Ausbildung/Beruf

Jessi @, Friday, 06.02.2009, 22:38 (vor 6404 Tagen)

Hallo,

ich habe mal eine Frage. Ich habe Temporallappenepilepsie und mache mir gedanken über die Zukunft beruflicher Seite und hatte an Rettungsschwimmerin gedacht z.B. in Freizeitbädern, wäre dies wirklich mgölich als Epileptiker oder istd as so ein gedanken den man gleich wieder fallen lassen kann?

LG Jessi

Re: Ausbildung/Beruf

nicole @, Saturday, 07.02.2009, 10:26 (vor 6403 Tagen) @ Jessi

[zitat=Jessi]Hallo,

ich habe mal eine Frage. Ich habe Temporallappenepilepsie und mache mir gedanken über die Zukunft beruflicher Seite und hatte an Rettungsschwimmerin gedacht z.B. in Freizeitbädern, wäre dies wirklich mgölich als Epileptiker oder istd as so ein gedanken den man gleich wieder fallen lassen kann?

LG Jessi[/zitat]
Hallo Jessi,
das kommt sicherlich auf die Anfallsart und -häufigkeit mit drauf an, wobei ich schon sagen würde, das Du als Epileptiker diesen Beruf vermutlich nicht ausüben kannst. Stell Dir mal vor, du hat einen Notfall im Schwimmbad und beim retten desjenigen erleidest Du selber grad in dem Moment einen Anfall... selbst wenn man viele Jahre ohne Anfälle ist gibt es ja keine 100% Sicherheit.

Viele Grüße
Nicole

Re: Ausbildung/Beruf

Andreas S. @, Saturday, 07.02.2009, 16:37 (vor 6403 Tagen) @ Jessi

Hallo Jessi,

Ich finde Nicoles Einwand durchaus berechtigt, allerdings kommt es denke auch darauf an, was für Anfälle du hast und vor allem wie oft. Meines Wissens ist eine Schläfenlappenepilepsie durch komplex fokale Anfälle mit vorausgehender Aura gekennzeichnet oder täusche ich mich da? Ich kenne deine Situation nicht, aber jetzt mal gesetzt dem Fall du wüsstest, dass du es früh genug vorher merkst wenn du einen Anfall bekommst.. dann würde ja zuerst einmal nichts gegen deinen Berufswunsch sprechen. Ob ein Arbeitgeber das natürlich genauso sieht ist die andere Frage, ich denke grade in so einem Beruf wird so etwas sehr kritisch betrachtet da es ja auch um die Sicherheit anderer Menschen geht, die sich ja im Grunde genommen auf dich verlassen, es wäre jetzt für mich einfach wichtig zu wissen ob du vor einem Anfall früh genug etwas merkst oder nicht und außerdem, ob deine Anfälle auch durch deine Psyche beeinflusst werden, ich will dir ein Beispiel nennen: Wie verhält es sich mit deinen Anfällen wenn du z.B. unter Prüfungsstress stehst? Wenn das so ist würde ich dir von einem Beruf, der ja auch mit Stress verbunden sein kann eher abraten, zumal es da ja nicht nur um die Sicherheit anderer geht (du wärst ja da auch sicherlich nicht alleine) sondern auch um deine eigene.
Vielleicht kannst du mir mal genauer deine Anfallssituation beschreiben damit ich mir ein besseres Bild machen kann?
Ich habe auch einen Beruf ergriffen, der mit einem gewissen Unfallrisiko verbunden ist, ich bin gelernter Tischler. Mir ist es auch schon mal passiert, dass ich mich auf der Arbeit verletzt habe aber für gewöhnlich kann ich ganz gut einschätzen wie fit ich mich fühle und wenn es mir zu riskant ist mache ich die Buchhaltung oder irgendetwas anderes ungefährliches, das kann ich aber nur weil ich das Glück habe noch einen Partner zu haben der dann meine Arbeit übernimmt, was ich dir einfach damit sagen möchte ist, dass du letztendlich selbst für dich entscheiden musst was du machst - es ist ja deine Verantwortung - aber das man manchmal auch einfach Risiken abwägen muss.

