflege arbeite habe ich auch viel Stress und ich denke dass das von dort kommt. Scheiße man, ich war 7 Jahre Anfallsfrei und jetzt fängt wieder alles von vorne an. Ich habe Angst.
Ich Grüße dich ganz lieb und vieleicht hilft uns das hier dass wir nicht alleine sind. Hast du eigentlich Kinder? Oder hast du bzw. ihr euch schon darüber Gedanken gemacht?
Ganz liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche.

Re: epilepsie + stress

Petra @, Sunday, 21.09.2008, 21:50 (vor 6542 Tagen) @ lucia

Hallo,

hast du keine Vorboten?

Anfälle können auch im Entspannungszustand passieren, denn da lockern sich meist die Muskeln.
Bei einem gesunden Menschen gibt das vllt ein Beinzucken oder einen Krampf im Bein, Zucken der Lider, wenn deine Nerven stark unter Strom (mehr als sonst, durch z.B. Stress mit Arbeit, Familie, ...)stehen und du leicht zum Anfall neigst, dann kann es zum "Knall" kommen.

Probier doch einfach mal Magnesium aus (zusätzlich zu deinen Medikamenten). Schaden kann dir das nicht, aber vllt hilft es, dass sich dein Gehirn nicht so krass entlädt. :)

Liebsten Gruß,

Petra

Re: Re: epilepsie + stress

licua @, Sunday, 21.09.2008, 22:30 (vor 6542 Tagen) @ lucia

Hallo Steffi,
danke für deine mail. dein fall ist natürlich bedeutend härter als mein fall und ich denke, daß du auf jeden fall den stress von deinem job gedanklich mitnimmst. vielleicht muss man sich einfach einen pol suchen, an den man den stress abbauen kann.
apropos kinder: wir sind in der planung:-)

sei lieb gegrüßt!

Re: Re: epilepsie + stress

lucia @, Sunday, 21.09.2008, 22:38 (vor 6542 Tagen) @ Petra

Hallo petra,

danke für den tip, ich werde es mal ausprobieren. leider habe ich (mir nicht aufgefallen) vorboten. das problem (und das ist auch gut so)ist ja das ich meine anfälle nur alle jahre und ganz plötzlich bekomme, alle meine untersuchungen haben gott sei dank nichts auffälliges ergeben, alles suoer bei mir. deswegen denkt man auch, dass ich bei zu wenig schlaf und stress so reagiere, aber wie hält man sich alltäglichen stress vom leib?

Liebe grüße und bis bald

Re: epilepsie + stress

Kathrin @, Sunday, 21.09.2008, 22:51 (vor 6542 Tagen) @ lucia

Hallo Lucia,

Kennst du Knautschbälle? Es soll helfen, wenn man diese zwischendurch mal "durchknautscht", um Stress abzubauen. Ich meine, dass es die bei der Krankenkasse gibt.

Es hilft nicht, in einer solchen Angstsituation pausenlos über mögliche Anfälle zu reden. (Was jetzt nicht heißt, gar nicht über dieses Thema zu sprechen!!). Rede da vllt mal mit deinem Mann drüber, so dass die Krankheit nicht ständig im Fokus steht?!

Dein Mann weiß ja, was zu tun ist in einer solchen Situation, oder?! Du bist also in guten Händen :) Das kann dich doch sehr beruhigen!!

Man kann an der Krankheit selbst nicht sterben :) Das ist doch positiv!

Re: epilepsie + stress

michael @, Monday, 22.09.2008, 12:06 (vor 6541 Tagen) @ lucia

[zitat=lucia]Hallo,
ich bin 36jahre alt,bin eine zangengeburt,seit meinem 7lebensjahr hebe ich diese anfälle.ich verdrehe meinen kopf nach hinten und versuche ihn wieder nach vorn zu bekommen was aber nie klapt dann werde ich bewustlos,kippe um wie ein nasser sack.krampfe mit schaum aus dem mund habe eine ausbildung im famielienbetrieb gemacht als maurer ,damals hatte der arbeitsamts arzt gesagt es spreche nichts dagegen.nach 14jahren sagen die jetzt ich hätte den beruf nie lernen dürfen.darauf hin war ich zur berufsfindung.danach habe ich eine umschulung zum servismechaniker absolwiert,und nun bekomme ich keinen jop da es nur die halbe ausbildung vom kfz-mechatroniker ist.nun bekomme ich harz4 und werde nur hin und her geschupst wehr weis als was und wo ich mich bewerben kann um wider geld verdienen zu können ????????????? das ist so kein leben in der geselschaft gibt es scheinbar nur gesunde menschen wie???????????????????ps:mein neurologe sagt ich habe super werte beim eeg aber anfälle habe ich trotz desen medikamentenumstellung habe ich auch vor kurzem gemacht bitte helft mir in dem ihr schreibt was ihr wist danke im vorraus euer dj.maiky

