Was Betroffene dazu sagen!?

sama, Tuesday, 23.06.2009, 02:45 (vor 6267 Tagen)

Hallo,
ich habe diese Erkrankung nicht, aber ein Bekannter von mir. Er ist jetzt ca. 10 Jahre Anfalls frei und darf vom Arzt aus nicht mit Motorisierte und Spitze gegenstände Arbeiten. Er ist aber in einer Hilfsorganisation und dort im Technik sowie Sanitätsbereich Ehrenamtlich unterwegs.
Die Hilfsorganisation weiß nix davon, das hat er denen nicht gesagt. Erst jetzt ist es aufgefallen, weil er es Personen aus dem Medizinischen Beruf kommen erzählt hat. Die möchten jetzt vom Arzt eine Bescheinigung sowie vom Betriebsarzt.
Ich würde gerne mal Wissen ob ihr sein Verhalten nachwohlziehen könnt?
Ich finde das er sich und andere in Gefahr bringen kann, finde ja gut das er sowas macht. Aber man sollte sich doch eingestehen das man nicht immer alles machen darf oder kann. Träume haben alle Menschen, so wie Probleme auch! Niemand ist bewegt!

Und ist das für euch schlimm, wenn man euch auf die Erkrankung anspricht?
Er sagt immer wir wollen ihn nur fertig machen, aber eigentlich denken wir da mehr an ihn und nicht an uns. Seid ihr auch schnell beleidigt wenn man euch einen TIP gibt, wie man es doch ohne Schulabschluß und Ausbildung was machen kann im Alter oder sogar es nochmal versuchen?

Ich bedanke mich schonmal im Vorraus und ich hoffe ich beleidige keinen!;-)

Was Betroffene dazu sagen!?

Kaherodo, Tuesday, 23.06.2009, 06:59 (vor 6267 Tagen) @ sama

llo Sama,

jeder von uns hat seine ganz persönliche Art mit der Epi um zu gehen. Der Eine ist total offen und der Andere verschliest sich total.
Ich kenne das auch, etwas zu machen was ich eigentlich nicht darf und ich mache dies trotzdem, solange ich mich wirklich gut fühle. Ich glaube aber das mann deinen Bekannten nicht verurteilen darf, weil wir alle Dinge tun die wir eigentlich nicht tun sollten.


Bis dann
Kaherodo

Was Betroffene dazu sagen!?

Green, Tuesday, 23.06.2009, 08:28 (vor 6267 Tagen) @ sama

Hm,
irgendwie bleiben mir da doch der Mund offen stehen wenn ich lese das er 1o Jahre Anfallsfrei ist und du denkst es ist unverantwortlich was er da tut.
Genau das ist es bestimmt warum er lieber nichts gesagt hat.
Wenn jemand 2 Jahre anfallsfrei ist darf er sogar wieder auto fahren.ist das dann für dich auch unverantwortlich?
Richtig verbieten kann einem ein Arzt auch nix er kann nur Empfehlungen aussprechen.
Im übrigen gibt es auch so genannte gesunde die schnell beleidigt oder eingeschnapt sind das hat nichts mit Epilepsie direkt zutun.
Man bleibt ja auch noch Mensch und ist nicht nur krank.
Wie würdest Du den denken wenn du in seiner Situation wärst ?
Green:-|

Was Betroffene dazu sagen!?

eileen, Tuesday, 23.06.2009, 11:05 (vor 6267 Tagen) @ sama

Hallo,

ich verstehe Deinen Freund/Bekannten total.
Es geht, beruflich, keinen anderen etwas an. - erst Recht nicht wenn
er schon 10 Jahre anfallsfrei ist!

Ich habe desöfteren Anfälle, sogar einen Schwerbehindertenaus weis.
Ich habe es nie einen Arbeitgeber gesagt, wozu auch...
Es kam immer irgendwann raus, wenn ich mal wieder im Office oder
bei Kunden einen Anfall hatte. Dennoch habe ich nie eine Kündigung
bekommen. Hätte ich dies gleich am anfang preisgegeben, hätte ich nie
eine Anstellung bekommen.
Genauso meinen Schwerbehindertenausweis, - wozu soll ich dies meinen AG
sagen, -es hätte ja nur Nachteile... Das einzige wo ich meinen Schwerbehindertenausweis benutze ich Kino, Zoo, Theater etc.

Also, höre auf Deinen Bekannten/Freund damit zu nerven!
Er kann am Besten damit umgehen und einschätzen ob / wann etwas kommt!

LG

Auren und kein Ende

Heidi, Tuesday, 23.06.2009, 11:36 (vor 6267 Tagen) @ eileen

Du hast ja recht,Eileen. Aber du musst auch den Sama verstehen, er sorgt sich um seinen Freund und will auch nur das beste für ihn. Ich würde ein vernünftiges Gespräch mit ihm führen, aber im Endeffekt muss er selbst entscheiden was er tut. Soviel Jahre Anfallsfreiheit lassen ja viele Möglichkeiten offen. Andere können davon nur träumen. Trotzdem alles Gute u. beste Gesundheit
Heidi

Was Betroffene dazu sagen!?

Wolfi, Wernigerode, Tuesday, 23.06.2009, 19:34 (vor 6267 Tagen) @ sama

Hi Sama,
zum Teil kann ich sein Verhalten schon nachvollziehen, weil er wahrscheinlich Angst hatte als ehrenamtlicher Mitarbeiter nicht angenommen zu werden. Aber es war falsch, dass er das verheimlicht hat. Er hat sich selbst in Gefahr gebracht, und gerade bei Arbeiten im Technik- und Sanitärbereich. Es hätte jederzeit passieren können.
Selbst würde ich immer bescheid sagen und die Leute darüber aufklären was sie zu machen haben, falls es zu einem Anfall kommen sollte. Und das sollte für alle Epileptiker gelten; auch wenn der letzte Anfall Jahre ist.

Mir ist es immer unangenehm, wenn Leute mich auf meine Epilepsie ansprechen. Ich spreche ungern darüber. Aber wenn Leute mir Tips geben, ist das völlig ok. Zwei Arbeitskollegen haben mich darauf angesprochen, ob ich nicht mal Yoga machen sollte. Nach anfänglicher Skepsis überlege ich wirklich, ob ich das mal mache.

Kannst deinem Bekannten von mir mal nen schönen Gruß bestellen und dass er sich bei gefährlichen Arbeiten doch zurückhalten soll.
In einer Hilfsorganisation gibts nicht nur einen Technik-und Sanitätrbereich. Es gibt genügend andere Tätigkeiten, die er dort ausüben könnte.


Wolfi