Tablettensüchtig?
marleen, Wednesday, 27.05.2009, 17:33 (vor 6294 Tagen)
Hallo.ich war heute zum ersten mal seit langen beim Neurologen(bei dem das allererste mal).Das EKG(oder EEG?)war einwandfrei.Aber ich war aus dem Grund bei ihm da ich an Schlafstörung und Depressionen leide,ca 2Monate.Ich nehme für die Epilepsie jeweils früh und abends 1mal Lamotrigin200mg.Zur Stimmungsaufhellung ab und an Medikenet40mg(sind besonders gefährlich meint er)und Sertralin50mg,zum schlafen abwechselnd Lorazepam2,5mg oder Opipramol 100mg.2 Anfälle hatte ich ca innerhalb2 Monate.Er meint nun das er mich nur weiterbehandelt wenn ich mich freiwillig zur "Entgiftung"ins Krankenhaus einweisen lasse-er meint ich sei bereits abhängig-darf aber nicht einfach aufhören,deshalb Krankenhaus..Ich hab damit gar nicht gerechnet und will das auch nicht..Kann mir jemand raten?Gruß Marleen!
Tablettensüchtig?
Green, Wednesday, 27.05.2009, 23:02 (vor 6294 Tagen) @ marleen
Hallo
schwer zusagen wir sind ja alle keine Ärzte wenn dir diese Meinung des Artzes nicht gefällt hol doch noch eine weiter Meinung von einem anderen ein.
Andererseits ist ja bekannt das man von solchen Medis gegen depri und vorallem schlafmittel abhängig werden kann.....was denkst du den wie es mit diesen medis für dich weiter gehen soll die nächsten 3o Jahre?
Vielleicht tut dir das gut was der Arzt von dir will.
Green
Tablettensüchtig?
marleen, Friday, 29.05.2009, 22:29 (vor 6292 Tagen) @ Green
Hallo!Danke für Deine Antwort!Ja ich gehe nun am 9.6.in eine Neurologische Klinik,da ich gestern schon wieder einen Anfall hatte.Mir ist allmählich bewußt geworden so gehts nicht mehr weiter.LG Marleen.
Tablettensüchtig? Teil 1
Leben mit Epilepsie
, Thursday, 28.05.2009, 06:21 (vor 6293 Tagen) @
marleen
bearbeitet von Leben mit Epilepsie, Thursday, 28.05.2009, 06:27
Hallo Marleen,
da hast du ja einen extremen Tablettencocktail 2 Mittel gegen Depressionen, Angst-, Erregungs- und Spannungszustände und ein extrem müdemachendes Benzodiazepin (Larozepam) Larozepam wird auch bei Status epilepticus eingesetzt und es besteht auch ein stark erhöhtes Abhängigkeitsrisiko.
Und dann ballerst du dir noch ein Betäubungsmittel rein um deine Leistungsfähigkeit zu erhöhen obwohl du schon 2 Antidepressiva hast.
Fast klar daß du dann abends kaum zum Schlafen kommst und dir Larozepam reinpfeifst.
Hast du diese extreme Kombie jemals mit einem Arzt besprochen -- wer verschreibt dir Ritalin (Medikenet)
Ich kann deinen Arzt gut verstehen, daß er erst mal deinen Cocktail entgifften will
Mache dies aber in einer Neurologischen/Psychiatrischen Klinik mit Epilepsie-Kenntnissen.
Frage auch mal bei den Epileptologischen Kliniken nach. Sie sollten schon einiges können bei deinem Cocktail wissen.
Auch so Lamotrigin kann auch stimmungsaufhellend wirken (bzw. kann auch Unruhe und Schlaflosigkeit mitsichbringen)
Liebe Grüße
Ragnar
Medikenet = Ritalin 40mg
ist BTM (Betäubungsmittel) und wird bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) genommen.
