Medikamente abgesetzt, nun Lachanfälle. Wer kennt das?

Ramona @, Sunday, 01.03.2009, 17:11 (vor 6381 Tagen)

Hallo,

nachdem ich hier vor einigen Jahren mal Beiträge eingefügt habe, hatte ich mich lange Zeit zurückgezogen um erstmal mit den neuen Dingen zurecht zu kommen. Vielleicht kommt manchen die Geschichte noch bekannt vor, möchte sie aber im kurzen nochmal wiederholen.

Angie kam im Januar 98 zur Welt. Sie war soweit gesund und entwickelte sich prächtig. Im Juli 98 wurde sie geimpft und reagierte mit Myoklonien, die wir damals allerdings mit Schreckhaftigkeit verwechselten. Dies waren aber schon Vorboten zu einer ganzen Odyssee. Zusätzlich schlief sie damals ganz viel. Trotzdem wurden diese Anzeichen von der Ärztin als normale Reaktionen gewertet. Nach der zweiten Impfung bekam sie nach 13 Tagen einen Grand-Mal-Anfall, der aber als Gelegenheitsanfall eingestuft wurde. Wiederum kein Zusammenhang mit der Impfung obwohl ich dieses da schon sagte. Nach einer Reihe von Anfällen wurde sie im Oktober 98 auf Luminal eingestellt. Wieder sagten die Ärzte sie müsse weiter geimpft werden. Bei der dritten Impfung hatte sie nach 16 Stunden einen Status von 73 Minuten. Wir glaubten danach den Ärzten nichts mehr zumal sie wieder sagten das hätte nichts mit der Impfung zu tun. Wir machten darauf hin einen Impfschadensantrag. (Der Antrag wurde jetzt nach über 10 Jahren endlich anerkannt)

Doch mit der Krankheit ging es weiter. Die Anfälle kamen öfters und in immer kürzeren Abständen und verschiedene Arten. Wir probierten einige Medikamente aus und sie war zweimal in Bielefeld/Bethel. Nachdem sie die Medis Ergenyl Chrono und Brom hatte, ging es ihr endlich besser. Die Anfälle kamen seltener und waren bei ca. 1 Minute und gingen von selbst.

Im Januar 2003 hatte sie plötzlich und ohne Grund einen Anfall in der Nacht von ca. 1 Stunde. Danach fiel sie in ein Koma und war über Wochen weggetreten. Krankenhauswechsel und viele Ärzte konnten uns nicht sagen was mit ihr los war. Eine Reihe von Untersuchungen brachte gar nichts. Wir entschieden uns sie nach Hause zu holen. Die angeordnete Reha brachte nicht viel. Nach einem halben Jahr kam dann die Nachricht, dass sie einen Sauerstoffmangel erlitten hat bei der Geschichte viele Nervenzellen im Gehirn abgestorben wären und das Gehirn durch das Ödem im Kopf zusammengedrückt worden war. Prognose: niederschmetternd. Vermutlich wird sie so bleiben, eventuell kleine Dinge zurückkommen.

Sie wird seitdem künstlich ernährt, kann weder sprechen noch sitzen, ist immer auf den Rollstuhl angewiesen.

Sie war zumindest anfallsfrei von den Grandmal-Anfällen. Leider entwickelten sich Petit-Mal-Anfälle. Die sind zwar nur wenige Sekunden und stören sie nicht weiter. Sie bleiben auch stets im gleichen Rhythmus.

Durch die Geschichte haben wir Ergenyl Chrono abgesetzt. Sie bekam weiterhin Brom und blieb auch anfallsfrei. Da ihr Körper das Brom immer bis in den toxischen Bereich speicherte setzten wir über 2 Jahre die Medikation ab.

Sie wurde wieder wacher, nahm am Leben teil, sie versteht einiges was um sie herum passiert und essen klappt auch wieder, hoffen dass wir sie irgendwann von der Sonde wegbekommen.