Ich wünsch dir auf jeden fall alles Gute

Andreas

Re: Re: Ausbildung/Beruf

Jessi @, Sunday, 08.02.2009, 00:10 (vor 6403 Tagen) @ Jessi

[zitat=Andreas S.]Hallo Jessi,

Ich finde Nicoles Einwand durchaus berechtigt, allerdings kommt es denke auch darauf an, was für Anfälle du hast und vor allem wie oft. Meines Wissens ist eine Schläfenlappenepilepsie durch komplex fokale Anfälle mit vorausgehender Aura gekennzeichnet oder täusche ich mich da? Ich kenne deine Situation nicht, aber jetzt mal gesetzt dem Fall du wüsstest, dass du es früh genug vorher merkst wenn du einen Anfall bekommst.. dann würde ja zuerst einmal nichts gegen deinen Berufswunsch sprechen. Ob ein Arbeitgeber das natürlich genauso sieht ist die andere Frage, ich denke grade in so einem Beruf wird so etwas sehr kritisch betrachtet da es ja auch um die Sicherheit anderer Menschen geht, die sich ja im Grunde genommen auf dich verlassen, es wäre jetzt für mich einfach wichtig zu wissen ob du vor einem Anfall früh genug etwas merkst oder nicht und außerdem, ob deine Anfälle auch durch deine Psyche beeinflusst werden, ich will dir ein Beispiel nennen: Wie verhält es sich mit deinen Anfällen wenn du z.B. unter Prüfungsstress stehst? Wenn das so ist würde ich dir von einem Beruf, der ja auch mit Stress verbunden sein kann eher abraten, zumal es da ja nicht nur um die Sicherheit anderer geht (du wärst ja da auch sicherlich nicht alleine) sondern auch um deine eigene.
Vielleicht kannst du mir mal genauer deine Anfallssituation beschreiben damit ich mir ein besseres Bild machen kann?
Ich habe auch einen Beruf ergriffen, der mit einem gewissen Unfallrisiko verbunden ist, ich bin gelernter Tischler. Mir ist es auch schon mal passiert, dass ich mich auf der Arbeit verletzt habe aber für gewöhnlich kann ich ganz gut einschätzen wie fit ich mich fühle und wenn es mir zu riskant ist mache ich die Buchhaltung oder irgendetwas anderes ungefährliches, das kann ich aber nur weil ich das Glück habe noch einen Partner zu haben der dann meine Arbeit übernimmt, was ich dir einfach damit sagen möchte ist, dass du letztendlich selbst für dich entscheiden musst was du machst - es ist ja deine Verantwortung - aber das man manchmal auch einfach Risiken abwägen muss.

Ich wünsch dir auf jeden fall alles Gute

Andreas [/zitat]

Hallo Andreas,

ja das ist richtig, komplex fokale bzw. tonisch klonische Anfälle, aber ist glaub ich das gleiche, bin mir aber nicht 100%ig sicher. ABer bewusstsein ist leider komplett weg und naja durch medikamente schon bedeutend besser geworden, von 18 Anfällen im Monat auf 1 großen und 4-5 kleine. Naja ich weis und konnte mir das schon denken das es Probleme dabei geben könnte. Bei mir zeigen sich die Auren mit plötzlich starker/extrem starker übelkeit und naja da zu reagieren ist aber sehr schlecht, ich merke es und innerhalb von 5 sekunden in etwa ist der Anfall auch schon da. Mit sturz, krampfen und dann aufwachen und dessorientierung. Bei meinem letzten Anfall war es das erste mal das ich nach dem Epi Anfall schlief. Also wegen prüfungsstreß, damit habe ich extrem zu kämpfen, in dem Sinne wirklich total die Panik, aber habe noch nie dabei ein Anfall erlitten, zum Glück. Naja bin auch nur auf die Idee gekommen weil ein Notfall in der Schule meines bruders war und ich auch zufällig grad vor Ort war und helfen konnte (war ein Kind vom Klettergerüst gestürtzt bekam ein Schreikrampf und blieb dann bewusstlos mit blau angelaufenen Gesicht im Sand liegen). Habe auch eine Rettungsassistentin Ausbildung begonnen aber konnte diese leider nicht beenden wegen der Epi die mitten in der Ausbildung festgestellt wurde. Also Epileptiker können soweit ich weis keine Nachtschichten machen, also weis nicht ob das bei jedem so ist aber bei mir ja und sollte auch Streß meiden, obwohl ich eigentlich soweit finde, streß meistere ich gut. Naja sitz seitdem auch zu hause und such mir eine neue Ausbildung und würde aber gern dabei bleiben im Bereich wo ich mit Menschen viel zu tun habe, aber nicht als Bankkauffrau oder so, sondern auch draußen mal, aber hmm weis nicht ob es da wirklich was gibt für epileptiker?
Naja wie man sieht bin ich auch noch wach, meine Medikamente halten mich wach. Bekomme Lamictal 150-0-150 und keppra 500-0-500 am Tag.

