Wiedereingliederung nach OP

Mondenkind, Wednesday, 04.11.2009, 10:23 (vor 6133 Tagen)

Hallo,

ich bin am 14. September in der Uni-Klinik Bonn operiert worden. Jetzt bin ich bis 31.12. krank geschrieben, danach fängt die Wiedereingliederung an.

Kann mir einer von euch sagen, wie ihr das gemacht habt?

Mit welcher Stundenzahl habt ihr angefangen und wann habt ihr euch "gesteigert"??

Mein Problem ist zudem, dass mein Vertrag dort bis zum 31. Juli 2010 läuft. Ich hätte nichts dagegen, wenn ich dort weiter arbeiten kann, werde mich aber natürlich auch wo anders bewerben.
Ich sollte also vorher wieder "fit sein", dass ich wieder meine 8 Stunden am Tag arbeiten kann. Geht das? Oder ist das zu knapp??

Freue mich auf eure Antworten!

Viele liebe Grüße
Mondenkind

Wiedereingliederung nach OP

Anton, Thursday, 05.11.2009, 21:42 (vor 6131 Tagen) @ Mondenkind
bearbeitet von Anton, Thursday, 05.11.2009, 22:33

Hallo Kind des Mondes,

herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Operation. An diesen Eingriff wird dich der Körper noch lange erinnern. Die Änderung, die psychische Belastung postoperativ, das plötzliche Leben ohne Anfälle und die Unterbrechung des Lymbischen Systems muss der Körper erst verarbeitet haben.

Wer anfalls- und aurenfrei bleiben möchte, sollte sich nicht zu sehr unter Druck setzen. Empfohlen von Ärzten: Das langsame Eintreten in den Betrieb mit einer Drittelstelle für ein Jahr, dann die Erhöhung auf eine halbe Stelle und dann langsam wieder eine Vollzeitstelle. So habe ich es erlebt und bin bestens damit zurecht gekommen.

Es wird zwar auch von einer schnellen Aufnahme der Arbeit berichtet, das mag in dem einen und in dem anderen Fall möglich sein, wie die Auswirkungen letztendlich sind, erfahren wir meistens nicht. Nur Du kannst entscheiden, was geht und was nicht. Du solltest nicht zuviel auf einmal geben wollen. Dann gibt es kein zurück, oder ein Kürzertreten mit negativen Konsequenzen. Ich wünsche einen guten Weg.

Es grüßt dich herzlich
Anton

Wiedereingliederung nach OP

Mondenkind, Friday, 06.11.2009, 11:12 (vor 6131 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,

danke für deine Antwort! :-)

Hört sich zwar nicht schlecht an, aber ich stehe vor dem "Problem", dass mein Vertrag nächstes Jahr im Juli zu Ende ist. Und wenn mein Chef weiß, dass ich auch die nächsten Monate nicht top-fit bin, wird er mich bestimmt nicht wieder einstellen...

Ich habe einen Schwerbehindertenausweis mit einem GdB von 80 + G + B, aber ich denke nicht, dass das mir das weiterhilft... :-(

Viele liebe Grüße
Mondenkind

Wiedereingliederung nach OP

Anton, Friday, 06.11.2009, 13:30 (vor 6131 Tagen) @ Mondenkind

Hallo Mondenkind,

es gibt Richtlinien und Erfahrungsberichte über am Kopf Operierte. Nicht nur bei Epilepsiepatienten, auch bei Patienten, denen man einen Tumor entfernen musste. Diese Richtlinien sagen aus: a) eine halbes Jahr krankgeschrieben, b) danach ein Jahr eine Drittelstelle, c) dann ein Jahr eine halbe Stelle und d) danach wieder eine Vollzeitstelle.

Den Kliniken sind Patienten nur zu gut bekannt, die innerhalb eines Jahres nach dem Eingriff die letzten fünf Jahre nachholen wollten. Sie landen alle wieder im Epilepsie-Zentrum, weil sie Anfälle bekommen haben. Aus meiner Sicht geht Deine Gesundheit derzeit der beruflichen Entwicklung vor.

Je nach dem, wie fit Du dich im Moment fühlst, solltest Du dir Optionen schaffen. Wenn Du schwach bist, darfst Du nicht arbeiten. Das solltest Du Deinem Chef beibringen. Einem Arbeitnehmer mit Schwerbehindertenausweis darf nur mit Zustimmung des Versorgungsamtes gekündigt werden. Du bist derzeit unkündbar. Denn Krankheit ist kein Kündigungsgrund. Hinzu kommt der Status der Schwerbehinderung. Wenn aber die Krankheit zu lange dauert, gibt es Ausnahmetatbestände, sofern dem Betrieb der Ausfall des Arbeitnehmers nicht zuzumuten ist. Ich wünsche dir schnelle Genesung und einen guten Weg.

