Ich bin auch neu hier

Anton, Thursday, 24.09.2009, 21:55 (vor 6174 Tagen) @ 19Andreas88

Hallo Andreas,

ich kann gut verstehen, dass Du eine eigene Wohung möchtest und damit Deine Selbständigkeit betonen willst.

Für die Entscheidung spielt nicht nur die Epilepsie eine Rolle. Ob es zu befürworten ist, hängt davon ab, ob Du nach dem Ende der Ausbildung Geld verdienst, wenn das nicht der Fall ist und Du unter 25 bist, musst Du wieder bei Deinen Eltern einziehen, weil dir die Wohnung nicht vom Arbeitsamt bezahlt wird.

Ferner hängt es davon ab, wie sich Deine Anfälle abspielen und ob man dich ruhigen Gewissens alleine lassen mag. Eine Wohnung sollte treppenlos sein und auch sonst keine Gefahren bergen. Es hängt auch davon ab, ob Du es willst und es dir selbst zutraust.

Du könntest dir mit einem Notrufsystem Sicherheit verschaffen, ob es reicht, kannst nur Du entscheiden. Diese Geräte werden im Internet angeboten. Oder Du fragst den Neurologen oder im Sanitätshaus, wo man es bekommen kann.

Der allererste Schritt, der gemacht werden müsste, ist die Reduzierung der Anfälle durch die richtige Therapie. Es gibt viele Möglichkeiten, den richtigen Facharzt zu finden. In dem vorhergehenden Thread habe ich darüber berichtet. Wichtig ist auch, dass Du Regeln einhältst. Ich hänge sie diesem Schreiben an und hoffe, dass Deine Wünsche in Erfüllung gehen.

Liebe Grüße
Anton

Wie kann ich die Zahl der Anfälle bis auf ein Minimum reduzieren und dabei dem Arzt und mir selbst helfen?
a) Die regelmäßige Medikamenteneinnahme ist das A und O einer erfolgreichen Therapie.
b) Änderungen der Tabletteneinnahme sollte grundsätzlich nur in Absprache mit dem Neurologen erfolgen.
c) Abweichungen der Wirksamkeit von Generika und Re-Importen im Verhältnis zu den Originalmedikamenten sollten dem Arzt mitgeteilt werden.
d) Ein Anfallskalender sollte sorgfältig geführt werden.
e) Von Angehörigen oder sonstigen Dritten sollte der Anfallsablauf genauestens aufgeschrieben werden. Anhand dieser Aufzeichnungen (u. U. auch Videoaufnahmen) sieht der Arzt, welcher Anfallstyp es ist und kann besser therapieren.
f) Auf Alkohol sollte möglichst ganz verzichtet werden, ebenso auf Flackerlicht in der Diskothek.
g) Beim Schlafen sind zwei Punkte von größter Wichtigkeit: Erstens darf es nicht zum Schlafentzug kommen und zweitens sollte der Schlaf-/Wachrhythmus eingehalten werden.
h) Ein Besuch beim Neurologen sollte einmal im Vierteljahr erfolgen.
i) Die Richtlinien „Epilepsie und Führerschein“ sollten beachtet werden.
j) Die Behandlung sollte nur durch einen Facharztes für Epilepsie erfolgen.


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