Anfälle in Abständen von 2 Mon. mit Übelkeit und Kopfschmerz

slider, Sunday, 31.05.2009, 16:47 (vor 6290 Tagen)

Hallo,

ich habe zwar nicht so viele Anfälle wie andere, aber Angtszustände. Ich selber fühl mich unwohl unter vielen Leuten. Angst vor Fehlverhalten oder Aufälligkeiten. Bloß nicht auffallen. Das ist immer meine Angst.
Die Epilepie die dazu gekommen ist verschlimmert das natürlich. Seit Herbst letzten Jahres bekomme ich Anfälle in Abständen von 2 Monaten. Einmal war es Alk vom vorabend, unregelmäßiger Schlaf, dann im Familienkreis mit Schwager, etc. wo ich mir so viele Gedanken mache (Anfall kaum zu spüren)mit ständigien Urinieren. Ja und nun hatte ich vorgestern wieder einen Anfall. Das erste Mal wo ich alleine bin. Die Nacht davor genug geschlafen und dann bis halb5 in der Disco gewesen. (Alk trink seit anfang des Jahres nicht mehr/früher viel getrunken) Medikamente nehme ich das Timox, erst 300mg und seit 2 tagen die doppelte Dosis, also 600mg. Aber viel geholfen hat es ja nicht, Muskelkater habe ich ab heute zu spüren. Der Anfall war um 5 uhr morgens. Hölische Kopfschmerzen und Übelkeiten danach dann. Heute habe ich Muskelkater an den Oberschenkeln und Armen. Mit meinen Neurologen versuche ich gerade Kontakt aufzunehmen. Aber meine Vermutung ist, das die Hauptursache psychische Unzufriedenheiten sind. Keine Arbeit, wenig Freunde. mit 26 Jahren noch bei den Eltern. Leicht Diskussionen und Ärger mit Eltern. (sind jetzt im Urlaub / Geschwister wohnen nicht mehr zu Hause.
Ne Rehaschiende läuft bei mir auch übers Arbeitsamt, aber das zieht sich ewig hin. Nun schon fast 10 Monate. Weil angeblich die Ärzte keine korrekten Gutachten machen. (Bezieht sich aber mehr auf meine eingeschränkte Persönlichkeit) Die Epilepsi alleine bringt mich nicht in die Reha.
Was soll ich machen? Im Sommer soll ich sowieso von zu Hause raus, weil es so nicht mehr weitergeht. Und in 1 1/2 Wochen mach ich nebenher ein Praktikum für eine Ausbildungsstelle. Aufs AA kann man sich scheinbar nicht verlassen.
Gottvertrauen haben und andere Wege probieren.
Vll bekomm ich ja ne neue Chance, wer weiß. Dann ziehe ich aber auch auf jeden fall aus hier. Nach Ende der Probezeit aber logischerweise. Naja, meine Epilepsi bereitet mir nur trotzdem noch Angst. Ich werde erstmal schauen wass mein Neurologe dazu sagst. (Praktikum weiß er aber nichts von, er leiert schließlich ne Reha mit an)
Hat jemand für mich Vorschläge bzw. Ideen wie ich mein Leben besser geregelt bekomme? Bezüglich evtl. Ängste vor anderen Menschen, Peinlichkeiten, evtl. Unselbstständigkeiten, Epilepsi, vll ist das Timox ja das falsche Medikament für mich?, schließlich habe ich das Gefühl das die Anfälle psychisch ausgelöst werden. p.s. 1. Anfall Jahr 2000, dann 7 Jahre nichts gehabt, 2007 2. anfall in der Arbeitslosigkeit bzw. in der Jobsuche mit wenig Schlaf.

Wer kann mir helfen mein Leben in Griff zu kriegen? Und was kann ich tun?
Ich danke schon mal jetzt für eure Ideen.