Die Entzugserscheinungen waren heftig. Sie schrie oft nächtelang durch und durch das lautieren und stöhnen (mehr kriegt sie nicht raus) sind wir doch als sehr genervt.

Nun zu meiner Frage: Seit wir die letzten 3 Dosen abgesetzt haben, hat sie sich angewöhnt die ganze Nacht durch zu kichern oder lauthals zu lachen. Oder wie gesagt dieses Stöhnen und Lautieren. Hat das einen Zusammenhang oder ist das nur ein Ausdruck dass sie keine *Sedierung* mehr hat?

Würde mich über Antworten freuen.

Liebe Grüße

Ramona

Re: Medikamente abgesetzt, nun Lachanfälle. Wer kennt das?

bianca27j. @, Sunday, 01.03.2009, 18:52 (vor 6381 Tagen) @ Ramona

[zitat=Ramona]Hallo,

nachdem ich hier vor einigen Jahren mal Beiträge eingefügt habe, hatte ich mich lange Zeit zurückgezogen um erstmal mit den neuen Dingen zurecht zu kommen. Vielleicht kommt manchen die Geschichte noch bekannt vor, möchte sie aber im kurzen nochmal wiederholen.

Angie kam im Januar 98 zur Welt. Sie war soweit gesund und entwickelte sich prächtig. Im Juli 98 wurde sie geimpft und reagierte mit Myoklonien, die wir damals allerdings mit Schreckhaftigkeit verwechselten. Dies waren aber schon Vorboten zu einer ganzen Odyssee. Zusätzlich schlief sie damals ganz viel. Trotzdem wurden diese Anzeichen von der Ärztin als normale Reaktionen gewertet. Nach der zweiten Impfung bekam sie nach 13 Tagen einen Grand-Mal-Anfall, der aber als Gelegenheitsanfall eingestuft wurde. Wiederum kein Zusammenhang mit der Impfung obwohl ich dieses da schon sagte. Nach einer Reihe von Anfällen wurde sie im Oktober 98 auf Luminal eingestellt. Wieder sagten die Ärzte sie müsse weiter geimpft werden. Bei der dritten Impfung hatte sie nach 16 Stunden einen Status von 73 Minuten. Wir glaubten danach den Ärzten nichts mehr zumal sie wieder sagten das hätte nichts mit der Impfung zu tun. Wir machten darauf hin einen Impfschadensantrag. (Der Antrag wurde jetzt nach über 10 Jahren endlich anerkannt)

Doch mit der Krankheit ging es weiter. Die Anfälle kamen öfters und in immer kürzeren Abständen und verschiedene Arten. Wir probierten einige Medikamente aus und sie war zweimal in Bielefeld/Bethel. Nachdem sie die Medis Ergenyl Chrono und Brom hatte, ging es ihr endlich besser. Die Anfälle kamen seltener und waren bei ca. 1 Minute und gingen von selbst.

Im Januar 2003 hatte sie plötzlich und ohne Grund einen Anfall in der Nacht von ca. 1 Stunde. Danach fiel sie in ein Koma und war über Wochen weggetreten. Krankenhauswechsel und viele Ärzte konnten uns nicht sagen was mit ihr los war. Eine Reihe von Untersuchungen brachte gar nichts. Wir entschieden uns sie nach Hause zu holen. Die angeordnete Reha brachte nicht viel. Nach einem halben Jahr kam dann die Nachricht, dass sie einen Sauerstoffmangel erlitten hat bei der Geschichte viele Nervenzellen im Gehirn abgestorben wären und das Gehirn durch das Ödem im Kopf zusammengedrückt worden war. Prognose: niederschmetternd. Vermutlich wird sie so bleiben, eventuell kleine Dinge zurückkommen.

Sie wird seitdem künstlich ernährt, kann weder sprechen noch sitzen, ist immer auf den Rollstuhl angewiesen.

Sie war zumindest anfallsfrei von den Grandmal-Anfällen. Leider entwickelten sich Petit-Mal-Anfälle. Die sind zwar nur wenige Sekunden und stören sie nicht weiter. Sie bleiben auch stets im gleichen Rhythmus.

