Maschinensperre nach Anfall

Carola Liebhardt @, Tuesday, 02.12.2008, 14:13 (vor 6470 Tagen)

Mein Sohn ist seit seinem 4. Lebensjahr Epileptiker. Seit dieser Zeit wurde mir immer versichert, dass man als Epileptiker ganz normal leben kann.Doch seit kurzem glaube ich, dass mein Sohn benachteiligt wird und das während seiner Ausbildung. Im vorigen Jahr hatte er einen Anfall durch Alkohol. Seit dem trinkt er keinen Tropfen mehr. Er befindet sich in einer Ausbildungsstätte, die Körperbehinderte ausbildet. Trotzdem wurde ihm mehrere Wochen nach dem Anfall eine Maschinensperre (6 Monate) ausgesprochen. Und das vom medizinischen Dienst des BBW. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Werte wieder normal und die behandelnde Neurologin hielt diese Sperre nicht notwendig. Mein Sohn mußte die Schule verlassen mehrere Monate aussetzen und das Lehrjahr wiederholen.
Vor 9 Tagen hatte mein Sohn einen erneuten Anfall und zwar im Internat. Bei diesem Anfall ist er erst im Internat herumgelaufen und dann nach draußen in die Kälte nur mit Unterhosen und T-Shirt bekleidet gelaufen.An einer weiter entfernten Bus-Haltestelle hat er sich dann auf die Bank gesetzt bis Polizei und Krankenwagen eintrafen. Im Krankenhaus hat man dann seinen Medikamentenspiegel ganz schnell wieder normalisiert.Mein Sohn ist aber voll der Meinung, dass er sein Medikament eingenommen hatte.Im Gespräch mit dem Arzt kamen wir dann darauf, wie es dazu gekommen ist. Wir waren seine ganze Jugend im SPZ in Behandlung und haben uns dabei immer gut gefühlt. Aber mit dem Arztwechsel kam dann der Wahrscheinliche Grund. Mein Sohn war viele Jahre anfallsfrei, doch sein Medikamentenspiegel schwankte immer, weil er manchmal eine Tablette vergaß. Daraufhin riet ihm die Ärztin beide Tabletten zusammen zunehmen und das abends. Seitdem nahm er sie so.Durch den Arzt im Krankenhaus erfuhr ich, dass nach 12 Stunden nach der Einnahme das Medikament verbraucht oder ausgeschieden wird und er die anderen 12 Stunden bis zu nächsten Einnahme ungeschützt ist. Doch ich habe die Befürchtung, dass der medizinische Dienst wieder keine Rücksicht auf die Diagnose der behandelnden Ärzte nimmt und wie im vorigen Jahr wieder die Maschinensperre ausspricht und sogar eine weitere Ausbildung in dem Beruf Druckfachwerker ablehnt, obwohl es sich um seinen Traumberuf handelt. Was kann ich mache ? Wo soll ich mich hinwenden ? Wer weiß Rat ?

Re: Maschinensperre nach Anfall

Andreas Völcker ⌂ @, Tuesday, 02.12.2008, 14:28 (vor 6470 Tagen) @ Carola Liebhardt

Hallo Carola,
ich denke man sollte diese Sachen auch mal von der anderen Seite anschauen.
Die Ausbildungswerkstatt hat eine Obhutspflicht. Diese besagt unter anderem, das die Auszubildenen nichts passieren darf. Um sich also rechtlich abzusichern wird in der Regel eine Sperre für Maschinen gesetzt, wie auch bei Führerscheinen. Habt Ihr Euch mal mit der Ausbildungsleitung zusammen gesetzt und den Vorfall besprochen?
Ein Epileptiker kann ein normales Leben führen, wenn auch mit diversen Einschränkungen. Denke das später auch die Berufswahl nicht wirklich durchführbar sein wird, da er mit Pressen und routierenden Platte (Kopierplatten) arbeiten soll. Das sind Bereiche die schon aus Eigenschutz für Epileptiker tabu sein sollten.
Auch das mit dem Medi ist sehr unglücklich. Denn ein Medi hat eine gewisse Wirkdauer und danach ist nichts mehr da. Wenn die Medis danach mal richtig genommen werden, muß immernoch die Ausbildungsstelle entscheiden, ob eine Sperre entsteht oder ob nicht. Denke mal das eine Bescheinigung des Neurologen extrem helfen sollte.
Also besprich alles in Ruhe mit Eurem Neurologen /Epileptologen udn der Ausbildungswerkstatt. Klare Gespräche sind immer von Vorteil.
Wenn Du mehr wissen willst, frag einfach, hier versuchen alle zu helfen ;-)
Gruß Andreas

