Hallo,
ich heiße Claudia, bin 27 Jahre alt und habe seit 3 Jahren Epilepsie. Da ich vorher nie etwas hatte kam die Krankheit für mich aus heiterem Himmel. Meinen letzten Anfall hatte ich vor einem Jahr. Seitdem nehme ich Lamotrigin. Ich darf von meinem Arzt aus offiziell wieder Autofahren. Zum Glück habe ich einen Arbeitgeber dem meine Krankheit nichts ausmacht. Daher hab ich keine Einschränkungen.
Kann jeder Epileptiker einen Behindertenausweis erhalten? Ich habe natürlich die Angst das bei einem Ausweis mir Einschränkungen wie z.B. kein Autofahren etc. auferlegt werden.
Wer kennt sich damit aus und kann mir vielleicht weiterhelfen?
Sandra
Re: Epilepsie und Behindertenausweis
jennifer
, Wednesday, 05.11.2008, 21:29 (vor 6497 Tagen) @
Claudia
Hallo Claudia
Ich habe seit 8jahren epilepsie.Meine ärztin riet mir einen behindertenausweis zu beantragen da er für mich auch vorteile hätte.Ich bekamm den ausweiß dan auch und hatte 50 prozent.
Leider haben sich meine anfälle verschlimmert.da ich als alle 2wochen einen anfall habe,darauf hin bekamm ich 60 %.
Momentan kämpfen wir für ein B in dem ausweiß da ich leider nirgendswo alleine hin kann zumal ich noch einen 2jährigen sohn habe.Leider hatte ich schon oft einen anfall in der stadt wo ich dan jedes mal mit dem rettungswagen in eine klinik gebracht wurde.
Wünsche dir alles gute
lg jenny
Re: Epilepsie und Behindertenausweis
Anton
, Wednesday, 05.11.2008, 21:46 (vor 6497 Tagen) @
Claudia
Hallo Claudia,
ich weiß, dass ich zum Schwerbehindertenausweis mit meiner Meinung ziemlich allein dastehe, teile sie dir aber trotzdem mit.
Schwerbehinderter i. S. des Gesetzes bist Du erst mit einem GdB (Grad der Behinderung) von 50. Mit einer gut eingestellten Epilepsie kommst Du gerade auf diesen Wert.
a) Wenn Du bis ans Lebensende diese Arbeit behalten könntest und wolltest, hätte der Ausweis den Vorteil, dass dir nur mit Zustimmung des Versorgungsamtes gekündigt werden könnte.
b) Wenn Du gut verdientest, hättest Du steuerliche Erleichterungen, mehr Urlaub und dürftest zur Schicht- und Nacharbeit nicht herangezogen werden.
c) Wenn Du sonst noch Einschränkungen haben solltest, könnte sein, dass ein Merkzeichen im Ausweis steht. Ich z. B. habe das "G" und einen grün/orangefarbenen Ausweis. Das bedeutet freie Fahrt im öffentlichen Nahverkehr.
Problematisch könnte es werden, wenn Du in der Privatwirtschaft Deinen Arbeitsplatz hast, der Betrieb pleite ginge oder aus einem anderen Grund schlösse. Dann wäre es nicht leicht, an anderer Stelle eine Arbeit zu finden. Denn eine neue Firma lädt sich Verpflichtungen mit einem Arbeitnehmer mit Schwerbehindertenausweis auf. Wer macht das schon freiwillig.
Auskunft dazu kann dir erteilen der VDK, dort muss man allerdings eintreten. Kostenfreie Beratungen gibt es bei den Sozialdiensten, sie findest Du in den Stadt- oder Gemeindeverwaltungen, auch in größeren Kliniken und in den Verwaltungen der Kreisämter.
Viele Grüße
Anton
Re: Epilepsie und Behindertenausweis
'Leben mit Epilepsie'
, Thursday, 06.11.2008, 05:58 (vor 6496 Tagen) @
Claudia
Hallo Claudia,
Einstufungen bei den verschiedenen Epilepsie- bzw. Anfallsformen nach Epileptische Anfälle je nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilung:
Sehr selten
generalisierte große und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von mehr als 1 Jahr;
kleine und einfach fokale Anfälle mit Pausen von Monaten
GdB: 40
Nach drei Jahren Anfallsfreiheit
bei weiterer Notwendigkeit von Behandlung mit Antiepileptika.
GdB: 30
Ein Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikation drei Jahre Anfallfreiheit besteht. Ohne nachgewiesenen Hirnschaden ist dann kein GdB mehr anzunehmen.
Wie du siehst kannst du keinen Behindertenausweis bei deinem jetztigem guten Gesundheitszustand erhalten, da du nur 30 bis 40 GdB erhalten würdest.
Da ein Ausweis erst bei 50 GdB ausgestellt wirst hast du keine Vorteile.
Liebe Grüße
Ragnar
[zitat=Claudia]Hallo,
seit 3 Jahren Epilepsie.
Meinen letzten Anfall hatte ich vor einem Jahr. Seitdem nehme ich Lamotrigin.
Ich darf von meinem Arzt aus offiziell wieder Autofahren.
Zum Glück habe ich einen Arbeitgeber dem meine Krankheit nichts ausmacht. Daher hab ich keine Einschränkungen.
Kann jeder Epileptiker einen Behindertenausweis erhalten? Ich habe natürlich die Angst das bei einem Ausweis mir Einschränkungen wie z.B. kein Autofahren etc. auferlegt werden.
Wer kennt sich damit aus und kann mir vielleicht weiterhelfen?
Sandra[/zitat]
Re: Re: Epilepsie und Behindertenausweis
Claudia
, Sunday, 09.11.2008, 17:21 (vor 6493 Tagen) @
Claudia
Danke für die Tips!!! Ich werde mal eine Beratungsstelle suchen.
Claudia
[zitat='Leben mit Epilepsie']Hallo Claudia,
Einstufungen bei den verschiedenen Epilepsie- bzw. Anfallsformen nach Epileptische Anfälle je nach Art, Schwere, Häufigkeit und tageszeitlicher Verteilung:
Sehr selten
generalisierte große und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von mehr als 1 Jahr;
kleine und einfach fokale Anfälle mit Pausen von Monaten
GdB: 40
Nach drei Jahren Anfallsfreiheit
bei weiterer Notwendigkeit von Behandlung mit Antiepileptika.
GdB: 30
Ein Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikation drei Jahre Anfallfreiheit besteht. Ohne nachgewiesenen Hirnschaden ist dann kein GdB mehr anzunehmen.
Wie du siehst kannst du keinen Behindertenausweis bei deinem jetztigem guten Gesundheitszustand erhalten, da du nur 30 bis 40 GdB erhalten würdest.
Da ein Ausweis erst bei 50 GdB ausgestellt wirst hast du keine Vorteile.
Liebe Grüße
Ragnar
[zitat=Claudia]Hallo,
seit 3 Jahren Epilepsie.
Meinen letzten Anfall hatte ich vor einem Jahr. Seitdem nehme ich Lamotrigin.
Ich darf von meinem Arzt aus offiziell wieder Autofahren.
Zum Glück habe ich einen Arbeitgeber dem meine Krankheit nichts ausmacht. Daher hab ich keine Einschränkungen.
Kann jeder Epileptiker einen Behindertenausweis erhalten? Ich habe natürlich die Angst das bei einem Ausweis mir Einschränkungen wie z.B. kein Autofahren etc. auferlegt werden.
Wer kennt sich damit aus und kann mir vielleicht weiterhelfen?
Sandra[/zitat]
[/zitat]