Durch die Geschichte haben wir Ergenyl Chrono abgesetzt. Sie bekam weiterhin Brom und blieb auch anfallsfrei. Da ihr Körper das Brom immer bis in den toxischen Bereich speicherte setzten wir über 2 Jahre die Medikation ab.

Sie wurde wieder wacher, nahm am Leben teil, sie versteht einiges was um sie herum passiert und essen klappt auch wieder, hoffen dass wir sie irgendwann von der Sonde wegbekommen.

Die Entzugserscheinungen waren heftig. Sie schrie oft nächtelang durch und durch das lautieren und stöhnen (mehr kriegt sie nicht raus) sind wir doch als sehr genervt.

Nun zu meiner Frage: Seit wir die letzten 3 Dosen abgesetzt haben, hat sie sich angewöhnt die ganze Nacht durch zu kichern oder lauthals zu lachen. Oder wie gesagt dieses Stöhnen und Lautieren. Hat das einen Zusammenhang oder ist das nur ein Ausdruck dass sie keine *Sedierung* mehr hat?

Würde mich über Antworten freuen.

Liebe Grüße

Ramona[/zitat]
hallöchen ich bin bianca 27jahre alt und habe auch epi.nehme keppra,was auch sehr gut ist,habe dadurch auch 4jahre anfallsfreieheit erreicht,leider kamen die anfaälle wieder,jetzt wieder ein jahr anfallsfreih...hm..also nun zu dir:finde dass du/ihr ja schon einiges durch habt,ich weiss gar nicht ob ich dass aushalten könnte,aber war auch in bethel/bielefeld,was in meinen leben ganz gravierende änderungen bewirkt hat,und auch gut so ist,wie es jetzt ist,aber leider kenne ich mich mit dme thema was diuch/euch ngeht nicht aus...dennoch alles liebe und gute eure bianca biancafriederich@gmx.de

Re: Medikamente abgesetzt, nun Lachanfälle. Wer kennt das?

Ramona @, Sunday, 01.03.2009, 18:59 (vor 6381 Tagen) @ Ramona

[zitat=bianca27j.]
hallöchen ich bin bianca 27jahre alt und habe auch epi.nehme keppra,was auch sehr gut ist,habe dadurch auch 4jahre anfallsfreieheit erreicht,leider kamen die anfaälle wieder,jetzt wieder ein jahr anfallsfreih...hm..also nun zu dir:finde dass du/ihr ja schon einiges durch habt,ich weiss gar nicht ob ich dass aushalten könnte,aber war auch in bethel/bielefeld,was in meinen leben ganz gravierende änderungen bewirkt hat,und auch gut so ist,wie es jetzt ist,aber leider kenne ich mich mit dme thema was diuch/euch ngeht nicht aus...dennoch alles liebe und gute eure bianca biancafriederich@gmx.de[/zitat]

Hallo Bianca,

danke dir trotzdem für deine Antwort und hoffe, dass es bei dir wenigstens bei der Anfallsfreiheit bleibt.

Liebe Grüße

Ramona

Re: Re: Medikamente abgesetzt, nun Lachanfälle. Wer kennt das?