LG, Chris

Anfälle in Abständen von 2 Mon. mit Übelkeit und Kopfschmerz

Anton, Sunday, 31.05.2009, 18:20 (vor 6290 Tagen) @ slider

Hallo Chris,

den Anfang eines neuen Lebens hast Du gemacht. Du hast dich gefragt, was zu tun ist. Denn es muss sich unbedingt etwas ändern, sonst landest Du in der Gosse. Nur Du allein kannst es ändern, das hat mit der Krankheit nichts zu tun.
Du solltest dich fragen, was Du willst und was Du hast. Den Schulabschluss kannst Du nachmachen, auch mit der Berufsausbildung ist das möglich.

Ich nehme an, dass dich die Anfälle mit dem ständigen Urinieren sehr stören. Du gehst vielleicht mal zum Urologen und lässt dich dort untersuchen. Was die Epilepsie angeht, bist Du bestimmt schon bei einem Facharzt, bei einem Neurologen. Nimmst Du regelmäßig die Medikamente und gehst Du zu den Kontrollen alle Vierteljahr?

Ich finde, mit 26 Jahren sollte die Jugend vorbei sein und das Erwachsenwerden beginnen. So wie Du von Deinem Leben erzählst, lebst Du fast kindlich. Ruinierst Deinen Körper und wunderst dich über Krankheiten. Das gibt dann Diskussionen mit den Eltern. Sie sind in großer Sorge, weil sie nicht wissen, wie es weitergehen soll mit dir. Sie sind ratlos und wissen nicht, wo Du eines Tages landest. Vielleicht sprichst Du mit ihnen und erklärst, dass Du Dein Leben ändern willst. Dann machst Du sie glücklich und Du hast nur Vorteile. Sie wären Deine ersten Freunde.

Auch mit einer Epilepsie kann man anfallsfrei sein. Das erfordert aber ein diszipliniertes Leben. Alkohol, Streit, Schlafentzug, laute Musik, Flackerlicht, alles Exzessive und sonstige Unregelmäßigkeiten fördern die Häufigkeit der Anfälle.

Mit Deinem Hausarzt oder Neurologen könntest Du die Planung des weiteren Lebens besprechen. Im Moment bist Du zu schwach, zu Hause auszuziehen. Du solltest festlegen, wie Du es dir vorstellst. Dein Arzt würde dir psychologische Psychotherapie verschreiben.

Der Psychologe würde dir alle Fragen beantworten.Er würde dir zuhören. Er wäre Dein Verbündeter. Du könntest mit ihm den weiteren Weg besprechen. Du würdest wieder Kontakt zu Menschen finden und könntest glücklich sein. Dabei wünsche ich dir viel Glück.

Liebe Grüße
Anton

Anfälle in Abständen von 2 Mon. mit Übelkeit und Kopfschmerz

Niels-Holgerson, Monday, 01.06.2009, 08:47 (vor 6289 Tagen) @ slider

Hallo,

es besteht rechtlich die Möglichkeit, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen. Damit hat man erhebliche Vorteile in Bezug auf das Arbeitsrecht (Kündigungsschutz, evtl. auch Vermittlung einer Arbeit).

Gruß

Anfälle in Abständen von 2 Mon. mit Übelkeit und Kopfschmerz

slider, Monday, 01.06.2009, 15:03 (vor 6289 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,

also Stand der Dinge ist: eine Reha-Geschichte ist in Arbeit (wo ich aber nun schon so lange drauf warte). Ich hoffe ich weiß da bald mehr. Das Arbeitsamt wartet noch aufs Gutachten des Neurologens.
Und das Praktikum (auf Hinarbeitung einer Ausbildungsstelle) welches ich nächste Woche machen werde steht noch vor der Tür. P.s. Ich möchte in im kaufmännischen Bereich arbeiten und habe einen Realschulabschluss.