Re: epilepsie + stress

Lucie Freyer @, Monday, 22.09.2008, 23:33 (vor 6541 Tagen) @ lucia

[zitat=lucia]Hallo,
nach langem hin und her habe ich mich nun auch entschieden mich in diesem forum anzumelden. ich habe eigentlich medizinisch gesehen keine epilepsie(alle untersuchen sind top), jedoch habe ich sie doch, wenn man die anfälle sieht. Ich bin 35 und habe vor 4 Jahren meinen ersten grand mal gehabt und danach innerhalb von 3 monaten 2 weitere grand mals. dann hat man mich auf 2x50mg/tag lamictal eingestellt. ich durfte ein jahr kein autofahren und alles war o.k.. nach 2 jahren habe ich aus heiterem?? himmel meinen 4 grand mal und ein halbes jahr später meinen 5 gm gehabt. wieder fast 2 jahre pause uns nun vor 4 wochen meinen 6. gm im schlaf. ich hatte sie bis jetzt immer gegen abend, wenn ich im entspannungszustand bin, mit bewusstlosigkeit und erinnerungsverlust. mein mann ist dann immer total um mich besorgt und wir beide können es nicht verstehen, warum??
ich muss dazu sagen, das ich in meiner kindheit nie etwas hatte, war immer top gesund, die ärzte konnten auch "gott sei dank" nichts feststellen.sie haben gesagt,dass ich extrem auf meinen schlaf achten muss und zuviel alkohol vermeiden soll (ich trinke so gut, wie nie etwas). jedoch glaube ich, das es bei mir mit stress (seelisch) zu tun hat.Ich werde unheimlich viel gefordert und kann nicht nein sagen, das belastet mich dann schon und hinzu kommt, dass ich nun auch angst habe, das es mir wider passiert, ich bekomme nämlich weder vorher noch nach etwas von meinem anfall mit.Könnt ihr mir da weiter helfen und wer hat ähnliche erfahrungen? [/zitat]

Liebe Lucia!
Du hast recht - trau deinem Gefühl - wenn du glaubst, es hat etwas mit Streß zu tun - dann stimmt das auch !!! Bei mir ist es ähnlich (gewesen). Seit einem halben Jahr nehme ich keine Medikamente mehr - war seit meinem 8. Lebensjahr auf Medikamente "eingestellt". Anfälle habe ich aber dennoch - mal mehr mal weniger bekommen. Inzw. BIN ICH DANKBAR FÜR DIESE KRANKHEIT, denn jetzt zeigt sie mir immer genau, wo ich mich - auf welche Art auch immer - überfordert habe. Und ich kenne jetzt genug Mittel und Wege, dem zu "ent-gehen". D.h.: Je mehr ich auf mich achte, desto gesünder bin ich. Und viele andere Dinge kommen jetzt auch noch besser "ins Lot". Wenn du magst und noch mehr Infos von mir haben willst: Gerne ! Ruf an oder schick mir eine email. Sobald es möglich ist, werde ich antworten.
Wir können IMMER voneinander lernen..;-)
Alles Liebe für Dich, Lucia !
..und gaaanz viel Frieden
Lucie (ja, ich heiße wirklich so..;-) )
Tel. 0531-389 76 69 - lu-stern@alice-dsl.net

Re: Re: epilepsie + stress

Cat @, Tuesday, 23.09.2008, 00:25 (vor 6541 Tagen) @ lucia

Hallo Lucia, hallo Michael,
anscheinend habt ihr das gleiche Problem, dass bei mir so lange die Diagnose rausgezögert hat: ihr habt wahrscheinlich keinen Epiherd im Hirn. So was wie beim Erdbeben, wo man feststellen kann, von wo es ausgeht etc. Die Ärzte haben mir 7 Jahre erzählt, ich hätte keine Epilepsie, weil ich keinen erkennbaren Epiherd habe. Trotzdem hatte ich seit meinem 11. Lebensjahr (Beginn der Pubertät) Anfälle und Abscencen etc. Ich bin schließlich in die Uniklinik nach Bonn gegangen, dort habe ich in der Epileptologie ein Langzeit EEG gemacht und danach war sofort klar, was es ist und wie ich medikamentös eingestellt werden kann. das war vor 7 Jahren und seitdem bin ich anfallsfrei! in stresssituationen merke ich, dass ich mich mehr schonen muss, als andere Menschen, aber dann weiß ich, dass ich mich zurücknehmen muss und dann geht es weiter.
Den besten Rat, den ich euch geben kann: geht in eine Klinik, lasst das ganze Programm durchlaufen bis herausgefunden wurde, was genau es ist und wie man es behandeln kann. Dann habt ihr die Ungewissheit nicht mehr und im allerbesten Fall seid ihr bald anfallsfrei! Ich drück euch fest die Daumen, ich weiß, wie schwer das ist, wenn man so unsicher ist.

