Ausschlag

Jessica @, Thursday, 16.10.2008, 21:40 (vor 6517 Tagen)

Hallo,

mein Lamictal wurde vor 7 tagen um 25mg erhöht und ist nun bei 50mg-0-75mg. Habe heute Mittag dann festgestellt das meine rechte Thoraxseite mit ausschlag gekennzeichnet ist. Von der Hüfte bis zur Achsel. Ist das normal? Kann das eine Nebenwirkung sein? Oder ist das eher was anderes? Mein Neurologe ist leider seit Monatg in Urlaub und mein Hausarzt ist zur zeit total überlastet und sagt ich soll zum Neurologen gehen.....

LG Jesscia

Re: Ausschlag

michi @, Friday, 17.10.2008, 00:01 (vor 6517 Tagen) @ Jessica

Hi,
Der Hautausschlag wird wahrscheinlich von Lamictal kommen. Ich nehme jetzt seit über 2 Jahren Lamictal (momentane Dosierung 200-0-200 mg) und habe etwas Akne und Pickel, die aber nicht so schlimm sind (Ich bin 17). Richtigen Ausschlag hatte ich nie von Lamictal(, nur bei Oxcarbamazepin). Also warte erst mal ab, ob sich das bessert. (langsamm höher dosieren!!!)
Lamictal ist für mich die Nummer 1.
MfG Michi

Re: Ausschlag

'Leben mit Epilepsie' ⌂ @, Friday, 17.10.2008, 04:43 (vor 6516 Tagen) @ Jessica

Hallo Jessica,

Lamictal kann leider zu Hautausschlag führen (siehe 4.4 und 4.8)

Also sofort zum Neurologen (Vertretung von deinem Neurologen) und zum Dermatologen !!!

4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Es liegen Berichte über das Auftreten von Hautreaktionen vor. Diese traten im Allgemeinen innerhalb der ersten acht Wochen nach Beginn der Behandlung mit Lamictal auf.
Die Mehrheit der Hautausschläge ist mild und vorübergehend, jedoch wurden auch schwere Hautausschläge, die eine stationäre Behandlung und das Absetzen von Lamotrigin erforderlich machten, berichtet. Dazu gehören schwere, potentiell lebensbedrohliche Hautreaktionen einschließlich des Stevens-Johnson-Syndroms und des Syndroms der verbrühten Haut (toxische epidermale Nekrolyse) (siehe 4.8 Nebenwirkungen).
Bei Erwachsenen, die an Studien zur Anwendung bei Epilepsie unter Beachtung des derzeitigen Dosierungsschemas teilnahmen, betrug die Inzidenz schwerwiegender Hautausschläge ca. 1 zu 500 Patienten.
Ungefähr die Hälfte dieser Fälle wurde als Stevens-Johnson-Syndrom berichtet (1 zu 1000 Patienten). Das Risiko eines schwerwiegenden Hautausschlages ist bei Kindern höher als bei Erwachsenen. Bisher vorliegende Daten aus klinischen Studien lassen bei Kindern auf eine Inzidenz stationär zu behandelnder Hautausschläge zwischen 1zu 300 und 1 zu 100 schließen.

Zusätzlich scheint das Risiko eines Hautausschlages generell in hohem Maß in Zusammenhang zu stehen mit:
-- hohen Anfangsdosen Lamictal und einem Überschreiten der für den Behandlungsbeginn empfohlenen schrittweisen Dosissteigerungen von Lamictal.
– der gleichzeitigen Einnahme von Valproinsäure, wodurch die mittlere Halbwertszeit von Lamotrigin um annähernd das 2fache erhöht wird.
Alle Patienten, die einen Hautausschlag entwickeln, sollten sofort untersucht werden und Lamotrigin sollte sofort abgesetzt werden, es sei denn, der Hautausschlag ist eindeutig nicht Arzneimittel-induziert.
Hautausschläge wurden auch als Bestandteil von Überempfindlichkeitsreaktionen mit variablen systemischen Symptomen wie
Fieber, Lymphadenopathie, Gesichtsödeme und Veränderungen der Blut- und Leberwerte berichtet
(siehe 4.8 Nebenwirkungen).
Die klinischen Verläufe zeigen ein weites Spektrum an Schweregraden und können in seltenen Fällen zu disseminierter, intravaskulärer Gerinnung und Multiorganversagen führen.
Es ist wichtig zu berücksichtigen, daß frühe Manifestationen von Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Fieber, Lymphadenopathie) ohne Anzeichen eines Hautausschlages auftreten können. Bei Auftreten der oben genannten Symptome sollte der Patient daher sofort untersucht werden. Lamotrigin sollte sofort abgesetzt werden, wenn keine andere Ursache für das Auftreten dieser Symptome festgestellt wird.
Es wird empfohlen, dass Lamictal bei Patienten, die Lamictal aufgrund eines aufgetretenen Hautausschlages nach Einnahme von Lamictal abgesetzt haben, nicht wieder angewendet wird, es sei denn, dass der mögliche Nutzen die Risiken klar überwiegt oder dass der Hautausschlag mit der Einnahme von Lamictal eindeutig nicht im Zusammenhang stand.

