Spätfolgen

Sturbusch @, Sunday, 08.02.2009, 23:01 (vor 6402 Tagen)

Hallo,
ich bin ganz neu dabei, obwohl ich seit fast 40 jahren mit dem Thema Epilepsie beschäftigt bin. Als Zweijähriger hatte ich schwere Fieberkrämpfe und in deren Folge mehrere nicht diagnostizierte GM-Anfälle. Erst mit 5 wurde die Epilepsie diagnostiziert und behandelt. Ich habe Liskatin (Primidon) und später dazu auch noch Zentropil (Phenytoin) eingenommen. 16 jahre lang. Dann habe ich die Medikamentierung langsam ausschleichen lassen und bin seither, toi,toi, toi, anfallfrei.
Jedoch begannen mit dieser Entscheidung neue Leiden. Ich habe seither immer mal wieder die verschiedensten körperlichen Malaisen, von Gesichtsneuralgien, Gürtelrosen, bis hin zu Lähmungserscheinungen durchlebt. Angstattacken und depressive Phasen, die ich vorher nicht kannte, stellten sich ein. Ich habe lange Jahre nie die Verbindung zu meiner Epilepsie gezogen, bin jedoch heute davon überzeugt, dass mein Körper nach dem Ausbleiben der Medikamente auf "Entzug" war und bis heute , 18 Jahre danach noch, nach dem Schutz durch die Medikamente "schreit". Ich weiß, das hört sich sehr nach Küchenpsychologie an, aber vielleicht gibt es ja Erfahrungen mit den Spätfolgen nach einer Ausmedikamentiereung? Habt Ihr ähnliches erlebt? Oder bin ich auf dem ganz falschen Dampfer?

Re: Spätfolgen

Anke S. @, Monday, 09.02.2009, 12:21 (vor 6401 Tagen) @ Sturbusch

Hallo,
ich glaube das ist keine Küchenpsychologie. Mir ging es ehrlich gesagt auch so, bzw. geht es noch so.
Ich war Letztes Jahr von November bis Dezember im KH zu einer Tablettenumstellung. Also es war so angedacht. Gleich am ersten Tag meinte der Arzt er will Lamotrigin reduzieren und dann nach paar Tagen ganz rausnehmen. Eine Stunde später bei einem EEG hatte ich eine Panickattacke. Grausaum. Das Lamotrigin ist nun weg nehme dafür aber mehr Carpamazepin. In Sachen Epi gehts mir gut aber der Kopf (also das psychiche) macht noch nicht ganz mit. Bekomme jetzt auch ein Mittel gegen die Angst.
Ich denke auch das es daran liegt das ich die eine Sorte Medis nicht mehr nehme. Will sie auch nicht mehr haben und hoffe das ich mit Entspannung und anderen Sachen dahin komme das die Angst langsam wieder weggeht. Das ist ja das schlimme dran.
Ich wünsche dir alles gut.
LG Anke

Re: Spätfolgen

Anton @, Monday, 09.02.2009, 15:43 (vor 6401 Tagen) @ Sturbusch

Hallo,

nachdem ich 15 Jahre Primidon und Phenytoin genommen hatte, ich war anfallsfrei, bekam ich einen fürchterlichen linksseitigen Kopfschmerz, den kein Arzt diagnostizieren konnte. Erst Jahre später hat ein Schmerztherapeut, ein Neurologe in einer Uniklinik festgestellt, dass sich die beiden Antikonvulsiva nicht vertrugen, hat sie abgesetzt und mir Valproinsäure verschrieben. Der Schmerz war sofort weg. Dafür bekam ich wieder Anfälle, was an Tragik nicht weniger war. Jahre später hat sich herausgestellt, dass sich die Art meiner Epilepsie gar nicht mit Tabletten therapieren läßt und dass nur die operative Therapie Abhilfe schaffen kann. Davon habe ich Gebrauch gemacht, seither geht es mir gut.

Liebe Grüße
Anton

Spätfolgen

mandy, Sunday, 29.03.2009, 22:57 (vor 6353 Tagen) @ Sturbusch

bei mir haben sie es auch mal versucht habe denn aber anfälle bekommen nehme jetzt wieder tabletten
gegen panikattacken gibt es auch tabletten sprich mal mit deinen arzt darüber