Liebe Grüße
Anton

Wiedereingliederung nach OP

Mondenkind, Friday, 06.11.2009, 14:37 (vor 6131 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,

mmh, ich habe eben mit meiner Krankenkasse gesprochen (eigentlich wegen etwas anderem, aber habe es dann auch angesprochen...). Sie sagten, dass die Wiedereingliederung nicht länger als 6 Wochen dauern sollte...

Wo finde ich denn etwas darüber, dass es mir nach einer Kopf-OP länger zusteht??
Ich fühle mich zurzeit recht fit. Man hat aber in der Reha bei verschiedenen "Denk"-Aufgaben in der Reha festgestellt, dass ich noch nicht so fit bin (Neuropsychologische Aufgaben etc.).
Für den "normalen" Alltag reicht es. Nur wenn ich arbeite, könnte ich ggf. merken, dass ich doch noch nicht so fit bin. Deshalb hat man mir auch geraten, weiterhin neuropsychologische Tests zu machen. Am Montag habe ich meinen ersten Termin bei einer Ergotherapeutin.

Einerseits hast du ja recht, dass ich zurzeit unkündbar bin. Doch ich habe einen Zwei-Jahres-Vertrag. Mein Vertrag läuft noch bis 31.07.2010. Ob meine Einrichtung (ich betreue Jugendliche in der Berufsvorbereitung) mich dann weiter beschäftigt oder nicht, liegt dann an ihnen... da ist es dann so ziemlich egal, ob ich einen Schwerbehindertenausweis habe oder nicht...

Liebe Grüße
Mondenkind

Wiedereingliederung nach OP

thomas ⌂, Saturday, 07.11.2009, 17:26 (vor 6130 Tagen) @ Mondenkind

Hallo Mondenkind,
und Hallo auch an Anton,

also lieber Mondenkind,
möchte auch zuerst einmal zur gelungenen OP gratulieren.
Ich würde Dich doch bitten einen Eingliederungsplan mit deinem behandelden Neurologen zu besprechen. Es scheint doch, zu einer stufenweisen Wiedereingliederung zu kommen und da ist selbstverständlich dein Arzt die wichtige Person. Er kann sagen, wie Du wieder einsteigen kannst und trägt die mediz. Verantwortung.
Bitte sprich mit ihm und sage ihm dass Du einen befristeten Vertrag hast, welcher schon bald ausläuft. Wie es um eine Verlängerung deines befristeten Vertrages steht weißt nur Du selbst. Wenn es Chancen auf eine Verlängerung gibt sollte man rechtszeitig mit den Verantwortlichen sprechen.
Ich wünsche viel Erfolg.
Bitte mit dem Arzt sprechen zwecks Eingliederungsplan.
Gruss
Thomas

Wiedereingliederung nach OP

Mondenkind, Tuesday, 17.11.2009, 13:09 (vor 6120 Tagen) @ thomas
bearbeitet von Mondenkind, Tuesday, 17.11.2009, 13:36

Hallo Thomas,

danke für den Tipp.

Ich war gestern bei meinem Neurologen.

Ich arbeite jetzt den ganzen Januar über 4 Stunden, im Februar dann 5 und im März 6 Stunden. Danach werden wir noch einmal schauen, wie ich das Arbeiten "vertrage". Ggf. werde ich dann ab April wieder 8 Stunden arbeiten, dass wollte mein Neurologe aber erst einmal freihalten.

Er hat deshalb auch extra angekreuzt, dass der "Zeitpunkt der Wiederherstellung der vollen Arbeitsfähigkeit" zurzeit noch nicht absehbar ist.

Er meinte, das wäre sicherer, als anzukreuzen, dass es ggf. am 01.04.2010 absehbar wäre. Das würde dann, falls ich dann doch noch nicht fit sein sollte, weniger bis keine Diskussionen etc. mit Krankenkasse, Arbeitgeber geben.

Ich schicke es heute an meinen Arbeitgeber und dann, denke ich, Anfang nächster Woche an die Krankenkasse. Ich hoffe, sie sind alle damit einverstanden...

Liebe Grüße
Mondenkind