4.8 Nebenwirkungen

Die nachfolgend genannte Konvention wurde für die Häufigkeitsbeschreibungen der Nebenwirkungen verwendet:
sehr häufig (_1/10), häufig (_1/100, _1/10), gelegentlich (_1/1000, _1/100), selten (_1/10000,
_1/1000), sehr selten (_1/10000) einschließlich Einzelfälle.
Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
Nebenwirkungen, die in klinischen Studien
zur Monotherapie auftraten:
Sehr häufig: Hautausschlag.
Weitere Nebenwirkungen, die während der
Anwendung auftraten:
Sehr häufig: Hautausschlag.
Selten: Stevens-Johnson-Syndrom.
Sehr selten: Syndrom der verbrühten
Haut (toxische epidermale Nekrolyse).
In doppel-blinden klinischen Studien zur
Anwendung bei Epilepsie, in denen Lamotrigin zusätzlich zu anderen Antiepileptika verabreicht wurde, traten bei bis zu 10 % der Patienten Hautausschläge auf. In der Vergleichsgruppe ohne Lamotrigin (mit Placebo) betrug die Häufigkeit dieser Nebenwirkungen 5 %. Die Hautausschläge führten bei 2 % der mit Lamotrigin behandelten Patienten zum Abbruch der Therapie.
Diese meist in makulopapulöser Form auftretenden Hautausschläge wurden in der Regel innerhalb der ersten acht Behandlungswochen beobachtet und bildeten sich nach Absetzen des Arzneimittels zurück
(siehe auch 4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).
Selten wurde vom Auftreten schwerwiegender, lebensbedrohlicher allergischer Haut und Schleimhautreaktionen, die sich durch blasse Schwellung der Haut, vor allem im Gesichtsbereich (Quincke-Ödem), evtl. unter Mitbeteiligung der Schleimhäute in Mund, Rachen, Kehlkopf und Magen-Darm- Trakt, Hautabschälung und Fieber (Stevens-
Johnson-Syndrom) sowie dem Syndrom der verbrühten Haut (toxische epidermale Nekrolyse) äußerten, berichtet. Auch wenn diese Symptome bei den meisten Patienten nach Absetzen von Lamictal zurückgehen, bleiben bei einigen Patienten irreversible Vernarbungen zurück. Fälle mit tödlichem Ausgang traten selten auf (siehe auch 4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).
Quelle: Fachinfo für Ärzte und Apotheker


Lg Ragnar

Re: Re: Ausschlag

Jessica @, Friday, 17.10.2008, 21:24 (vor 6516 Tagen) @ Jessica

[zitat=michi]Hi,
Der Hautausschlag wird wahrscheinlich von Lamictal kommen. Ich nehme jetzt seit über 2 Jahren Lamictal (momentane Dosierung 200-0-200 mg) und habe etwas Akne und Pickel, die aber nicht so schlimm sind (Ich bin 17). Richtigen Ausschlag hatte ich nie von Lamictal(, nur bei Oxcarbamazepin). Also warte erst mal ab, ob sich das bessert. (langsamm höher dosieren!!!)
Lamictal ist für mich die Nummer 1.
MfG Michi[/zitat]

Hallo Michi,

ja also über lamictal kann ich mich auch nicht beschweren, habe sonst auch keine Nebenwirkung und Anfälle werden weniger. Also der hautausschlag ist auch komischerweise schon wieder besser, also nur noch leicht zusehen, rosa farbend sag ich mal, gestern war es richtig knall rot wie nach einer verbrennung und dann hat es sich so angefasst wie Gänsehaut und war aber auch nicht heiß, normale Temperatur. Wegen deiner Akne, die hatte ich auch als ich 16/17 war vielleicht liegt es da noch an der Pupertät bei dir, außer dein Neurologe sagt was anderes. Naja aber bin schon froh das es wieder etwas nach gelassen hat. So zusagen beim nächsten Termin in 3 Wochen muss ich es meinem Neurologen erzählen, da es ja jetzt schon wieder besser ist oder trotzdem irgendwie Dermatologen aufsuchen oder eine Vertretung vom Neurologen?

Lg Jessica

Re: Re: Re: Ausschlag

Jimmy @, Saturday, 18.10.2008, 01:50 (vor 6516 Tagen) @ Jessica

Liebe Jessica,

hört sich sehr danach an, daß zu schnell eindosiert wird.
Ich würde an deiner Stelle die Vertretung deines Neurologen und einen Dermatologen aufsuchen.
(siehe beitrag von Ragnar "Leben mit Epilepsie")
Könnte ja auch wie dort in 4.8 beschrieben sein:

Sehr selten: Syndrom der verbrühten
Haut (toxische epidermale Nekrolyse).

Dies kann nur ein Arzt beurteilen, auch wenn sich nachher herausstellt es ist nicht schlimm, so hast du doch Gewißheit

Grüße Jimmy

[zitat]gestern war es richtig knall rot wie nach einer verbrennung und dann hat es sich so angefasst wie Gänsehaut und war aber auch nicht heiß, normale Temperatur....... wieder besser ist oder trotzdem irgendwie Dermatologen aufsuchen oder eine Vertretung vom Neurologen?.[/zitat]