Schwangerschaft mit Lamotrigin

isabella28, Monday, 01.06.2009, 15:52 (vor 6289 Tagen)

Hallo,

bin seit heute NEU hier!
Kurz zu mir und meiner Krankheitsgeschichte:
Bin 28 Jahre alt und war die letzten 8 bis 9 Jahre anfallsfrei. Habe Orfiril 1000 long genommen (1000-0-1000). Da ich gerne schwanger werden möchte, habe ich im Oktober 2008 mit der Umstellung auf Lamotrigin begonnen. Seit März nahm ich 50-0-50 mg. Freitag vor einer Woche habe ich wieder meinen ersten Anfall nach so langer Zeit bekommen und letzten Mittwoch bin ich auf der Straße umgekippt und im Krankenwagen wieder zu mir gekommen. Jetzt nehme ich 50-0-100 mg Lamotrigin, ab nächster Woche werde ich dann 100-0-100 mg Lamo nehmen. Zusätzlich nehme ich noch Abends 10 mg Frisium, soll als Schutz dienen, während der Dauer der Aufdosierung, also bis ich die 200 mg Lamotrigin erreicht habe, dann wird es wieder abgesetzt.
Ich bin zur Zeit zu nichts zu gebrauchen, mir ist fast den ganzen Tag schlecht und ich denke, dass ich bei jedem Schwindelgefühl einen Anfall bekomme. Ich fühle mich manchmal so komisch, so wie ich mich immer nach einem Anfall fühle. Hoffe das dies nur an dem Frisium liegt, muss es noch eine Woche nehmen.

Wer hat Erfahrung mit einer Umstellung von Orfiril auf Lamotrigin, besteht eine Möglichkeit auf Anfallsfreiheit? Würde sehr gerne schwanger werden, habe natürlich auch Angst, dass etwas nicht gut geht. Zusätzlich leidet mein Mann auch an Epilepsie, nimmt Keppra 500-0-500 mg, ist seit 1 Jahr anfallsfrei.

Würde mich freuen, wenn Sie mir Ihre Erfahrungen mitteilen könnten.

LG
Isabella28

Schwangerschaft mit Lamotrigin

Green, Monday, 01.06.2009, 22:10 (vor 6289 Tagen) @ isabella28

Hallo

habt IHr eine Beratung mit den Epileptologen gemacht wegen Schwangerschaft haben die Euch gesagt Kinder sind okay obwohl Ihr Beide diese Medikamente nehmt ?
Dachte bisher immer das sei dann Schwierig wenn Beide die Medis nehmen.
Alles Gute
Green:-)

Schwangerschaft mit Lamotrigin

isabella28, Tuesday, 02.06.2009, 11:36 (vor 6288 Tagen) @ Green

Hallo,

bei einem Epileptologen waren wir nicht. Bin aber jetzt im Begriff einen Termin in der Epilepsie-Ambulanz in Erlangen zu machen. Mein Neurologe meint, dass es kein Problem ist, wenn er Medikamente nimmt.

Bin mir nicht sicher, ob die Epilepsie bzw. die Anfallsbereitschaft bei mir vererbt ist, da ich und meine Schwester, die jetzt überhaupt keine Medikamente mehr nimmt und total anfallsfrei ist, unter Sauerstoffmangel auf die Welt gekommen sind, wir wären beinahe drauf gegangen. Ich bin mit sieben Jahren Schlittschuhlaufen gewesen und dabei hat mir jemand einen Fuss gestellt und ich bin hingefallen und mit dem Hinterkopf auf das Eis geknallt und 2 Wochen später ging es bei mir los. Meine Schwester ist von einem Zaun runter gefallen und hat mit dem Kopf auf den Beton aufgeschlagen, und dann ging es bei ihr auch los.

Deshalb weiß ich nicht, ob man hier von einer Vererbung sprechen kann.

Ich hoffe so sehr, dass die Dosis von 200 mg Lamotrigin bei mir reicht.

Würde mich über eine Antwort und über deine Erfahrungen freuen.

Liebe Grüße
Isabella28

Schwangerschaft mit Lamotrigin

Manja, Thursday, 04.06.2009, 19:53 (vor 6286 Tagen) @ isabella28

Hallo Isabella,
mein Sohn ist 4Jahre alt und hat seine Epilepsie seit der Geburt. Ich kann dir sagen, das Epilepsie vererbt werden kann, denn es liegt bei uns in der Familie und es hatte nur der Onkel die Epilepsie.