LG Jessi

Re: Re: Re: Ausbildung/Beruf

Thomas @, Sunday, 08.02.2009, 13:58 (vor 6402 Tagen) @ Jessi

Hi Jessi,

Ich habe durch einen( inzwischen nicht mehr vorhandenen)Hirntumor eine Epilepsie am Rechten Frontschläfenlappen. Durch meine Medikamente (Morgens 750g Natriummcalproat +600g. Oxarbazepin, Abends 500gNatriummcalproat +450g Oxarbazepin)Bin ich Frei von großen Anfällen und hab "nur" noch ca. 2 mal im Monat kleine fokale anfälle von 30sek-60sek. Die kommen mir selber bischen wie ein Tagtraum/Dejavue vorkommt. In dem Moment kann ich kaum noch was machen, hatte mich beim backen mal beim amstützen mir die Hand verbrannt weil ich es nicht bemerkt hatte das ich mich 5 sek. lang auf das heiße backblech abgestüzt hatte. Oder konnte beim Fahrradfahren gerade noch intuitiev anhalten.
Allerdings darf ich deswegen kein Führerschein machen,an keiner Maschine arbeiten usw. Deshalb denke ich das du(wenn du dein bewußtsein verlierst) kein Job machen darfst in der Du verantwortung über Menschenleben hast. Ich Rate dir einfach mal mit deinem Arzt darüber zu sprechen, der wird dir sicherlich gute Soziale Einrichtungen empfehlen die mit solchen Fällen Vertraut sind auch auch über die rechtliche Situation bescheid wissen.

Re: Ausbildung/Beruf

Jessi @, Sunday, 08.02.2009, 19:24 (vor 6402 Tagen) @ Jessi

[zitat=Thomas]Hi Jessi,

Ich habe durch einen( inzwischen nicht mehr vorhandenen)Hirntumor eine Epilepsie am Rechten Frontschläfenlappen. Durch meine Medikamente (Morgens 750g Natriummcalproat +600g. Oxarbazepin, Abends 500gNatriummcalproat +450g Oxarbazepin)Bin ich Frei von großen Anfällen und hab "nur" noch ca. 2 mal im Monat kleine fokale anfälle von 30sek-60sek. Die kommen mir selber bischen wie ein Tagtraum/Dejavue vorkommt. In dem Moment kann ich kaum noch was machen, hatte mich beim backen mal beim amstützen mir die Hand verbrannt weil ich es nicht bemerkt hatte das ich mich 5 sek. lang auf das heiße backblech abgestüzt hatte. Oder konnte beim Fahrradfahren gerade noch intuitiev anhalten.
Allerdings darf ich deswegen kein Führerschein machen,an keiner Maschine arbeiten usw. Deshalb denke ich das du(wenn du dein bewußtsein verlierst) kein Job machen darfst in der Du verantwortung über Menschenleben hast. Ich Rate dir einfach mal mit deinem Arzt darüber zu sprechen, der wird dir sicherlich gute Soziale Einrichtungen empfehlen die mit solchen Fällen Vertraut sind auch auch über die rechtliche Situation bescheid wissen. [/zitat]

Hallo Thomas,

machst du deine Arbeit da weiter oder hast du gewechselt? Naja soweit wie ich weis, soll es wohl auch schwer sein die Epilepsieform ein zustellen so das man Anfallsfrei ist. Ja ich weis, darf auch kein führerschein machen, keine Maschinen bediehnen, nichts Chemisches, nichts in der höhe oder im tiefen (z.B. Bergbau oder dergleichen). Hatte mal ein kleine Aushilfsjob aber da war das noch das ich 18 Anfälle im Monat hatte und naja habe den Job aufgegeben als ich auf meinem Fahrrad ein Anfall hatte, naja ging aber gut, der LKW hinter mir konnte ausweichen. Ist bloß halt schwer träume aufzugeben, find ich... wollte immer Menschenleben retten und naja nun läuft es andersrum.

LG Jessi