Re: Re: epilepsie + stress

Annika @, Thursday, 09.10.2008, 13:00 (vor 6524 Tagen) @ lucia

[zitat=Lucie Freyer][zitat=lucia]Hallo,
nach langem hin und her habe ich mich nun auch entschieden mich in diesem forum anzumelden. ich habe eigentlich medizinisch gesehen keine epilepsie(alle untersuchen sind top), jedoch habe ich sie doch, wenn man die anfälle sieht. Ich bin 35 und habe vor 4 Jahren meinen ersten grand mal gehabt und danach innerhalb von 3 monaten 2 weitere grand mals. dann hat man mich auf 2x50mg/tag lamictal eingestellt. ich durfte ein jahr kein autofahren und alles war o.k.. nach 2 jahren habe ich aus heiterem?? himmel meinen 4 grand mal und ein halbes jahr später meinen 5 gm gehabt. wieder fast 2 jahre pause uns nun vor 4 wochen meinen 6. gm im schlaf. ich hatte sie bis jetzt immer gegen abend, wenn ich im entspannungszustand bin, mit bewusstlosigkeit und erinnerungsverlust. mein mann ist dann immer total um mich besorgt und wir beide können es nicht verstehen, warum??
ich muss dazu sagen, das ich in meiner kindheit nie etwas hatte, war immer top gesund, die ärzte konnten auch "gott sei dank" nichts feststellen.sie haben gesagt,dass ich extrem auf meinen schlaf achten muss und zuviel alkohol vermeiden soll (ich trinke so gut, wie nie etwas). jedoch glaube ich, das es bei mir mit stress (seelisch) zu tun hat.Ich werde unheimlich viel gefordert und kann nicht nein sagen, das belastet mich dann schon und hinzu kommt, dass ich nun auch angst habe, das es mir wider passiert, ich bekomme nämlich weder vorher noch nach etwas von meinem anfall mit.Könnt ihr mir da weiter helfen und wer hat ähnliche erfahrungen? [/zitat]

Liebe Lucia!
Du hast recht - trau deinem Gefühl - wenn du glaubst, es hat etwas mit Streß zu tun - dann stimmt das auch !!! Bei mir ist es ähnlich (gewesen). Seit einem halben Jahr nehme ich keine Medikamente mehr - war seit meinem 8. Lebensjahr auf Medikamente "eingestellt". Anfälle habe ich aber dennoch - mal mehr mal weniger bekommen. Inzw. BIN ICH DANKBAR FÜR DIESE KRANKHEIT, denn jetzt zeigt sie mir immer genau, wo ich mich - auf welche Art auch immer - überfordert habe. Und ich kenne jetzt genug Mittel und Wege, dem zu "ent-gehen". D.h.: Je mehr ich auf mich achte, desto gesünder bin ich. Und viele andere Dinge kommen jetzt auch noch besser "ins Lot". Wenn du magst und noch mehr Infos von mir haben willst: Gerne ! Ruf an oder schick mir eine email. Sobald es möglich ist, werde ich antworten.
Wir können IMMER voneinander lernen..;-)
Alles Liebe für Dich, Lucia !
..und gaaanz viel Frieden
Lucie (ja, ich heiße wirklich so..;-) )
Tel. 0531-389 76 69 - lu-stern@alice-dsl.net[/zitat]

Hallo Lucie,
bin gerade auf euren Beitrag gestoßen, der für mich sher interessant ist. Ich habe 2001 mehrere Op`s am Kopf gehabt, 2006 habe ich 2 GM bekommen, im Mai 2007 meinen dritten und war dann 1 1/2 Jahre Anfallsfrei. Vor zwei Wochen bekam ich ganz unerwartet wieder einem (diesmal nur einen einfachen fokalen, aber das hat gereicht). Der hat mich natürlich wieder total herunter gezogen, habe heute noch damit zu kämpfen. Mein Mann sagte mir es lag bestimmt daran, dass ich mir auch seelisch so ein Stress gemacht habe (meine Oma hat Krebs und macht nicht mehr lange)sorry hört sich schlimm an. Das kann man ja nicht so einfach verdrängen. Nun habe ich Angst, wenn ich zu sehr daran denke das ich wieder einen bekomme. Du hast geschrieben, du kennst Mittel und Wege dem zu entgehen. Wie machst du das?
LG Annika