[zitat=Carola Liebhardt]Mein Sohn ist seit seinem 4. Lebensjahr Epileptiker. Seit dieser Zeit wurde mir immer versichert, dass man als Epileptiker ganz normal leben kann.Doch seit kurzem glaube ich, dass mein Sohn benachteiligt wird und das während seiner Ausbildung. Im vorigen Jahr hatte er einen Anfall durch Alkohol. Seit dem trinkt er keinen Tropfen mehr. Er befindet sich in einer Ausbildungsstätte, die Körperbehinderte ausbildet. Trotzdem wurde ihm mehrere Wochen nach dem Anfall eine Maschinensperre (6 Monate) ausgesprochen. Und das vom medizinischen Dienst des BBW. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Werte wieder normal und die behandelnde Neurologin hielt diese Sperre nicht notwendig. Mein Sohn mußte die Schule verlassen mehrere Monate aussetzen und das Lehrjahr wiederholen.
Vor 9 Tagen hatte mein Sohn einen erneuten Anfall und zwar im Internat. Bei diesem Anfall ist er erst im Internat herumgelaufen und dann nach draußen in die Kälte nur mit Unterhosen und T-Shirt bekleidet gelaufen.An einer weiter entfernten Bus-Haltestelle hat er sich dann auf die Bank gesetzt bis Polizei und Krankenwagen eintrafen. Im Krankenhaus hat man dann seinen Medikamentenspiegel ganz schnell wieder normalisiert.Mein Sohn ist aber voll der Meinung, dass er sein Medikament eingenommen hatte.Im Gespräch mit dem Arzt kamen wir dann darauf, wie es dazu gekommen ist. Wir waren seine ganze Jugend im SPZ in Behandlung und haben uns dabei immer gut gefühlt. Aber mit dem Arztwechsel kam dann der Wahrscheinliche Grund. Mein Sohn war viele Jahre anfallsfrei, doch sein Medikamentenspiegel schwankte immer, weil er manchmal eine Tablette vergaß. Daraufhin riet ihm die Ärztin beide Tabletten zusammen zunehmen und das abends. Seitdem nahm er sie so.Durch den Arzt im Krankenhaus erfuhr ich, dass nach 12 Stunden nach der Einnahme das Medikament verbraucht oder ausgeschieden wird und er die anderen 12 Stunden bis zu nächsten Einnahme ungeschützt ist. Doch ich habe die Befürchtung, dass der medizinische Dienst wieder keine Rücksicht auf die Diagnose der behandelnden Ärzte nimmt und wie im vorigen Jahr wieder die Maschinensperre ausspricht und sogar eine weitere Ausbildung in dem Beruf Druckfachwerker ablehnt, obwohl es sich um seinen Traumberuf handelt. Was kann ich mache ? Wo soll ich mich hinwenden ? Wer weiß Rat ?[/zitat]

welches BBW

epionline @, Wednesday, 03.12.2008, 09:22 (vor 6469 Tagen) @ Carola Liebhardt

Hallo,

hätte mich mal interessiert in welchem BBW dein Sohn ist. Bin in Berlin Britz im BBW aber sorry das is ganz normal das Epileptiker nicht an Maschienen kommen. Is auch den BBW`s zu gefährlich.

Lass ihn doch einfach (wie mich) ne Büroausbildung machen.