Tanja @, Monday, 02.03.2009, 08:59 (vor 6380 Tagen) @ Ramona

Hallo Ramona,

ich bin 36 Jahre alt und leide auch an Lachanfällen.
Mein Freund sagte mir das ich Nachts innerhalb von 3 Stunden bis zu 25-30 mal Lache und Kicher. Ich selber bekomme von dem ganzen nichts mit auch Tagsüber habe ich 10-15 Anfälle. Meine Augen sind offen und ich Lache. Wenn ich wieder zu mir komme, brauche ich 1-2 Minuten um wieder klar zu kommen. Auch von den Anfällen bekomme ich nichts mit, und für mich geht alles da weiter wo es aufgehört hat - vor dem Anfall. Habe diese Anfälle seit 2 Jahren und war vor Weihnachten 3 Wochen in Emden in der Klinik bei Dr. Klugkist. Dort wurde uch von meinen Tabletten die ich bis dahin nahm umgestellt. Seit dem sind die Anfälle nicht mehr so häufig wie davor 30-40 mal pro Tag.Ich hatte als Kind einen Gehirntumor der mir in Bremen entfernt wurde. Die Ärtze vermuten das es daran liegt aber genaues kann man wohl zu dieser Art von Anfällen nicht sagen. Außerdem wurde mir gesagt das mann die Art von Epi nie ganz zu 100% weg kriegen würde. Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles gute und wenn Du noch Fragen hast, schreib mir.
Liebe Grüße Tanja

Re: Medikamente abgesetzt, nun Lachanfälle. Wer kennt das?

Ramona @, Monday, 02.03.2009, 15:39 (vor 6380 Tagen) @ Ramona

[zitat=Tanja]Hallo Ramona,

ich bin 36 Jahre alt und leide auch an Lachanfällen.
Mein Freund sagte mir das ich Nachts innerhalb von 3 Stunden bis zu 25-30 mal Lache und Kicher. Ich selber bekomme von dem ganzen nichts mit auch Tagsüber habe ich 10-15 Anfälle. Meine Augen sind offen und ich Lache. Wenn ich wieder zu mir komme, brauche ich 1-2 Minuten um wieder klar zu kommen. Auch von den Anfällen bekomme ich nichts mit, und für mich geht alles da weiter wo es aufgehört hat - vor dem Anfall. Habe diese Anfälle seit 2 Jahren und war vor Weihnachten 3 Wochen in Emden in der Klinik bei Dr. Klugkist. Dort wurde uch von meinen Tabletten die ich bis dahin nahm umgestellt. Seit dem sind die Anfälle nicht mehr so häufig wie davor 30-40 mal pro Tag.Ich hatte als Kind einen Gehirntumor der mir in Bremen entfernt wurde. Die Ärtze vermuten das es daran liegt aber genaues kann man wohl zu dieser Art von Anfällen nicht sagen. Außerdem wurde mir gesagt das mann die Art von Epi nie ganz zu 100% weg kriegen würde. Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles gute und wenn Du noch Fragen hast, schreib mir.
Liebe Grüße Tanja [/zitat]

Hallo Tanja,

danke erstmal für deine Antwort.

Bei Angie ist es so: erst seit die Medikamente in den letzten beiden Zügen abgebaut wurden hat sie das. Dabei ist sie aber vollkommen wach, also es hat vorläufig erstmal nichts mit einem Anfall an und für sich zu tun. Dies kommt zum Beispiel vor, wenn sie ruhig auf der Couch liegt und jetzt nichts zum lachen Anlass gibt. Sie schaut einen dann an und fängt an zu lachen ohne aufzuhören. Vor allem nachts, wenn man reinkommt, meist auch noch wenn man das Zimmer wieder verläßt. Da sie damals, als sie den Sauerstoffmangel hatte, dabei war ins Koma zu fallen, hatte sie auch ein total verlangsamtes EEG und diese Lachattacken, da war sie allerdings nicht wach. Auch dieses unmotivierte Stöhnen, das sie hat, kam erst im November zum Vorschein. Das Ganze ist sehr anstrengend, weil sie seitdem kaum noch eine Nacht durchschläft und meist auch nicht länger als 2-3 Stunden am Stück. Wir legen sie so gegen 20 Uhr ins Bett und dann kichert und stöhnt sie rum bis so 1 oder 2 Uhr nachts, ist auch bei jedem noch so kleinen Geräusch sofort wach. Ich kenn sowas nicht von ihr, habe nun Angst dass es sich verschlimmert. Blöd ist nur, dass zur Zeit unser Neurologe im Urlaub ist und die anderen mir keinen Rat geben wollen/können....

Liebe Grüße

Ramona