Verhinderung von Anfällen

Gabo, Sunday, 21.06.2009, 17:09 (vor 6269 Tagen)

Hallo an euch alle,
das ist ja ein super Link, auf den ich zufällig gestossen bin. Und nun würde euch auch gerne gleich was fragen.
Hatte vor über zwanzig Jahren einen Schädelbasisbruch und in Folge therapieresistente komplex fokale Anfälle. Nachdem ohne jedes Vorzeichen Grand Mals hinzu kamen, wurde ich vor drei Jahren am Epizentrum Freiburg operiert und war zunächst anfallsfrei.
Im Laufe der Zeit hatte ich wieder fokale Anfalle und wurde mit Apidan (Oxcabazepin) behandelt. Leider erfolglos. Aus völlig unerklärlichen Gründen hatte ich vor einigen Wochen den "Super-Gau" ein Grand Mal. Allerdings ging es mir diesmal in den Minuten davor ganz übel und ich brachte mich - vor was auch immer - in Sicherheit. Daraufhin wurde Apidan abgesetzt und ich nehme wieder Tegretal ein.
Nachdem ich viele Jahre "ergeben" meine Tabletten eingenommen habe, hatte ich die Idee, dass ich vielleicht auch selbst etwas tun könnte, um Anfälle zu verhindern oder die Anzahl zu verringern. Ich mache seither täglich Autogenes Training, was mir merklich guttut und versuche mich nicht mehr so zu stressen und mir mehr Ruhe zu gönnen.
Ich fühle mich körperlich sonst topfit und habe dabei wohl total meinen operierten Kopf vergessen. Seit drei Wochen habe ich keine Anfälle mehr. Ob es nun an Tegretal oder an meinem veränderten Verhalten liegt vermag ich nicht zu beurteilen. Ein Epileptologe, bei dem ich letzte Woche zum ersten Mal war, sagte das sei alles Blödsinn.
Was meint ihr. Bilde ich mir das alles ein oder kann man auf seine Anfälle doch positiv einwirken.

Danke für euer feedback
:-) Gobi

Verhinderung von Anfällen

Wolfi, Wernigerode, Sunday, 21.06.2009, 18:50 (vor 6269 Tagen) @ Gabo

Hi Gabo,
ich persönlich glaube auch daran, dass bei autogenem Training die Anfälle doch weniger werden bzw. darauf positiv einwirken kann. Auch ist man entspannter und man lernt dabei auch, auf bestimmte Sachen gelassener zu reagieren. Die Ärzte sehen nur die eine Seite, d.h. wie kann ich meinen Patienten mit Medikamenten am besten einstellen. Aber die andere Seite, was man selbst auf natürliche Weise dazu beitragen kann, das sehen diese nicht. Daher muss man als Epileptiker immer schauen, wie man seine Anfälle unter Kontrolle bekommt oder unterdrücken kann. Da helfen die Medikamente nur bedingt.
Also mach' weiter so! Auch wenn der Arzt sagt, dass das Quatsch ist.

Habe selbst schon überlegt einen Yoga- Kurs zu belegen. Arbeitskolleginnen waren bereits bei einem Kurs und sie waren danach völlig entspannt und fühlten sich pudelwohl.

Bis denne


Wolfi

Verhinderung von Anfällen

lucatoni, Sunday, 21.06.2009, 21:15 (vor 6269 Tagen) @ Gabo

Hallo Gabo,

ich denke, dass man natürlich selbst auch auf seine Anfälle einwirken kann!!!
Weniger Stress, Entspannung, kein Alkohol und viel Schlaf.
Bei mir ist es manchmal nur so, dass die Anfälle wie bei vielen anderen auch
in der Ruhephase auftreten. Dies ist dann bei autogenem Training und Qi-Gong
auch schon passiert (muss bei dir aber nicht vorkommen)!
Ich kenne auch welche, die wurden in Freiburg operiert (zuerst Untersuchung
in Kehl-Kork)und ein Jahr anfallsfrei waren und dann, so wie du wieder
Grand Mals hatten. Sie gehen jetzt nochmals nach Kehl-Kork und lassen sich
evtl. zum zweiten Mal operieren, die sind echt mutig.
Na dann wollen wir "tegretal" hoch leben lassen und weiterhin viel Erfolg,

wünscht lucatoni

Verhinderung von Anfällen

Gabo, Monday, 22.06.2009, 20:12 (vor 6268 Tagen) @ lucatoni

Danke für deine schnelle Antwort.
Gruß Gabo

Verhinderung von Anfällen

Kaherodo, Tuesday, 23.06.2009, 06:50 (vor 6267 Tagen) @ Gabo

Hallo Gobi,

Es ist nachgewiesen das Stress Anfälle auslösen kann ! Der Nachteil, ob positiver oder negativer Stress beides kann zu einem Anfall führen.
Alle Arten von Entspannung können also nur gut sein, aber das Wichtigste ist doch wie Du dich dabei fühlst!

Bis dann
Kaherodo

Verhinderung von Anfällen

Tanja, Monday, 29.06.2009, 21:31 (vor 6261 Tagen) @ Gabo

Hallo Gabo!
Meine Tochter hat seit ihrem 3. Lebensjahr Epilepsie, sie ist jetzt 13.
Bis vor 10 Wochen hat sie auf keines der Medikamente die wir bekommen haben angesprochen, war also resistent.Seit 10 Wochen nimmt sie jetzt Vimpat 100- 0- 100 und ist seitdem anfallsfrei:-D
Jetzt noch was zu deiner Frage: bevor wir Vimpat hatten, haben wir ungefähr 1 jahr keine Medikamente eingenommen - nach Rücksprache mit den Ärzten! Madeleines Anfallsbild blieb gleich - 3- 5 mal am Tag Zuckungen des rechten Armes! Ich hab dann unseren Arzt gefragt was wir sonst noch machen könnten.Er hat uns dann gesagt, daß es in einigen Fällen, durch starke Konzentration des Betroffenen zur Verhinderung der Anfälle kommen kann. Bei Madeleine war es so, sie hat den Anfall vorher als leichtes Kribbeln wargenommen. Sie hat dann sofort eine Faust gemacht und fest zugedrückt.
Manchmal hat sie es geschafft, den Anfall zu verhindern, nicht immer,aber sie war immer ganz stolz, wenn es geklappt hat.
ALso lass dich nicht unterkriegen und versuch alles was du für dich als richtig
empfindest. Die Schulmedizin ist schon in Ordnung, aber man kann auch ruhig noch was dazu versuchen, also alles Gunte und viel Glück;-) lg Tanja