5 mg 10 mg 20 mg 30 mg 40 mg 54 mg
Anwendung
Im Rahmen eines umfassenden Behandlungsprogramms zur Behandl. v. Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Stör. (ADHS) b. Kdrn. > 6 J., wenn sich and. therapeut. Maßnahmen allein als unzureichend erwiesen haben. Die Behandl. muss v. einem Spezialisten für Verhaltensstör. b. Kdrn. durchgeführt werden. Die Diagnose sollte anhand der DSM-IV Kriterien od. der Richtlinien in ICD-10 erfolgen. Weit. Info. zur sicheren Anw.: Die spez. Ätiologie dieses Syndr. ist unbekannt. Ein spezif. diagnost. Test existiert nicht. Eine adäquate Diagnose erfordert e. Berücksichtigung med. u. spezieller psycholog., pädagog. Quellen u. des sozialen Umfeldes. Ein umfassendes Behandl.-Programm umfasst i.d.R. psycholog., pädagog. u. soziale Maßn. u. zielt auf eine Stabilisierung v. Kdrn. mit einem Verhaltenssyndrom ab, das durch folgende Sympt. charakterisiert sein kann: chron. kurze Aufmerksamkeitsspanne in der Vorgeschichte, mangelndes Konzentrationsvermögen, emotionale Labilität, Impulsivität, mäßige bis starke Hyperaktivität, geringfügige neurolog. Anzeichen u. abnormales EEG. Die Lernfähigkeit kann u.U. beeinträchtigt sein. Eine Behandl. m. Medikinet retard ist nicht bei allen Kdrn. mit diesem Syndr. indiziert, u. der Entscheidung z. Anw. des AM muss e. sehr sorgf. Einschätzung der Schwere der Sympt. des Kindes vorausgehen.
Deine 40 mg ab und zu sind schon viel
Die kognitiven Fähigkeiten eines Schülers reichen nicht mehr aus, um das immer höher gesteckte Klassenziel zu erreichen. Sollten die Eltern – und zwar nicht nur die „ehrgeizigen", sondern auch die, die ihrem Kind eine Chance geben wollen, sich in dem Leistungsfeld zu behaupten – ihrem Kind Substanzen verabreichen, um die Leistung zu steigern? Nur eine erschreckende Zukunftsvisionen? und wo stehen wir heute?
Je länger man sich mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und seiner Behandlung beschäftigt, desto häufiger tauchen folgende Fragen auf: Gibt es bereits Medikamente, die die Kinder „schlauer" bzw. leistungsfähiger machen (Schlagwort: Ritalin für das Abitur)? Welche evidenzbasierten Daten gibt es? Stellt schon die Behandlung der Kinder mit ADHS ein „cognitive enhancement" dar, eine Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit?
(Quelle: Neurologie/Psychitrie)
"Der Trend, den eigenen Körper zu optimieren, wird andauern"
Als Beispiel nannte Keller neben Schönheitsoperationen den Einsatz von Medikamenten als "Alltagsdoping". Mit dem Stimulanzmittel Ritalin werden hyperaktive Kinder behandelt. "Mittlerweile nehmen es aber auch Studenten beziehungsweise Erwachsene, die damit zum Beispiel vor einer Prüfung oder einem wichtigen Arbeitstermin ihre Leistungsfähigkeit erhöhen wollen." (Auszug) aus http://www.aerztezeitung.de/suchen/?query=ritalin&sid=536525
Tablettensüchtig? Teil 2
Leben mit Epilepsie
, Thursday, 28.05.2009, 06:23 (vor 6293 Tagen) @
marleen
bearbeitet von Leben mit Epilepsie, Thursday, 28.05.2009, 06:27
Sertralin 50mg
ist ein stärkeres Antidepressivum, das auch bei Zwangserkrankungen, Panikstörung, Sozialer Phobie und Posttraumatische Belastungsstörung eingesetzt wird.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sertralin
http://www.sanego.de/Medikament_Sertralin
Info (gelbe Liste):
Anwendung
Zur Behandl. depressiver Erkrank. (Episoden e. Major Depression); Z. Rezidivprophylaxe depressiver Erkrank.
Gegenanzeigen
Gleichz. Behandl. mit MAO-Hemmern, Selegilin, Moclobemid (mindest. 2-wöchiger Abstand!), sowie mit Pimozid, Tryptophan, Fenfluramin, Serotonin-Agonisten. Keine klinischen Erfahr. zu gleichz. Durchführ. einer Elektrokrampfther.
