Re: Blöd im Kopf

Jessi @, Thursday, 26.02.2009, 19:47 (vor 6384 Tagen) @ netti

[zitat=netti]Hallo Leute, hatte noch eine sache vergessen. Sagt Ihr sterben tatsächlich gehirnzellen im Gehirn ab, bei jedem großen Anfall. Denn ich beginne langsam Wortfindungsstörungen zu haben und kann mich schlecht konzentrieren.
Bitte antwortet schnell. Ich stehe schon unter Strom mit diesem blöden Medi wechsel von Keppra auf Vimpad
Glg netti[/zitat]

Hallo Netti,

Epileptische Anfälle zerstören keine Gehirnzellen, die Intelligenz von Anfallkranken nimmt im Verlauf der Krankheit also nicht zwangsläufig ab. Eine Ausnahme von dieser Regel stellt der sog. Status epilepticus großer Anfälle dar: darunter versteht man einen ungewöhnlich lang anhaltenden Grand-mal-Anfall, der 10 Minuten und länger (stundenlange Dauer ist möglich!) anhält. Im Rahmen eines solchen "Status" kann es tatsächlich zum Absterben von Hirnzellen kommen. Unter der modernen medikamentösen Therapie sind solche Grand-mal-Staten glücklicherweise selten geworden.

Zeigen anfallkranke Patienten psychische Auffälligkeiten (z.B. Verzögerung der geistigen Entwicklung, Verhaltens und/oder Sprachstörungen), so sind diese in aller Regel nicht auf die Epilepsie, sondern auf die die epileptischen Anfälle hervorrufende Hirnstörung zurückzuführen. Die Verträglichkeit der Antiepileptica ist in der Regel gut; in Ausnahmefällen können die Medikamente aber zu ernsten Nebenwirkungen und Beeinträchtigungen des Patienten führen; regelmäßige fachärztliche Überwachung der Therapie ist deshalb unerlässlich.

Nicht selten kommt es bei Menschen mit Epilepsie zu reaktiven Störungen. Die Notwendigkeit einer Krankheitsbewältigung, Zurückweisungen in Schule, Beruf und unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen, Benachteiligungen im Alltag (z.B. Sport, Führerschein, Bewerbungen) und nicht zuletzt Vorurteile der Mitmenschen (z.B. Verkennung der Epilepsie als Erb- und Geisteskrankheit) führen beim Patienten häufig zu seelischen Belastungen, die nicht selten schwerwiegender sind als die Epilepsie selbst. Bei einer Begleitung und Betreuung von Epilepsiekranken muss diese Problematik ganz besonders berücksichtigt werden.

LG Jessi


gesamter Thread: