Grand mal

Wilhelm, Monday, 30.03.2009, 21:37 (vor 6352 Tagen) @ Jürgen W.

Moin Jürgen,

ich gehörte auch 13 Jahre bzw. bis Ende Nachbehandlung -Medikamentenabbau- 16 Jahre lang zu den Personen deren Auswirkungen der epileptischen Anfälle man als Grand mal bezeichnet hat. Zur Minderung der Anfallshäufigkeit hat man mir damals eine nicht gerade geringe Medikamentendosis verpasst. Aufgehört haben die Anfälle aber nie, da die Ursache eine Narbenbildung auf dem linken Schläfenhirnlappen war. Bei der Entscheidungsfindung über die weiteren Schritte -von denen mir die meisten Leute abgeraten haben- durfte ich vor rund 21 Jahren zwischen Pest und Cholera wählen. Die Pest war damals eine weiter ansteigenden Medikamentendosis -mit den nicht unerheblichen Nebenwirkungen- und der Option, dass sich die Vernarbung auf beiden Schläfenlappen weiterentwickelt und zur Schizophrenie führt sowie die Anfälle erhalten bleiben. Die Cholera war ein OP was Ende der 80'Jahre des 20'Jahrhunderts noch ein Abenteuer mit stark erhöhtem Risiko. Ich habe mich damals für die Cholera entschieden. Die Operation ist zwar sehr positiv verlaufen und ich bin seitdem anfalls- und medikamentenfrei. Aber einen gewissen seelischen Knacks hat man wegen der verkorksten Jugend und der Behandlung durch manche seiner Mitmenschen damals erhalten. Kurz gesagt man hat 13 Jahre und mehr nicht richtig gelebt.

Gruß Wilhelm


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