Viele Grüße Manja

Schwangerschaft mit Lamotrigin

isabella28, Friday, 05.06.2009, 16:09 (vor 6285 Tagen) @ Manja

Danke für Deine Nachricht.

Mich würde interessieren, ob Du auch Epilepsie hast, wenn ja, wie erging es dir in der Schwangerschaft? Welche Medikamente, wieviel, hast du genommen?

Würde mich über eine Nachricht freuen!

Liebe Grüße
Isabella

Schwangerschaft mit Lamotrigin

Manja, Monday, 08.06.2009, 15:57 (vor 6282 Tagen) @ isabella28

Hallo Isabella,

nein ich habe keine Epilepsie, sondern mein Sohn Dominik. Er hat sie vom Onkel vererbt bekommen.

Liebe Grüße Manja

Schwangerschaft mit Lamotrigin

Joe40, Saturday, 12.09.2009, 18:01 (vor 6186 Tagen) @ isabella28

Hallo Isabella,wenn Ihr beide Epilepsie habt und euch ein Baby wünscht.Wäre es denn nicht möglich eins zu Adoptieren oder eine Künstliche Befruchtung vornehmen zulassen.Schliesslich gibt es soviele Kinder die gerne Eltern hätten. Andere werden von Ihren schwangeren Müttern einfach abgetrieben. Nur weil die Mütter gerade noch zu jung sind oder es der Mutter Beruflich nicht in den Kram passt.Was ich alles überhaupt nicht verstehen kann. Denn viele Frauen oder Paare wäre gern Eltern und würden gern ein Kind Adoptieren.

Schwangerschaft mit Lamotrigin

lamiz82, Tuesday, 08.12.2009, 16:27 (vor 6099 Tagen) @ isabella28

Hallo,

dein Thread ist zwar schon fast 6 Monate alt, aber vielleicht sind die Infos trotzdem noch hilfreich.

Ich nehme seit ich 11 Jahre alt bin Antiepileptika. Ganz lange Zeit habe ich Ergenyl Chrono genommen, das Medikament enthält soweit ich weiß, denselben Wirkstoff wie Orfiril (das nimmt auch meine Schwester) nämlich Valproinsäure.
Ich habe meinen Neurologen schon früh gefragt, was er von einer Schwangerschaft hält und er meinte, dass grundsätzlich nichts dagegen spricht, aber Valproinsäure nicht wirklich geeignet ist für Frauen, da es immer passieren kann, dass eine Frau - sei es bewusst oder unbewusst - schwanger wird.

Auch er hat mir Lamotrigin und die regelmäßige Einnahme von Folsäure (da man nicht unbedingt sofort weiß, dass man schwanger ist) empfohlen. ICh glaube, dass ist für Frauen das Medikament erster Wahl.
Die Umstellung auf Lamotrigin hat knapp ein Jahr gedauert und in der Umstellungsphase hatte ich auch Anfälle, aber seitdem ich eingestellt bin, hatte ich nichts mehr.

Jetzt bin ich im 7. Monat schwanger. In den ersten Wochen habe ich mich kaum getraut, mich darüber zu freuen, weil ich die ganze Zeit Angst hatte, dass die Medikamente sich negativ auf den Fötus auswirken, aber die Ärzte haben mich beruhigt und gesagt, dass es statistisch gesehen wirklich nicht oft vorkommt.
Mir hat sehr geholfen, dass sowohl der Neurologe als auch die Gynäkologin mich wie alle anderen behandelt haben und sich eher wunderten, dass ich mir so viele Sorgen mache. Alle Untersuchungen waren bisher ohne Befund ;-) und man konnte schon früh schlimme Fehlbildungen ausschließen, für die Antiepileptika veranwortlich gemacht werden. Ich war super erleichtert!!!!

Soweit ich es verstanden habe ist mit Planung vor allen Dingen eine gute Medikamenteneinstellung oder ggfs. erfolgreiche Medikamentenumstellung und die Einnahme von Folsäure gemeint und das kann man ja sowieso in angriff nehmen und viel viel später entscheiden, ob man tatsächlich schwanger werden will, aber dann ist man schon mal auf der sicheren Seite und muss sich darüber keine Gedanken machen.
Selbst wenn es in der Schwangerschaft zu Anfällen kommen sollte, hat das nicht zwangsläufig Auswirkungen auf das Kleine.