Zusätzl. Lösungskonzentrat: gleichz. Anw. mit Disulfiram.
Anwendungsbeschränkung
Nicht b. Pat. mit instabiler Epilepsie anwenden. Bei stabil kontrollierter Epilepsie nur unter sorgfält. Überwach., bei epilept. Anfällen absetzen. Bei Leberfunktionsstör. Anw. nur unter sorgfält. Therapiekontrolle u. ggf. Dosisreduktion od. Verläng. d. Anw.-intervalls. Engmaschige Überwachung der Pat. erforderl., insbes. b. Pat. unter 25 J., Pat. mit Suizidrisiko, zu Therapiebeginn und bis zum Einsetzen der depressionslösenden Wirkung sowie nach Dosierungsänd. Zoloft sollte nicht z. Behandl. v. Kdr. u. Jugendl. unter 18 J. angewendet werden; sollte aufgr. klin. Notwendigk. dennoch die Entscheidung für eine Behandl. getroffen werden: Pat. im Hinblick auf suizidale Symptome sorgf. überwachen.
Info (gelbe Liste):
Lorazepam 2,5mg
Anwendung
Symptomat. Behandl. v. akuten u. chron. Angst-, Spannungs- u. Erregungszust. Sedier. vor diagnost. u. vor od. nach operat. Eingriffen. Der Einsatz als Schlafm. erscheint nur dann gerechtfertigt, wenn gleichz. Benzodiazepin-Wirk. am Tag erwünscht sind.
Gegenanzeigen
Abhängigkeitsanamnese. Bes. Vorsicht b.: akuter Alkohol-, Schlafmittel-, Schmerzmittel- sowie Psychopharmaka-Intoxikation (Neuroleptika, Antidepressiva, Lithium), Myasthenia gravis, spinalen u. cerebellaren Ataxien, Schlafapnoe-Syndr. Kdr. u. Jugendl. außer nach strenger Ind.-Stellung vor diagnost. u. operat. Eingriffen.
Lorazepam
hat unter den Benzodiazepinen eine mittlere Plasmahalbwertszeit von 12–16 Stunden. Die Wirkung tritt relativ schnell ein (Resorptionshalbwertszeiten zwischen 11 und 40 min bei oraler Gabe). Allerdings besteht dadurch auch ein stark erhöhtes Abhängigkeitsrisiko.
Wie alle Benzodiazepine sollte es nur in akuten Notsituationen angewandt und eine regelmäßige Einnahme über einen längeren Zeitraum vermieden werden.
Lorazepam wird verabreicht zur:
Behandlung von Unruhestörungen (speziell Panikattacken)
Kurzzeitbehandlung von Insomnie, besonders wenn diese mit starken Unruhezuständen verbunden sind
Behandlung von Symptomen verbunden mit Alkoholentzügen und Opiatentzügen
Langzeitbehandlung von sonst resistenten Formen der Epilepsie sowie generelle Akutbehandlung
Intensive Therapie des Status epilepticus
Intensive Therapie von katatonen Zuständen alleine/oder mit Haloperidol
Behandlung eines akuten Deliriums, bevorzugterweise zusammen mit Haloperidol
Unterstützende Therapie bei Unwohlsein/Erbrechen häufig in Verbindung mit einer Krebs-Chemotherapie, gewöhnlich zusammen mit Firstline Antiemetika wie 5-HT3-Antagonisten
Unterstützende Therapie gegen Übelkeit mit regelmäßigem Erbrechen
Als eine Vormedikation,
um unangenehme Eingriffe wie bei der Endoskopie und Zahnchirurgie zu erleichtern
um die Wirkung des Hauptanästhesiemedikamentes zu erhöhen
um eine anterograde Amnesie für den Zeitraum des Eingriffes zu erreichen
http://de.wikipedia.org/wiki/Lorazepam
Tablettensüchtig? Teil 2
marleen, Friday, 29.05.2009, 22:25 (vor 6292 Tagen) @ Leben mit Epilepsie
Danke für diese Superauskunft!Eine Frage noch:Benzodiazepin-Wirk.am Tag(beim Einsatz von Lorazpam als Schlafmittel)??Der Neurologe hat eine starke Depression festgestellt war auch schockiert erstmal wg der vielen Medikamente.So gehts weiter:Ich gehe am 9.6.in eine Neurologischeklinik-gestern erst hatte ich wieder einen erneuten und ziemlich starken Anfall.Vielen Dank für dieSupertolle Auskunft und Aufklärung der Tabletten!LG Marleen.