Ich nehm täglich das Timox 600mg und geh ca. alle viertel Jahr mal zum Neurologen. Was soll der Urologe machen wenn das Urinieren rein psychich ausgelöst wird? (Epilepsie, Ängste, oder mir einfach unwohl ist)

Zitat:
"Ich finde, mit 26 Jahren sollte die Jugend vorbei sein und das Erwachsenwerden beginnen. So wie Du von Deinem Leben erzählst, lebst Du fast kindlich. Ruinierst Deinen Körper und wunderst dich über Krankheiten. Das gibt dann Diskussionen mit den Eltern. Sie sind in großer Sorge, weil sie nicht wissen, wie es weitergehen soll mit dir. Sie sind ratlos und wissen nicht, wo Du eines Tages landest. Vielleicht sprichst Du mit ihnen und erklärst, dass Du Dein Leben ändern willst. Dann machst Du sie glücklich und Du hast nur Vorteile. Sie wären Deine ersten Freunde."

Ja das stimmt schon. Letzte Jahre habe ich demnach auch noch viel Alk getrunken. Das kann ich ja nicht mehr und mit Discos ist nun auch so ne Sache. Nicht so lange oder ob überheupt noch hingehen. Problem ist nur wo ich sonst die Gemeinschaft bekomme. Geh zwar noch zur Gemeinde. Dort sind die meisten aber sehr jung oder andere verheiratet. Freunde habe ich auch nicht viele...
Oft fühl ich mich allein. Andere Gesellschaft ist wie eine Stütze für mich.

Mein Neurologe ist ja zugleich auch Therapeut, aber er sieht die Lösung an eine begleitende Ausbildung (intern) und zu Hause auszuziehen. (habe schon 2 Ausbildungsabrüche im Einzelhandel hinter mir)

Vielen Dank deinen Eintrag und Deine Hilfe

LG, Christian

Anfälle in Abständen von 2 Mon. mit Übelkeit und Kopfschmerz

slider, Monday, 01.06.2009, 15:13 (vor 6289 Tagen) @ Niels-Holgerson

Gilt der Schwerbehindertenausweis für die Epilepsie oder auf persönliche Einschränkungen? (z.b. Angstzustände)

Gruß

Anfälle in Abständen von 2 Mon. mit Übelkeit und Kopfschmerz

Anton, Monday, 01.06.2009, 21:47 (vor 6289 Tagen) @ slider

Hallo Chris,

aus meiner Sicht solltest Du einen Schwerbehindertenausweis erst nach Rücksprache mit Deinem Arbeitsberater beantragen.

Wenn Du mit der Epilepsie und den anderen Einschränkungen auf einen GdB von 50 kommst, hast Du Glück. Erst ab diesem Grad der Behinderung bist Du Schwerbehinderter im Sinne des Gesetzes.

Ich rate dringend von diesem Ausweis ab, weil Du dann alle Hoffnung auf einen Arbeitsplatz begraben kannst.

Liebe Grüße
Anton

Anfälle in Abständen von 2 Mon. mit Übelkeit und Kopfschmerz

Corinna Rohde, Monday, 01.06.2009, 23:13 (vor 6289 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,

die Sache mit einem Schwerbindertenausweis hat zwei Seiten. Um einen Arbeitsplatz heute zu bekommen, ist man nicht mehr verflichtet den Schwerbindertenausweis vorzulegen laut Gesetz, auch wenn Du über einen verfügst, schon erst gar nicht wenn die Behinderung Deine Arbeit nicht einschränkt.

In der Arbeitslosigkeit kann ein Studium noch einmal hilfreich sein, um aus ALG II herauszukommen, ein Schwerbindertenausweis kann diesbezüglich für eine weiteres Studium die Kosten erheblich senken. Jedes Bundesland hat zwar seine eigenen Regeln, aber die Angebote sind ähnlich.

Ob es Sinn macht einen Ausweis zu beantragen, wenn man schon in einem Arbeitsverhältnis steht, kann ich leider nichts zu sagen, davon war ich noch nicht betroffen.

Gruß Corinna