Tablettensüchtig? Teil 3
Leben mit Epilepsie
, Thursday, 28.05.2009, 06:24 (vor 6293 Tagen) @
marleen
bearbeitet von Leben mit Epilepsie, Thursday, 28.05.2009, 06:28
Opipramol
wird zur Behandlung depressiver Zustände mit ausgeprägter Unruhe und Angstzuständen angewendet
Info (gelbe Liste):
Anwendung
Generalisierte Angststörungen, somatoforme Störungen.
Gegenanzeigen
Überempfindlichk. gg. trizykl. Antidepressiva, Komb. m. MAO-Hemmern, akute Alkohol-, Schlafmittel-, Analgetika u. Psychopharmaka-Intoxikationen, akute Delirien, akutes Harnverhalten, Prostatahyperplasie m. Restharnbildg., paralyt Ileus, vorbesteh. höhergradige AV-Blockierungen, od. diffuse supraventr. u. ventr. Reizleitungsstör., unbeh. Engwinkelglaukom.
Anwendungsbeschränkung
Leber- u. Nierenerkrank.; erhöhte Krampfbereitschaft; Prostatahyperplasie ohne Restharnbildg.; Stör. der Blutbildg.; zerebrovaskul. Insuff.; Hypokaliämie; Bradykardie; angebor. langes QT-Syndr. od. and. klein. signifik. kardiale Stör.; gleichzeit. Beh. m. AM, die ebenfalls QT-Intervall verläng. od. Hypokaliämie hervorr. können.
Wechselwirkungen
Alkohol: Benommenheit; starke Anticholinergika (Antiparkinsonm., Phenothiazinen): Wirksgs.-verstärk.; Serotonin-Wiederaufn.-Hemmer: addit. Effekte auf serotonerges Syst.; Fluoxetin, Fluvoxamin: Erhöh. der Plasmakonz. v. trizykl. Psychopharmaka, Verstärkg. der NW; MAO-Hemmer: mind. 14 Tg. vor Behandl. absetzen; Betablocker (z. B. Propranolol), Antiarrhythmika Kl. Ic, trizykl. Antidepressiva, Monooxygenasen: Veränderg. der Plasmakonz; Barbiturate, Antikonvulsiva: Senkg. der Plasmakonz. v. Opipramol senken; Neuroleptika (z. B. Phenothiazine): Plasmakonz. v. Opipramol erhöht; AM, die ebenf. QT-Intervall verläng. (z. B. Antiarrhythmika Kl. IA od. III, Makrolid-Antibiotika, Cisaprid, Malariamittel, Neuroleptika, Antihistaminika), AM, die zu Hypokaliämie führen (z. B. best. Diuretika) od. hepat. Abbau von Opipr. hemmen können.
Dosierung
Grundsätzl. unter ärztl. Überwachg.; Erw.: i. d. R. morgens u. mittags je 50 mg, abends 100 mg, unzerkaut jew. zu od. nach den Mahlz.; Tagesdos. in Abh. v. individ. Reakt. 1 x tgl. 50 - 100 mg, vorzugsw. abends, reduz. bzw. auf bis zu 3 x tgl. 100 mg steig.; Kdr. ab 6 J.: etwa 3 mg/kg KG tgl.; regelmäß. Einn. mind. 2 Wo.;
durchschnittliche Behandlungsdauer v. 1 - 2 Mon. ratsam.
Anwendungsgebiete
Angst-, Erregungs- und Spannungszustände
Depressive Verstimmungen
Nervöse Erschöpfung
Wechseljahresbeschwerden
http://www.netdoktor.de/Medikamente/Opipramol-neuraxpharm-r-5-100011822.html
http://www.sanego.de/Medikament_Opipramol
Liebe Grüße
Ragnar